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LICHTENFELS

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Die Queen, Diebe und Brandstifter

Die englische Queen (links) besucht den District Kyle and Carrick, in dem die Lichtenfelser Partnerstadt Prestwick liegt, für die Verleihung einer Auszeichnung und lobt dabei explizit die Partnerschaft zwischen Prestwick und Lichtenfels. Mit im Bild: (Mitte) Provost Gibson Macdonald (62). Foto: Repro: OT

Rund 1000 Hard-Rock- und Metal-Fans kommen am 8. Oktober 1995 in der Lichtenfelser Stadthalle voll auf ihre Kosten: „Black Sabbath“ und „Tiamat“. Letztere legt als Vorgruppe eine solch überzeugende Show hin, dass „selbst eingefleischte Sabbath-Fans“ nicht genug davon bekommen können und Zugaben einfordern. Dass sie aber nicht zu Unrecht dem Hauptact des Konzerts hörig sind, dafür belohnen Tony Iommi, Neil Murray und Tony Martin, das Kern-Trio dieser Sabbath-Phase, ihre Anhänger mit musikalischen Höchstleistungen, Klassikern und Songs vom neuen Album „Forbidden“: „Es passte einfach alles zusammen“, schwärmt der OT-Reporter in den höchsten Tönen.

Einbrecher erleidet Schnittverletzungen

Stark blutende Schnittverletzungen erleidet ein Einbrecher, der in der Nacht zum 8. Oktober 1995 die Scheibe eines Elektrogeschäfts in der Burgkunstadter Auwiese einschlägt und aus dem Schaufenster drei Telefone, einen CD-Player und einen Kassettenrekorder entwendet. Die Blutspur des Unbekannten kann bis zum Mühlbach verfolgt werden, wo das Diebesgut gefunden wird. Die Spur verliert sich schließlich am FCB-Vereinsheim.

Als die englische Queen Elisabeth das Wort „Lichtenfels“ in den Mund nahm: Genau dazu soll es im Oktober 1995 im Rathaus von Ayr (Schottland) gekommen sein, als die 69-Jährige den District Kyle and Carrick für herausragende Verdienste um die Städtepartnerschaften in Europa mit der „Flag of honour“ auszeichnete. „Äußerst lobend“ soll sie dabei explizit die Partnerschaft zwischen Prestwick und Lichtenfels hervorgehoben haben, berichtet das OT mit einem Foto der Queen und Provost Gibson Macdonald (62).

BBV-Obmann Georg Knorr bekommt durch Staatssekretärin Marianne Deml anlässlich des Kreiserntedankfests in Neudorf (Weismain) die Staatsmedaille in Silber des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums verliehen: in Anerkennung seines langjährigen Engagements unter anderem im Mainrother Gemeinderat, als Feldgeschworener, im Maschinenring, bei der Raiffeisen-Genossenschaft, Naturschutzwacht, Jagdgenossenschaft, Viehvermarktungs- und Zuchtgenossenschaft sowie bei den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

19 Zeugen und drei Sachverständige

19 Zeugen und drei Sachverständige werden im Prozess gegen zwei Männer (43 und 29) gehört, die am Ende von der Ersten Großen Strafkammer am Coburger Landgericht zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt werden. Die beiden Türken hatten im Herbst 1994 das Gebäude des türkisch-islamischen Kulturvereins in Redwitz in Brand gesteckt, wobei Ober- und Dachgeschoss komplett ausbrannten. Angesichts der Schadenshöhe von immensen 350 000 Mark klingt das Motiv noch hanebüchener: Ein Vertragsdokument im Büro des Vereins sollte vernichtet werden – ohne Rücksicht auf Verluste, gesteht der jüngere der beiden.

Auf Liste der bedrohten Arten

„Black Sabbath” rockt schon längst ohne Ozzy Osbourne: (von links) Neil Murray, Tony Martin und Tony Iommi begeistern 1000 Fans in der Lichtenfelser Stadthalle. Foto: Repros: dw

Die Kreuzotter steht auf der Liste der bedrohten Arten und genießt Schutzstatus in Deutschland. Im Landkreis Lichtenfels jedoch werden in jüngerer Zeit immer wieder vorsätzlich getötete und zerstückelte Tiere gefunden: vom Dornigberg, von der Hühnerleite, bei Kaider und zuletzt bei Loffeld. Die Polizei und die Naturschutzbehörde warnt nun öffentlich: Übergriffe auf Kreuzottern werden – gemäß Bundesartenschutzgesetz – mit Geldbußen von bis zu 50 000 Mark belegt.

Sechs Monate Haft auf Bewährung lautet das Strafmaß, das das Lichtenfelser Schöffengericht gegen eine 45-Jährige verhängt, die als Leiterin einer Behindertenwohngruppe Monate lang Geld unterschlagen hat: Insgesamt 15 000 Mark wanderten die Taschen der verschuldeten Frau. Ihren Job ist sie natürlich los, und 1200 Mark Geldauflage muss sie zusätzlich berappen.

Von Gabi Kriese

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