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Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Das schwedische Quintett „Rednex” um Sängerin Annika „Mary Joe” Ljungberg (rechts) heizt in der Lichtenfelser Stadthalle 1700 Fans ein. Foto: Repros: Till Mayer

In Ebensfeld wird der neue katholische Pfarrer Rudolf Scharf in sein Amt eingeführt. Ihm wird auch die Pfarrei Döringstadt und die Kuratie Eggenbach anvertraut. Die Freude und das Interesse der Gläubigen ist sehr groß – die Kirche kann die Menschen gar nicht alle fassen.

Vier Jahre und drei Monate Haft lautet das Urteil gegen einen 31-jährigen Großdealer aus dem Landkreis Lichtenfels: Und damit lässt ihn die Erste Große Strafkammer am Landgericht Coburg noch gnädig davonkommen und honoriert sein umfassendes Geständnis und die Kooperation bei den Ermittlungen gegen seine Hintermänner. Kiloweise eingekauft, teils selbst konsumiert und gestreckt weiterverkauft hat er Haschisch und Kokain. Selbst nach einer einschlägigen Verurteilung und einer abgesessenen Haftstrafe machte er munter weiter. Das neue Urteil akzeptiert er sofort und willigt auch in eine Entzugstherapie ein.

2000 Mark für den dritten Bauabschnitt

Die Band „Pump” (Lichtenfels-Coburg) begeistert beim Benefizkonzert von sechs Bands aus der Region, die zu Gunsten des Jugendhauses „am Knock” sechs Stunden lang in Schney spielen. Foto: Repro: Stephan Stöckel

200 Besucher erleben am 2. September 1995 hinter der katholischen Kirche Schney ein Open-Air-Benefizkonzert zu Gunsten des Jugendhauses „am Knock“ in Teuschnitz – organisiert von der Deutschen Katholischen Jugend und der Bezirkskolpingjugend Obermain. Insgesamt sechs Stunden lang spielen „Pump“, „Dry Weave“, „Blastic Pernod“, „Nice Boys against Silicon Tits“, „Dicht“ und „Schinderhannes“ ohne Gage. Am Ende kommen 2000 Mark für den dritten Bauabschnitt des Jugendhauses der Erzdiözese Bamberg zusammen.

Harald Koch von der Burgkunstadter Segelfluggruppe Kordigast holt die bei den „Bavarian Open“ den Bayerischen Meistertitel in der Klasse F3B/E mit 3961 Punkten und beerbt damit den Vorjahressieger Heiko Koch, seinen Sohn, der diesmal mit 3959 Punkten „nur“ Zweiter wird.

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu ist Ehrengast bei der offiziellen Eröffnung des Innovationszentrums für das Deutsche Flechthandwerk am 7. September in Lichtenfels. Bundesinnungsmeister Kurt Schütz erinnert an den Spatenstich vor zwei Jahren und erläutert die Hürden und den Werdegang von der Idee bis zur Fertigstellung des Drei-Millionen-Mark-Projekts. Durch Forschung und Entwicklung gelte es nun, das Centrum so intensiv wie möglich zu nutzen und auszubeuten, damit sich „das alte Kulturhandwerk zu neuer Blüte entwickelt“, so Otto Schuhmann als 2. Vorsitzender des Trägervereins: „Die Arbeit für unser Flechthandwrk geht jetzt erst richtig los.“

Offizielle Eröffnung: Der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu wird von Bundesinnungsmeister Kurt Schütz (rechts) durch das neue Innovationszentrum für das Deutsche Flechthandwerk geführt. Foto: Repro: Heidi Bauer

Flechtmeister Klaus Jacob und Schreinermeister Manfred Janson sind die ausführenden Triebfedern im Innovationszentrum: Mittelstand, Handwerk und (Möbel-)Produzenten sowie Korbfachschule mögen sich mit diesem Forschungsangebot auf neue Wege begeben, Nischen und Möglichkeiten ausloten, um zukunftsorientiert am Markt zu bestehen: „Wir müssen gemeinsam wieder unsere Köpfe nutzen, unseren Willen dokumentieren, um nicht alles kampflos den Importeuren zu überlassen“, so Kurt Schütz.

Nichts für müde Geister

Er ist schnell und grell, der Techno-Countrystyle der Chartstürmer „Rednex“, die am 6. September 1700 Fans in die Lichtenfelser Stadthalle locken. „Cotton Eye Joe“ singen alle Kehlen den Hit des schwedischen Quintetts mit. Sie kommen voll auf ihre Kosten: „Die Show ist nichts für müde Geister“, schwärmt OT-Reporter Till Mayer, moniert lediglich, dass es gerade mal zu einer einstündigen Konzertlänge reicht. Da habe ja die hervorragende Vorgruppe „Number Nine“ länger gespielt.

Von Gabi Kriese

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