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LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Weisheit kennt keine Hautfarbe

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um Blackfacing“.

„Liebes Corona-Tagebuch, er habe es immer komisch gefunden, dieses Mohrenspiel zu Weihnachten. Sagt Uli. Uli ist ein junger Mann, sehr politisch, sehr korrekt und beides zusammen überdies.

,Blackfacing' nennt er und nennt sich nun das, was seit Alters her gängige Praxis bei Sternsingern ist. Nämlich dass sich ein Kind das Gesicht schwarz anmalt, um als Schwarzer zu zeigen, dass ein Schwarzer als Weiser beziehungsweise kluger König in der Heilsgeschichte vorkommt, die von den meisten Weißen geglaubt wird oder geglaubt wurde.

Nein, sagte Uli, so sehe er das aber nicht, denn man würde sich da künstlich eine Kultur und eine Ethnie überstülpen. Dann ging er. Es war ja auch kalt auf dem Marktplatz.

Nur gut, dass er so dick angezogen war. Sonst hätte man noch die Gänsehaut gesehen, die auf seiner Tätowierung am Oberarm entstanden wäre. Einer Tätowierung, wie sie derzeit bei uns in Mode ist und aus der Kultur der Maori stammt. Aus Neuseeland.“

Corona-Tagebuch: Ernüchterung beim Waldspaziergang
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