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LICHTENFELS

Engstelle in der Krößwehrstraße sorgt für Probleme

Engstelle in der Krößwehrstraße sorgt für Probleme
Erwin Hemmer wird oft beleidigt, wenn er seiner schwerbehinderten Frau Monika ins Auto hilft und dafür für ein paar Minuten den Verkehrsfluss in der Krößwehrstraße unterbrechen muss. Foto: Corinna Tübel

Die Krößwehrstraße im Stadtteil Oberwallenstadt erscheint zwar in neuem Glanz, dafür aber auch mit Tücken. Bei hohem Verkehrsaufkommen kommt es dort zu Wartezeiten, Sachbeschädigung und Beschimpfungen, wenn Erwin Hemmer seine schwerbehinderte Frau in das Auto vor seinem Haus einladen muss. Die Stadt Lichtenfels bittet die anderen Verkehrsteilnehmer um mehr Verständnis.

In den frühen Morgenstunden glänzt die Krößwehrstraße sauber und leer. Am Wochenende passieren aber wohl rund 1000 Menschen diese Straße, explizit die Engstelle vor dem Haus Nummer 24, auf dem Weg zum Ortswiesensee, dem Campingplatz oder den Sportanlagen.

„Die Autos versuchen, irgendwie vorbeizukommen, fahren auf den Kies oder die Bepflanzung. Einmal wurde mir schon mein Außenspiegel weggefahren.“
Erwin Hemmer, Anwohner aus der Krößwehrstraße
Engstelle in der Krößwehrstraße sorgt für Probleme
Noch liegt die sanierte Krößwehrstraße spärlich befahren in den Morgenstunden. Am Wochenende und zu späterer Zeit passieren aber rund 1000 Fahrzeuge die Straße.

Der 82-jährige Erwin Hemmer muss aber seine schwerbehinderte Frau Monika mindestens einmal am Tag, oft aber auch mehrmals, mit dem Auto zur Dialyse oder zu Arztterminen befördern. Dieses parkt er vor seinem Anwesen, die Beifahrertür muss weit geöffnet werden, damit er sie von der Hausschwelle bis zum Wagen stützen und ihr behilflich sein kann. Damit blockiert er die Straße zwischen zwei und drei Minuten.

Auf die andere Seite des Wagens stellt er eine eigens gefertigte Absperrung – als eigenmächtige Handlung zwar gesetzeswidrig, jedoch weiß er sich nicht mehr anders zu helfen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich andere Verkehrsteilnehmer auf der an ihrer engsten Stelle 3,70 Meter breiten Straße vorbeischieben wollen. „Die Autos versuchen, irgendwie vorbeizukommen, fahren auf den Kies oder die Bepflanzung. Einmal wurde mir schon mein Außenspiegel weggefahren“, berichtet Erwin Hemmer. Die Folge sind Unverständnis und Beleidigungen seitens der anderen Verkehrsteilnehmer.

Engstelle in der Krößwehrstraße sorgt für Probleme
Der Weg zum Auto dauert für Erwin und Monika Hemmer etwas länger. Foto: Corinna Tübel

Dem Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, Erich Günther, und Verkehrssachbearbeiter Michael Lang ist die Lage dort bekannt: „Es ist eine ganz verzwickte Situation“, gibt Günther zu. An der besagten Stelle dürfe man prinzipiell nicht halten. Er versteht aber auch, dass Erwin Hemmer seiner Frau ins Auto helfen muss.

Die Polizei Lichtenfels kümmere sich zumindest vor allem seit der vergangenen Woche verstärkt um das erhöhte Verkehrsaufkommen in Oberwallenstadt – durch mehr Kontrollen und entsprechende Verwarnungen etwa von Falschparkern. Die Stadt Lichtenfels habe ebenso schnell in Form von zusätzlichen Parkplätzen oder einem Security-Dienst auf die vermehrten Corona-Sommergäste am See reagiert.

Abgesenkter Bordstein für das Ehepaar Hemmer

Auch der Stadt Lichtenfels ist die Situation des Ehepaars aus Gesprächen bekannt. Daraus resultierte unter anderem ein abgesenkter Bordstein an der entsprechenden Stelle, damit Erwin Hemmer seiner Frau leichter ins Auto helfen kann.

Als auf der anderen Straßenseite die Bepflanzung und der Kies eingefasst wurden, habe Erwin Hemmer die Stadt Lichtenfels auf seine Situation aufmerksam gemacht. Für ihn bestünde eine Lösung darin, dieses kleine Areal zu entfernen; die Straße würde breiter, und die Lage könnte sich entspannen. Seine Situation sei durch die Straßensanierung eher schlecher geworden.

Pflanzbeet soll für Verkehrsberuhigung sorgen

Engstelle in der Krößwehrstraße sorgt für Probleme
Andere Autofahrer können die Hemmers nur um Geduld und Verständnis bitten. Foto: Corinna Tübel

Betreffendes Planzbeet sei jedoch für die Verkehrsberuhigung in der Straße nötig. „Wenn das weg wäre, würden die Autos wieder von oben bis unten durchschießen, und wir hätten nichts gewonnen. Auch verschieben können wir es aus verkehrstechnischen Gründen nicht“, bedauert Sebastian Müller, Pressesprecher der Stadt Lichtenfels. „Wir haben keine andere Chance, als an die Rücksicht und das Verständnis der Verkehrsteilnehmer zu appellieren.“

Auch Radfahrer würden mit teils stark überhöhter Geschwindigkeit auf dem Gehweg an den Anwesen in der Krößwehrstraße „vorbeischießen“: „Man hat Angst, einfach so aus der Haustür rauszugehen“, berichtet Erwin Hemmer.

Beruhigt sich die Situation nach dem Sommer, wenn der Verkehr in Oberwallenstadt wieder nachlässt, oder bringen Schnee und Eis eventuell neue Herausforderungen mit sich?

Von Corinna Tübel

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