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BURGKUNSTADT

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Vor 25 Jahren: Lichtenfelser Säumarkt-Brunnen vorgestellt

Heinrich Schreiber (links), akademischer Bildhauer aus Kronach, setzt sich mit seinem Entwurf eines Säumarkt-Brunnens (rechts das Modell im Maßstab 1:10) für Lichtenfels im Wettbewerb gegen sieben Mitbewerber durch. Foto: Repros: Sabine Stenzel

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

15 Tage Urlaub am schönen Obermain in Staffelstein: Den machte ein 67-jähriger Berliner im Mai 1996 zusammen mit seiner Ehefrau. Die 1050 Mark für seine angemietete Ferienwohnung zahlte er mit einem umgedeckten Scheck. Damit begann der „klassische“ Alptraum in der Tourismusbranche für die 42-jährige Vermieterin: Zahlungsaufforderungen, Mahnungen, Ausreden, Vertröstungen, Schuldzuweisungen an die Bank. Nach 15 Monaten schließlich erstattet sie Anzeige wegen Betrugs gegen den Mietpreller und sieht ihn und das ihr zustehende Geld beim Lichtenfelser Strafrichter wieder.

Zerknirscht und reuig übergibt ihr der Mann im Gerichtssaal die 1050 Mark in bar, kommt aber dennoch um eine Verurteilung zu einer Geldstrafe (660 Mark) nicht mehr herum. Denn der Betrug war ihm strafrechtlich klar nachzuweisen: Obwohl er bereits den Offenbarungseid geleistet hatte und sein Konto die nötige Deckung nicht aufwies, wurde der Urlaub in Staffelstein gebucht und beansprucht. Dass der mehrfach vorbestrafte Rentner per Hinhaltetaktik die Begleichung der Rechnung verschleppen würde, hatte er da schon in Kauf genommen.

Uralte „Rannen“ gefunden

Geologie meets Industriezeitalter: Der Kiesabbau bei Trieb fördert im August 1997 etliche monumentale Baumstämme zu Tage, sogenannte „Rannen“. Das sind mächtige fossile Bäume, die der Urmain einst mitgerissen und im Lauf der Jahrtausende einsedimentiert hat. Durch den Einfluss von Kies und Wasser ist das Holz gedunkelt, leicht inkohlt und so hart, dass es mit der Säge kaum zu bearbeiten ist. Laut Radiocarbon-Datierung können die Rannen in den Auen des Mains aus einem Zeitraum von etwa 8000 Jahren vor Christus bis 250 Jahre nach Christus stammen.

Wie der Säumarkt-Brunnen in der frisch sanierten Lichtenfelser Fußgängerzone aussehen wird, steht seit 20. August 1997 fest: Da tagt die städtische Wettbewerbs-Jury und entscheidet sich für den Entwurf des Bildhauers Heinrich Schreiber (61). Wie der Kronacher in der entsprechenden Pressekonferenz erklärt, „zeigt die rund zwei Meter große Brunnenfigur eine Szene auf dem Säumarkt. Eine Frau verkauft ein Schweinchen, das sich in einem Korb befindet, an einen Bauern. Der Bauer seinerseits greift unauffällig, aber prüfend ein hinteres Häckschen, um die Lebenskraft des Ferkels zu spüren. Per Handschlag wird der Handel perfekt gemacht. Das Wasser sprudelt aus dem Stein, der in einer gepflasterten Suhle steht. Um die Suhle herum sind drei lebensgroße Schweine gruppiert, die sich auch als Spiel- und Sitzgelegenheit anbieten.“

Kosten für den Brunnen: 35.000 Mark

Wie das OT berichtet, wünscht sich die Jury (bestehend unter anderem aus dem Stadtgestaltungsausschuss und dem Bürgermeister) jedoch statt Muschelkalk lieber Kleinziegenfelder Dolomit als Material. Denn er weise eine schönere Farbigkeit auf und gelte als haltbarer, erläutert Erster Bürgermeister Winfred Bogdahn. Ein Bürgerbrunnen mit Charakter, der ins gesamte Ensemble passt und auch finanziell in den Rahmen nicht sprengt, freut man sich. 35.000 Mark (ohne Technik) sind veranschlagt. Bereits im Frühjahr bis Frühsommer soll der Brunnen aufgestellt sein.

Ende der 1960er-Jahre waren Flachdächer modern. 30 Jahre später zeigen sie längst ihre Schwächen, zum Beispiel an der Staffelsteiner Adam-Riese-Schule. Das Dach ist undicht, seit Jahren nehmen die Schadstellen zu. Nun wird das Dach nicht (nur) erneuert, es wird ein Satteldach auf den hohen Alttrakt aufgelegt. Der erste Bauabschnitt ist mit 400.000 Mark veranschlagt, zwei weitere folgen. Eine Fassaden-Neugestaltung ist mit dabei.

Namensgeber Marc Oechler (2. v. li.) streift sich bei der Gründungsfeier des FCN-Fanclubs Weismain sein persönliches Fanclub-Trikot sogleich über. Mit im Bild: Bernd Plomberger (li.), der Fanbeauftragte des FC Nürnberg, 2. Fanclub-Vorsitzender Christian Klepp und Bürgermeister Peter Riedel. Foto: Repro: Stefan Lutter

Sein erstes Ehrenmitglied und gleich noch ein zweites ernennt der Oechler-FCN-Fanclub Weismain bereits anlässlich seiner offiziellen Gründungsfeier am 16. August 1997 auf der Heinrichshöhe: Namensgeber und Club-Legende Marc Oechler (29) und Bürgermeister Peter Riedel sind die Glücklichen. Dem anwesenden Oechler schenkte man ein Fanclubshirt mit seinem Namen, das er sofort überstreifen „durfte“. Der FCN-Fanclubbeauftragte Bernd Promberger überreicht die offizielle Urkunde des 1. FC Nürnberg und lädt eine Delegation der Weismainer Fans ein, ins Frankenstadion und aufs Trainingsgelände ein.

„Kraft für große Aufgaben“

Schwester Regitta Michel, die Leiterin des Sankt-Josefsheims in Burgkunstadt wird wenige Tage vor ihrer Abberufung nach Dillingen (als Provinzialoberin der Franziskanerinnen) mit der Silbernen Bürgermedaille der Stadt Burgkunstadt ausgezeichnet. Bürgermeister Heinz Petterich lobt sie in der Laudatio für ihr umsichtiges, engagiertes und selbstloses Wirken: „Damit sind sie für uns alle ein lebendiger Beweis dafür, dass in der Zurücknahme der eigenen Person die Kraft für große Aufgaben liegt.“ In den Jahren unter ihrer Leitung habe sich das Josefsheim zum zweitgrößten Arbeitgeber der Stadt entwickelt. Nachfolgerin in dieser Position wird Maria Bauer.

Zwei Deutsche Vizemeister-Titel

Silberne Bürgermedaille der Stadt Burgkunstadt verliehen: (v. li.) Maria Bauer, die neue Leiterin des Josefsheims, Ulrita Pirk, Leiterin der Dillinger Franziskanerinnen, Konventoberin Brunhilde Tischner, die Geehrte Schwester Regitta Michel, Bürgermeister Heinz Petterich und Schwester Oswina Wittmann. Foto: Repro: Ramming

Sportschütze Stefan Pabstmann (14) von der SSG Lichtenfels holt bei der Deutschen Meisterschaft zwei Silbermedaillen: in den Disziplinen „freie Pistole“ und „Lupi-Schnellfeuer“, jeweils mit persönlicher Bestleistung.

 

Bearbeitet von Gabriele Kriese

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