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LICHTENFELS

Ernteschock für das Wild

Wenn die Felder abgeerntet sind, müssen Wildtiere binnen kürzester Zeit mit dieser Situation fertigwerden. Sie nehmen deshalb in dieser Jahreszeit weite Wege bei der Suche nach neuen Nahrungsquellen auf sich. Foto: Dieter Radziej

Das Nahrungsangebot für die Wildtiere wird nun wieder knapper, denn mit der Ernte wird ihnen binnen kürzester Zeit ein Teil der Nahrung und damit auch der Deckung entzogen.

Wenn die Erntezeit in vollem Gange ist, ändert sich abrupt der Lebensraum für die Hasen, die Rehe, den Fasan und die Rebhühner, denn auf einen Schlag sind die Felder leer geräumt. Dort wo es Äsung in Hülle und Fülle gab, sind jetzt nur noch Stoppeln zu sehen und wenn dann diese Stoppeläcker nach der Ernte gegrubbert werden, verschwinden die letzte Körner unter der Erde. Nachdem dies häufig in kürzester Zeit geschieht, muss sich das Wild erst wieder langsam an diese Situation gewöhnen, die Jäger sprechen auch vom Ernteschock.

Als hilfreich erweist es sich dabei immer, wenn Jäger und Landwirte sich gemeinsam für die Anlage und Pflege von Hecken und Feldgehölzen entscheiden, denn diese können das ganze Jahr hindurch auch einen Lebensraum für viele Insekten, Reptilien und Vögel bieten. Mit dem Zwischenfruchtanbau, wie Lupinen, Ackersenf oder dem Klee, sowie Stilllegungsflächen, Blumen- und Blühflächen kann ebenfalls ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet werden, dass der Ernteschock etwas abgemildert wird.

Dies ist auch besonders wichtig, da sich das wild nun nach der zu Ende gehenden Paarungszeit nun Fettreserven für die kältere Jahreszeit zulegen muss. Für die Entwicklung der Rehkitze, die bis in den September hinein gesäugt werden, ist eine gehaltvolle Nahrung der Muttertiere ebenso wichtig. Sind die Felder leer, bleibt den Tieren nichts anders übrig, als nach neuen Futterplätzen zu suchen und sie müssen dann meist weite Wege in Kauf nehmen. Dabei überqueren sie zwangsläufig die Straßen und deshalb sollten gerade Autofahrer in der jetzigen Zeit wieder verstärkt aufpassen, warnt der Jagdschutz- und Jägerverein von Lichtenfels.

Von Dieter Radziej

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