aktualisiert:

LICHTENFELS

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Brandstiftung: Produktionshalle brennt aus

Vier Millionen Mark Schaden: Die Produktionshallen des Polstermöbelherstellers Precklein in Hausen brennen am Morgen des 4. Dezember völlig aus. Dass es Brandstiftung war, ist schnell offenkundig. Foto: Gerhard Herrmann

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Seit über einer Woche stehen bereits allerorten die gemeindlichen Weihnachtsbäume, die Adventsbeleuchtung hängt und verbreitet adventliche Stimmung. Das OT berichtet und bebildert auch schon ersten Adventsbasare, -konzerte und -feiern. Am 30. November ist erster Adventssonntag.

In Lichtenfels schnappt die Falle zu: Ein Quartett Trickbetrüger wird in einem Spielsalon in flagranti erwischt, nachdem dessen Betreiber den entscheidenden glaubwürdigen Tipp gegeben hatte und sich Beamte der örtlichen Inspektion dort entsprechend auf die Lauer gelegt haben.

Wie wahrscheinlich seit längerem in ganz Deutschland erfolgreich durchgeführt, manipulierte das eingespielte Team einen Geldwechselautomaten geschickt und schnell, um an das dortige Bargeld zu gelangen. Tausende Mark Bargeld werden allein an diesem Tag der Festnahme im BMW der Männer sichergestellt, dazu Münzgeldbanderolen und später weiteres Beweismaterial in den Wohnungen. Die vier Tatverdächtigen werden in vier verschiedene Justizvollzugsanstalten in Oberfranken gebracht.

Flammen so hoch wie ein Kirchturm

So hoch wie ein Kirchturm lodert in der Nacht zum 4. Dezember 1997 die Flammenglocke laut Aussage eines Feuerwehrmanns: Die Produktionshallen der Polstermöbelfirma Precklein in Hausen brennen komplett aus. Der Schaden wird auf vier Millionen Mark geschätzt. 150 Feuerwehrleute aus 14 Wehren brauchen fast drei Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen, unter anderem weil der Gebäudekomplex schwer zugänglich ist.

1998 soll es in Betrieb gehen: Am 4. Dezember 1997 feiert man Richtfest am Gradierwerk im Staffelsteiner Kurpark. Foto: Christine Schweßinger

Dass es Brandstiftung war, wird schnell klar, als man zwei vorsätzlich gelegte Brandherde entdeckt, die offenbar nicht gezündet haben. Die Kripo nimmt die Ermittlungen auf.

Produktion wird nach Stadel verlegt

Die Firma beschäftigt 180 Mitarbeiter und plant, die Produktion in ihr ehemaliges Werk nach Stadel zu verlegen. Im Januar könnte die Fertigung wieder anlaufen. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Brandstifters führen, setzt die Firma eine Belohnung von 10.000 Mark aus.

Die Einweihung des Kurmittelhauses der Staffelsteiner Obermain-Therme und das Richtfest am Gradierwerk im Kurpark wird am 4. Dezember 1997 gefeiert. Letzteres wird 4,5 Millionen Mark kosten. Mit 3,8 Millionen Mark schlug die Erweiterung des Kurmittelhauses (für unter anderem zwölf Massage- und zwölf Fangoplätze auf 350 Quadratmetern) zu Buche.

In Frankenberg wird das frisch restaurierte Wegkreuz, ein Holzkreuz mit Christuskorpus und Überdachung, von Stadtpfarrer Josef Lauer neu geweiht; errichtet wurde es 1876 von Andreas Klemenz – wohl aus Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr aus dem Krieg.

Die GDBA (Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamter und Arbeiter), Ortsgruppe Lichtenfels, ernennt Rudolf Hanft zum Ehrenvorsitzenden: Er war 14 Jahre stellvertretender und vier Jahre erster Vorsitzender. Josef Hofmann aus Theisau wird vom Geflügelzuchtverein Neuensee zum Ehrenmitglied ernannt.

Uwe Raimann wird Vorsitzender des „Treffpunkt Lichtenfels“

Der nicht mehr kandidierende Eberhard Kutzera wird als Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft „Treffpunkt Lichtenfels“ beerbt von Uwe Raimann; der bisherige stellvertretende Vorsitzende Gerhard Deuerling, der seinen Posten ebenfalls zur Verfügung stellt, wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Hans Raimann übergibt nach 17 Jahren den Vorsitz beim Lichtenfelser Tierschutzverein an Josef Goller und wird postwendend zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Erwin Stübinger und Hans Schilling sind die neuen Ehrenmitglieder bei der Soldatenkameradschaft Marktgraitz. Erich Stephan ist seit 34 Jahren Vereinskassier und wird nun zum Ehrenmitglied der Weismainer Blasmusik ernannt.

Der spätere Profiboxer Arthur Abraham (li.) lebt in seiner Jugend für eine Weile im Landkreis Lichtenfels: Wie das OT hier berichtet, gewinnt der 17-Jährige (unter seinem armenischen Geburtsnamen „Atwetik Abrahamian“) Gold bei der Deutschen Box-Juniorenmeisterschaft, ebenso wie sein Bruder Alexander (re.). Foto: hem

1997 aus Armenien in den Landkreis Lichtenfels eingewandert

Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Boxen holen Alexander (16) und Atwetik Abrahamian (17) ungeschlagen jeweils die Goldmedaille in ihren Klassen. Die Brüder sind 1997 mit ihrer Familie aus Armenien eingewandert und durch ihren Onkel, der in Hochstadt eine Pizzeria führt, am Obermain gelandet; sie leben im Landkreis Lichtenfels und trainieren in Bamberg. Atwetik wird später als Weltmeister und Profiboxer Arthur Abraham bekannt werden.

Oberfränkischer Faustball-Meister der Männer-Klasse 30 wird das Team vom TSV Staffelstein in der Besetzung: Jürgen Jäger, Jürgen und Bernd Donath, Michael Lulei und Stephan Leicht.

 

Bearbeitet von Gabriele Kriese

Weitere Artikel