aktualisiert:

LICHTENFELS

Für die Mitarbeiter wird eine Lösung gesucht

Der Media Markt im Fachmarktzentrum Lichtenfels wird am 30. Juli für immer seine Pforten schließen.Archivfoto: Gerhard Herrmann Foto: Gerhard Herrmann

Wie berichtet, schließt der Media Markt in der Mainau zum 30. Juli seine Pforten. Laut einem Medienbericht wird der Expert-Markt Jakob von der Theodor-Heuss-Straße in die Räumlichkeiten des Mitbewerbers im Fachmarkt-Zentrum umziehen. Offen ist aber noch die Frage, was mit den rund 16 Beschäftigten des Lichtenfelser Media Marktes geschieht.

„Überall dort, wo Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren, stecken Einzelschicksale dahinter.“
Paul Lehmann, Gewerkschaftssekretär Verdi

„Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit den Mitarbeitenden“, so eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage dieser Redaktion. „Unser Ziel ist es, für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung zu finden. Zudem unterstützen wir sie dabei, eine Weiterbeschäftigung in anderen Märkten oder Gesellschaften der Unternehmensgruppe zu finden“, sagt die Sprecherin weiter und dankt den „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die alles dafür getan haben, dass wir uns an dem Standort bis heute behaupten konnten“.

Grund für die Schließung der Media Markt-Filiale ist laut der Sprecherin des Unternehmens, „dass wir, trotz aller Bemühungen von Geschäftsführung und Mitarbeitenden, keine wirtschaftlich zufriedenstellende Fortführungsperspektive für den Markt entwickeln konnten. Nach sorgfältiger Analyse mussten wir daher feststellen, dass sich für den Media Markt Lichtenfels ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr nachhaltig darstellen lässt. Aus diesem Grunde ist die nun beschlossene Schließung des Marktes betriebswirtschaftlich leider alternativlos“.

Während die Kunden des Lichtenfelser Media Marktes laut der Sprecherin „bestehende Reparatur- beziehungsweise Garantieleistungen sowie mögliche Serviceaufträge“ ab sofort über die Coburger Filiale abwickeln können, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft. Denn wie Paul Lehmann, Gewerkschaftssekretär von Verdi Oberfranken West, auf Anfrage dieser Redaktion mitteilt, existiert im Lichtenfelser Media Markt kein Betriebsrat – und damit könne auch kein Sozialplan zwischen Arbeitgeber und einem solchen ausgehandelt werden.

„Ohne Betriebsräte kein Sozialplan“

Lehmann appelliert darum an alle Beschäftigten in anderen Media Markt-Filialen: „Wählen Sie einen Betriebsrat. Das gilt nicht nur für Media Markt Filialen. Wir unterstützen gerne alle Beschäftigten im Handel und in den Dienstleistungsberufen bei der Durchsetzung ihrer Rechte. Nur so kann es gelingen, für den Erhalt von Arbeitsplätzen zu kämpfen und im Falle einer nicht abwendbaren Schließung einer Filiale einen Sozialplan zu verhandeln. Ohne Betriebsräte kein Sozialplan. Daher kann es passieren, dass Beschäftigte bei einer Schließung mit null Euro nach Hause geschickt werden.“

Das Ende der Lichtenfelser Filiale des Elektronikhändlers sieht der Gewerkschaftssekretär sehr kritisch: „Überall dort, wo Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren, stecken Einzelschicksale dahinter. Die eigene Existenz und die der Familie stehen auf dem Spiel. Wir fordern die Geschäftsführung dazu auf, sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigten zu finden. Zudem haben wir seitens der Gewerkschaft kein Verständnis für eine Filialschließung, wenn wir uns vor Augen führen, dass MediaMarkt/Saturn nach wie vor Milliarden Euro Umsatz macht. Es geht immer mehr um Gewinnmaximierung auf Kosten der Beschäftigten. Das verurteilen wir.“

Expert sucht neues Personal

Während der eine Elektronik-Händler geht, kommt wie oben erwähnt der Mitbewerber. Und da Expert in der Mainau künftig über 1450 Quadratmeter Verkaufsfläche statt wie bislang 1000 Quadratmeter zur Verfügung stehen hat, sucht das Unternehmen laut Medienberichten neues Personal. Vielleicht ist dies ja die Chance für einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lichtenfelser Media Marktes, hier einen Job zu finden.

Von Steffen Huber

Weitere Artikel