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LICHTENFELS

Frühlingstipps vom Landschaftspflegeverband Lichtenfels

Frühlingstipps vom Landschaftspflegeverband Lichtenfels
Die Mainaue im Frühling. Foto: Miriam Völkel

Im vielversprechenden Sonnenschein wurden vom Landschaftspflegeverband des Landkreises die letzten winterlichen Pflegearbeiten ausgeführt. Hecken wurden auf Stock gesetzt, Kopfweiden in Form gebracht und Entbuschungen durchgeführt. Dem regen Treiben der Motorsägen und Seilwinden schließt sich die Natur an, denn die ersten Frühjahrsblüher, wie die Märzenbecher, kündigen den Frühling an.

Frühlingstipps vom Landschaftspflegeverband Lichtenfels
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Neben der Hasel beginnen auch die Weiden zu blühen, Kirschen und Birken treiben ihre Blätter. Und das Gezwitscher der Vögel ist auch kaum zu überhören. Die Sonnenstrahlen und die wärmere Luft erfreuen uns, locken uns in die Natur und laden ein, zuzuhören und genau hinzuschauen. Sehnsüchtig strecken wir unsere Nasen den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen und erwecken Fahrrad, Inliner und Joggingschuhe aus dem Winterschlaf. Nichts wie raus! Nur was tun, wenn alle denselben Gedanken hatten?

Besondere Rücksichtnahme aufeinander tut jetzt Mensch und Natur besonders gut!

• Probieren Sie neue Routen (zu finden beispielsweise auf www.obermain-jura.de und entdecken Sie einen neuen Aspekt des vielfältigen Landkreises. Vielleicht treffen Sie den Wanderschäfer mit seinen Tieren?

• Lauschen Sie dem Vogelkonzert bei einer ausgedehnten Morgenwanderung. • Wenn es beim Mountainbiken und Radfahren der Wind in den Ohren brausen soll, sollte niemand im Wege stehen und Naturschutzgebiete verschont bleiben.

Hunde wegen der Wiesenbrüter an die Leine

Auch die Beziehung mit den treuen Gefährten auf vier Pfoten kann gestärkt werden. Nutzen Sie die Zeit an der Leine in der Mainaue zum gegenseitigen Zuhören und aufeinander achten, neue Kommandos erlernen und einem gemeinsamen Spaziergang.

Frühlingstipps vom Landschaftspflegeverband Lichtenfels
Märzenbecher am Staffelberg. Foto: Miriam Völkel

Um den in der Mainaue selten gewordenen Wiesenbrütern, wie Kiebitz, Rebhuhn und Braunkehlchen, eine entspannte Brutzeit von Anfang März bis Ende August zu ermöglichen, bleiben Sie bitte auf den Wegen und führen Ihren Hund an der Leine. Denn oft unbemerkt von Mensch und Hund fliegen die störungsempfindlichen Vögel auf, sodass das Gelege auskühlt oder Fressfeinden zum Opfer fällt. Die Vogelschutzgebiete „Täler von Oberem Main“ und „Unterer Rodach und Steinach“ erkennen Sie durch Hinweisschilder oder können Sie unter www.geoportal.landkreis-lichtenfels.de einsehen.

Der März ist die Wanderzeit der Amphibien

Aber nicht nur uns Menschen zieht es zum Wandern hinaus, auch die Amphibien machen sich Mitte März auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dort sind sie selbst als Kaulquappe geschwommen und zu Fröschen herangewachsen. Nun zieht es sie Jahr für Jahr wieder dorthin. Dabei sind Straßen, Wege und Mauern zu überwinden. Mit Unterstützung ehrenamtlicher Hände wird den Fröschen und Molchen auf Wanderschaft geholfen, diese Barrieren sicher zu queren. In den dämmrigen Morgen- und Abendstunden Ende März tragen die Ehrenamtlichen Erdkröten, Wasser- und Laubfrösche sowie Teichmolche Richtung Laichgewässer. Sollten Sie Interesse haben, eines der Teams im Landkreis Lichtenfels zu unterstützen, melden Sie sich gern bei der Kreisgruppe Lichtenfels des Bund Naturschutzes (Tel. 09571-2586, E-Mail: lichtenfels@bund-naturschutz.de).

Heimische Arten- und Insektenvielfalt fördern

Ebenfalls tatkräftig werden in den kommenden Monaten, durch die Bauhöfe im Landkreis, Grasstreifen entlang von Radwegen und kleine, ungenutzte Grünflächen in ein artenreiches, insektenförderndes Blütenmeer verwandelt. Langfristig sollen regionale Saatmischungen und veränderte Schnitthäufigkeiten Wildbienen und Schmetterlingen ein abwechslungsreiches Zuhause bieten. In der Initiative „Natürlich Bayern – insektenreiche Lebensräume“ des Deutschen Verbands für Landschaftspflege engagieren sich die bayerischen Landschaftspflegeverbände für mehr Insektenvielfalt in den bayerischen Kommunen. Natürlich Bayern wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert und ist Teil des Blühpakts Bayern.

Von der Auenlandschaft mit Wiesenbrütern im Maintal direkt hoch zur Felsvegetation und dem Kalkmagerrasen auf dem Staffelberg bis hinüber in die Wachholderhänge mit dem Apollofalter bei Weismain. Die Natura 2000-Gebiete im Landkreis haben viel zu bieten und stehen seit 2018 im Fokus der Gebietsbetreuung Obermain-Jura. Im November 2020 hat sich Rebekka Mayer vom Landkreis verabschiedet und die Betreuung der Natura 2000-Gebiete an Miriam Völkel übergeben, die sich nun dem „Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.“ widmet.

 

Von Miriam Völkel

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