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Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Bundesverdienstkreuz für Michelauerin Lisette Gick

Sechs Bands präsentieren sich bei der zweiten Auflage von „Rock im Wald” in Neuensee: „Dry Weave” und „Schinderhannes” performen sogar einige Songs zusammen. Foto: Stephan Stöckel

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Die zweite Auflage des Festivals „Rock im Wald“ am VfB-Sportplatz in Neuensee wird – nach der Regenschlacht bei der Premiere im Vorjahr – zum vollen Erfolg:

Zwei Landkreisbürger bekommen das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen: Max Goller (3. v. li.) und Lisette Gick (3. v. re.). Ihnen gratulieren: (v. li.) Regierungspräsident Erich Haniel, Weismains Bürgermeister Peter Riedel, Landrat Reinhard Leutner, MdL Walter Grossmann und Staatssekretär Willi Müller. Foto: OT

Zehn Stunden lang heizen die Bands am ersten Juni-Wochenende den 350 Gästen bei bestem Open-air-Wetter ein. Die Burgkunstadter Metalband „One Track Mind“, „Mother Soul Alone“ aus Staffelstein, die „Fainde“ aus Weismain, die Poppunker von „Schinderhannes“, „Dry Weave“ und als Headliner „Nice Boys against Silicon Tits“ „jagten einen Song nach dem anderen durch die Verstärker“, lobt OT-Reporter Stephan Stöckel in den höchsten Tönen: „Nach Jahren der Stagnation blüht und gedeiht die heimische Musikszene. Das gut organisierte Open-Air vor romantischer Kulisse bot alles, was das Herz eines Festivalbesuchers begehrt.“

Zur Diebestour über die Grenze

Nach einer diebischen „Einkaufstour“ durch Coburg und Lichtenfels gehen der Polizei ein 58-jähriger Tscheche und seine zwei Schwiegertöchter ins Netz: Bei gezielten und gewerbsmäßig organisierten Ladendiebstählen hatte das Trio binnen 24 Stunden bereits Dessous im Wert von über 2600 Mark eingesackt. Gefälschte Quittungen hatte man vorgefertigt mitgebracht, um ihre Beute „legal“ über die Grenze heimzubringen. Jetzt klicken erst einmal die Handschellen, denn die beiden Frauen sind bereits einschlägig polizeibekannt.

In Anerkennung ihrer außergewöhnlichen Verdienste bekommen am 7. Juni 1996 Lisette Gick aus Michelau und Max Goller aus Weismain bei einer Feierstunde in Bayreuth durch Staatssekretär Willi Müller das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Goller war 30 Jahre aktiv in der kommunalen Selbstverwaltung aktiv: ab 1966 als Stadtrat und von 1972 bis 1996 als Bürgermeister. Gick hingegen wirkt aufopfernd im Privatbereich, pflegt seit über 40 Jahren ihren kriegsversehrten und schwer behinderten Ehemann und ermöglicht ihm so ein Leben im gewohnten Umfeld.

Bürgermeister Josef Stark löst seine Wettschulden ein

Die Nutznießer freut‘s, den Verlierer nur bedingt: Bürgermeister Josef Stark (Marktzeuln) hatte im August 1995 anlässlich des Spatenstichs für die Sanierung der Horber Ortsdurchfahrt prognostiziert, dass die Arbeiten Ende Mai 1996 beendet sein werden. Die Wette, die er sogar darauf abschloss, verliert er nun und löst seinen Einsatz ein: Ein Hektoliter Bier der Brauerei Gambert wird – zusammen mit Leberkäs und frischen Brötchen – bei einem spontanen kleinen Dorffest ausgeschenkt. „Spätsommer“ lautet die neue Prognose für das Ende der Bauarbeiten, diesmal aber ohne Wette.

Da dürfte sich der Einsatz aber gelohnt haben: Ein Landkreisbürger gewinnt 69 308 Mark bei der Ergebniswette Toto. Binnen vier Tagen werden im Landkreis vier Zigarrettenautomaten fachmännisch aufgebrochen und sämtlicher Inhalt gestohlen: in Burg- und Altenkunstadt, in Lichtenfels und Weismain; von den Profidieben fehlt jede Spur.

Die langsamsten Raucher Oberfrankens

Er raucht am langsamsten? Der Michelauer Pfeifenclub richtete die Oberfränkischen Meisterschaften im Wettrauchen aus: Unser Bild zeigt die Einzelsieger mit Urkunden und Pokalen. Foto: Georg Klerner

69 Teilnehmer treffen sich am 1. Juni 1996 im Michelauer Spitzenpfeilsaal, wo der Pfeifenclub die Oberfränkische Meisterschaft im Wettrauchen ausrichtet. Zum Startsignal „Gut Zug“ geht es los mit dem möglichst lang(sam)en Rauchen der acht Zentimeter langen Sumatra-Zigarre „Stadtehre“, bei dem es ab der 71. Minute spannend wird: Nur noch fünf Männer und eine Frau sind im Rennen. Den letzten Zug an der letzten noch qualmenden Zigarre tut Karl-Heinz Slezak aus Marktzeuln (80 Minuten). Vier Minuten vorher hat Robert Kolb aus Michelau ausgeraucht. 75,20 Minuten stehen für Manfred Horcher (Ebing) zu Buche – vor der ersten Frau: Sabine Hümmer (Marktzeuln), die nur fünf Sekunden früher fertig war.

Neues Fahrzeug für die Horber Feuerwehr

Freibier für Horb: Bürgermeister Josef Stark (3. v. re.) verliert eine Wette zur noch immer nicht beendeten Ortsdurchfahrt-Sanierung und spendiert einen Hektoliter Bier plus Leberkäs und frische Brötchen. Foto: Heinrich Ramming

In Horb feiert man die Übergabe des neuen Feuerwehr-Mehrzweckfahrzeugs Florian Horb 44/1. Nachdem das alte (1983 gebraucht angeschafft) nicht mehr repariert werden konnte, war die FFW nicht mehr vollumfänglich einsatzfähig. Also wurde durch die Marktgemeinde ein gebrauchter Mercedes-Rettungswagen für rund 10 000 Mark angeschafft, mit 200 Stunden Eigenleistung umgerüstet (Kosten: gut 8000 Mark) und am 1. Juni 1996 im Rahmen eines kleinen Dorffests in Dienst genommen. Nach dem Umbau des zehn Jahre alten Wagens entspricht er nun den Normen eines Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF), eine Funkanlage muss noch nachgerüstet werden. Zusätzlich hat man sich mit Bindemittel ausgestattet, um bei kleinen Ölunfällen eingreifen zu können.

Kunstturner Matthias Müller vom TV Altenkunstadt verbessert sich bei der deutschen Meisterschaft in Hannover im Vergleich zum Vorjahr um bemerkenswerte elf Plätze: Im Sechskampf landet er mit 48,70 Punkten auf Platz 31 und ist damit zweitbester bayerischer Turner.

 

Von Gabi Kriese

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