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LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Wen man so alles im Zug trifft

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um:

„Liebes Corona-Tagebuch, als ich neulich Bahn zu fahren hatte, war da dieser Mann mit seinem Kopfkissen. Warum auch nicht, das war immer noch besser als ein Schlauchboot.

Aber Fragen warf es doch auf. Das Kopfkissen. Es war einfarbig in Richtung beige und raschelte. Im Grunde war es weniger ein Rascheln als vielmehr ein Rasseln.

Der Mann betrachtete sein Kissen mit einer Mischung aus Überforderung und Zweifel, auch bekannt als Versonnenheit. Auf Nachfrage erklärte er mir, er habe es irgendwo hinter Zapfendorf gekauft, und es sei für seine Frau.

Wenn ich es richtig kapiert habe, dann befanden sich in dem Kissen Nüsschen und die seien von kundiger Hand mit Energie aufgeladen worden. Energetisiert also. Er selbst habe auch so eines, weil er sich immer schlapp und abgeschlafft gefühlt habe und den halben Tag verschlief. Eine liebe Freundin riet ihm deswegen, sich doch so ein Kissen zu kaufen und es mit allerlei positiven Energien aufladen zu lassen.

„Das ist gerade so ein Trend“, erklärte mir der Mann und sah sehr wissend aus. „Hilft Ihnen das Kissen, und fühlen Sie sich jetzt besser?“, erkundigte ich mich bei ihm.

„Ja und nein“, antwortete er und das warf wieder Fragen auf. „Sie wirken so munter, die viele Energie hat doch gewiss geholfen“, sagte ich mich zaghaft vortastend.

„Ja schon, aber jetzt habe ich Einschlafschwierigkeiten“, kam von dem Mann zurück. Er sah wirklich sehr versonnen aus.

Offene Jugendarbeit im JUZ Lichtenfels zu Zeiten von Corona
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