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HAMMER

Es blüht und brummt bei Hammer

Aus der geballten Blütenpracht der ein- und mehrjährigen Pflanzen ragen heuer die Sonnenblumen besonders hervor. Foto: Monika Schütz

Der Startschuss am Montag, 27. April, 14 Uhr erfolgte ohne Zuschauer. Ludwig Weiß kann sich deswegen noch genau daran erinnern, weil an diesem Tag eigentlich eine Kinderschar aus Schulen und Kindergärten mit dabei sein wollte, wenn der Rotary Club Obermain sein Naturprojekt starten würde. Wegen Corona ging das nicht. So konnte an diesem Tag niemand zusehen, wie die Landwirte der Familie Holl auf einem 1,3 Hektar großen Stück Ackerland in der Nähe des Clubhauses der Wild Horses eine Mischung aus 43 Sorten Wild- und Kulturpflanzen aussäten. Die Fläche hatten Simon und sein Vater Bruno zur Verfügung gestellt.

Sie werden sich in den nächsten fünf Jahren um die neue Blumenwiese kümmern. Und die Familie Holl war kürzlich auch mit dabei, als der Rotary Club seine Mitglieder, Freunde und Gäste einlud, und das Projekt vorstellte. Nicht nur eine Wiese blühen lassen - auch das Aufstellen eines Bienenhauses mit derzeit fünf Völkern und das Anbringen von Info-Tafel gehört zum Vorhaben. „Wir möchten, dass die junge Generation für die Umwelt sensibilisiert wird. Wir möchten einen Zugang zur Bildung nachhaltiger Entwicklung anbieten“, begrüßte Ludwig Weiß auch Kerstin Schmidt von der Umweltstation Weismain vor Ort.

Die Bedeutung der Blühflächen

Die Bienen selbst wurden erst vor wenigen Tagen gebracht. Für die richtige Platzierung und wertvolle fachliche Information beim Aufstellen sorgte Imker Stefan Ruppenstein, Vorsitzender vom Imkerkreisverband Lichtenfels. In einem interessanten Vortrag erläuterte er die Bedeutung der Blühflächen für Honigsammler, das Entstehen von Honig und gab Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes.

Der Bienestock mit seinen fünf Einflugöffnungen. Foto: Monika Schütz

Die Zuhörer erfuhren von den unglaublichen Flugleistungen einer Biene beim Pollensammeln, von ihrer Cleverness, wenn sie mit Baumharz ihre Waben sozusagen desinfizieren und sie hörten, dass beim Honig die Sortenreinheit nicht gleich Sortenreinheit bedeuten muss. Die hängt nämlich allein von der Blütezeit der Pflanzen ab. Bemerkenswert: die Start-Umgebungs Temperatur von Bienen im Vergleich zu Hummeln. „Hummeln fliegen bei acht Grad raus, da macht die Biene noch keinen Rucker. Sie braucht schon 12 Grad“, erklärte Imker Ruppenstein.

In Kürze sollen hier noch ein Schau-Bienenstand und verschiedene Informationspunkte aufgestellt werden, die alles rund um das Thema „Bienen und Honig“ erläutern. Die Bienenvölker selbst werden von erfahrenen Imkern und Jungimkern betreut. „Jedes Tier braucht Pflege, auch Bienen„, so Ruppenstein. Schöne Geste: Kerstin Schmidt und ihr Mann Helmut zeigten an der Hinteröffnung des Bienenhauses, wie die fleißigen Pollensammler in der Abendsonne zurückkehren zum Stock.

 

Von Monika Schütz

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