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LICHTENFELS

Der Star - ein begnadeter Stimmenimitator

Auf den Mainwiesen kann man mitunter noch große Mengen an Staren bei ihren Flugmanövern beobachten. Foto: Thomas Neder

Wenn der Star (Sturnus vulgaris) im Frühling wieder an seinen Starenkasten zurückkehrt, den Kopf nach oben richtet und mit den Flügeln schlagend voller Leidenschaft eilig seine Strophen vorträgt, ist der Frühling wirklich da. Etwas kleiner als die Amsel ist vor allem das Männchen im Gegenlicht der Sonne ein echter Blickfang, wenn es sein Prachtkleid trägt. Das Gefieder schimmert dann grünviolett-metallisch. Nach der Mauser tragen die Federn im Schlichtkleid helle Spitzen. Man nennt ihn dann „Perlstar“.

Ein Sonnenbad im Teich. Foto: Thomas Neder

Er ahmt die Stimmen anderer Vogel so täuschend echt nach, dass man meint, Pirol, Amsel, Turmfalke oder Bussard, die er perfekt imitiert, wären in der Nähe. Schnalzende und schnurrende Laute werden geschickt eingeflochten. Unterbrochen werden die einzelnen Strophen immer wieder durch ziehende Pfiffe. Nach einer Sommerpause ertönt dann ab August bis in den Herbst hinein ein etwas leiseres „Abschiedskonzert“.

Bei Kirschen sagt er nicht nein

Auf dem Boden trippelnd sucht er eifrig nach Kleingetier aller Art. Auch Ameisen werden als Proteinquelle gerne aufgepickt. Als Fluchtvogel hat der Star stets etwas Unruhiges und Aufgeregtes an sich. Wenn im Garten süße Früchte und Beeren reifen, kann er nicht nein sagen und holt sich gerne die eine oder andere Kirsche, die auch oft die Jungen verfüttert werden. Das kostet ihm so manchen Sympathiepunkt.

Vom Winterfutter übrig gebliebene Meisenknödel schmecken auch den Staren. Foto: Thomas Neder

An Ganzjahresfütterungen liebt er Weichfutter und vor allem Meisen Knödel, mit denen er gerne seinen immensen Energiebedarf in der Brutzeit teilweise deckt. Im Zeichen des Klimawandels sieht man auch hier im Winter immer öfter Starengruppen an den Futterstellen, die bei uns einen Überwinterungsversuch wagen.

Gerne sucht er im nächsten Jahr wieder seinen alten Starenkasten auf, in dem er eine oder zwei Jahresbruten groß zieht. Mit dem Nestbau nimmt es der Star nicht so genau, man könnte auch sagen, er ist hierbei etwas schlampig. Ein paar schnell herbeigesuchte Halme oder Federn reichen ihm für sein schlichtes Nest mit vier bis sechs Eiern aus. Als Brutplätze werden neben Nistkästen und Baumhöhlen des Buntspechtes auch gerne Nischen unter Dächern aufgesucht.

Nachwuchs schließt sich oft zu Schwärmen zusammen

Wenn die Jungen flügge geworden sind, schließen sie sich gerne zu großen Schwärmen zusammen, die man dann oft auf den Wiesen des Obermains nach Nahrung suchend beobachten kann.

Eine Feder für den Nestbau. Foto: Thomas Neder

Im Sommer ist der Star wie andere unserer Gartenvögel nicht abgeneigt, ein schnelles kühlendes Bad an flachen Stellen des Gartenteichs oder in extra bereit gestellten Vogelbädern zu nehmen.

Richtig große Starenschwärme, die in der Abenddämmerung in ihre oft in dichten Schilfgürteln an Gewässern liegenden Übernachtungsquartiere einfallen, sind zwar auch bei uns selten geworden. Aber bisweilen hat man dennoch Glück und kann deren beeindruckende Flugmanöver beobachten. Der synchrone Formationsflug ohne irgendwelche Zusammenstöße begeistert immer wieder aufs Neue.

 

Von Thomas Neder

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