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Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Bad Staffelstein schließt den „Ring“

Altstadtsanierung in Lichtenfels: Kanal, Gas- und Wasserleitungen werden in der Judengasse (später dann in der Farb- und Ringgasse) komplett erneuert. Foto: Irmin Rutkowski

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Erst musste der Korbmarkt gefeiert werden, dann konnte es los gehen: Als „Jahrhundertwerk“ etikettiert die Stadt Lichtenfels die Altstadtsanierung, die jetzt in der Juden-, Farb- und Ringgasse startet. Es geht um Tiefbau: Alle Wasser- und Gasleitungen sowie Abwasserkanäle werden erneuert. Dabei müssen Baufirma und Arbeiter penibel auf das Stromnetz der EVO und die Telefonkabel aufpassen, um diese nicht zu beschädigen. Und gleichzeitig muss vor dem Kappen der alten Versorgungsleitungen für alle Haushalte ein provisorisches Parallelnetz installiert sein.

Spatenstich für den dritten Abschnitt des Staffelsteiner Frankenrings, der die Verkehrsberuhigung der Innenstadt abrundet: (v. re.) Regierungspräsident Erich Haniel, Staatssekretär Alfred Sauter und Landrat Reinhard Leutner. Foto: ma

Die Vorplanung war lang und aufwändig, unterstreicht Tiefbauamtsleiter Jürgen Graßinger, der gleichzeitig Zeitdruck hat, falls ein früher Wintereinbruch käme. Doch ein Stadtbaumeister in Lichtenfels müsse nun einmal mit der hier gegebenen speziellen „Zeitrechnung“ kalkulieren: In der Innenstadt könne man nur „nach dem Korbmarkt“ losbuddeln – oder weit davor, um rechtzeitig sicher fertig zu werden. OT-Redaktionsleiterin Irmin Rutkowski schließt ihren Bericht vom Auftakt der Bauarbeiten folgendermaßen: „Das Endziel vor Augen – eine verkehrsberuhigte Innenstadt mit mehr Lebensqualität für den Bürger und verbesserten Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum – sollten sich die damit einhergehenden Behinderungen jedoch leichter ertragen lassen. Was die Nachbarstädte Coburg und Bamberg hinter sich gebracht haben, wird doch auch Lichtenfels schaffen!“

Zwei Spatenstiche in Bad Staffelstein

In Staffelstein gibt es im September 1996 gleich zwei symbolische Startschüsse, besser gesagt Spatenstiche: für den dritten Bauabschnitt des Frankenrings und die Staatsstraße 2204 im Norden der Stadt. Deren Fertigstellung schließt den verkehrsentlastenden Ring um die Innenstadt. „Die schlimme Situation in der Innenstadt muss endlich ein Ende haben“, freut sich Bürgermeister Baptist Faulstich auf (s)eine künftig einkaufs- und fußgängerfreundliche City. Während nun irgendwann der massive Durchgangsverkehr der Vergangenheit angehören soll, setzt Ehrengast und Staatssekretär Alfred Sauter sogar noch einen Appell an die Staffelsteiner Bürger drauf: Sie mögen doch selbst auch für Kurzstrecken in die Innenstadt lieber mal ihr Auto in der Garage lassen. Schließlich sei dies ein Beitrag zur Abgasvermeidung und verhindere jene spürbare Luftverschmutzung, die die Bad-Anerkennungsjury erst jüngst bei ihrem Besuch moniert hatte.

Kunstausstellung in Schaufenstern

Auf Initiative von Peter Eberl, dem „Forum Kunst“-Vorsitzenden, hin, stellen vom 21. September bis 19. Oktober 35 Mitglieder der Staffelsteiner Adam-Riese-Werbegemeinschaft rund 100 Exponate namhafter Künstler in ihren Schaufenstern aus. Diese Skulpturen, Grafiken, Gemälde und Objekte können auch käuflich erworben werden. Als Kunstausstellung, die quer über die Stadt verteilt ist, soll oder könnte dieses Experiment zu einer festen Einrichtung werden, um die Menschen zu einem Schaufensterbummel zu animieren und Kunstschaffenden ein Forum zu geben, freuen sich die Beteiligten. Ein Katalog mit Erläuterungen zu Werlen und Künstlern begleitet die Ausstellung.

250 Arbeitsstunden hat der Obst- und Gartenbauverein in die Sanierung des Neudorfer „Holzbrunnens” investiert: (v. li.) Maria Vojer, Hans Graßmann, Kurt Schober, Vorsitzende Ursula Pfister und Helga Zeis. Foto: crs

Oben in Kloster Banz tagt in diesen Tagen die CSU-Landtagsfraktion in Klausur. Am zweiten Tag trifft auch Ministerpräsident Edmund Stoiber ein – natürlich bei großem Presseandrang im Klosterinnenhof.

„Holzbrunnen“ aufwändig saniert

Rund 200 Meter unterhalb von Neudorf (Weismain) liegt in einem Buchenwald der alte, so genannte „Holzbrunnen“: Ihn haben Mitglieder des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins in rund 250 Arbeitsstunden den ganzen Sommer über instand gesetzt und restauriert. Dabei musste das gesamte Sandsteingewölbe, das eingefallen war, ausgebaut und neu eingesetzt werden. Auch ein Jahrhunderte alter Buttenstein hat wieder seinen Platz bekommen und lädt zum Verweilen und zum Schöpfen des erfrischenden Wassers ein. Am 22. September 1996 weiht Pfarrer Meißner den Brunnen ein.

Der Siemens Tennisclub Redwitz ernennt Erich Grund, Siegfried Köppe, Wolfgang Richter und Albert Wiegand zu Ehrenmitgliedern. Beim VdK Buch am Forst übergibt – nach 40 Jahren Mitgliedschaft und 30 Jahren an der Vorstandsspitze – Erich von Hof die Geschicke an Marlene Linke und Hilde Ruß als Vorstandsspitze.

 

Von Gabi Kriese

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