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LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Geschichten aus unserer Stadt

Markus Häggberg Foto: T. Mayer

Markus Häggberg schreibt für OTverbindet augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um den Literaturnobelpreis.

„Liebes Corona-Tagebuch, der Tag fing schon doof an. Ich stand am Briefkasten, nahm die Zeitung heraus, schlug sie auf und stellte fest: Ich habe den Literaturnobelpreis wieder nicht bekommen. Er geht an eine Louise Glück aus Amerika, die in ihrem ganzen Leben noch keinen Fuß breit auf obermain'schen Boden gesetzt hat. Was also kann sie denn schon groß zu erzählen haben?

Und zurück damit in den Briefkasten

Ich stopfte die Zeitung wieder in den Briefkasten hinein und wollte schon mit dem Tag abschließen, da spricht mich jemand an. ,Wo geht?s denn zur Kronacher Straße?‘, fragt mich eine tiefe, dunkle Stimme. Sie gehört einem ziemlich kleinen Mann. Er sagte mir wörtlich und ohne dass wir uns kannten: ,Ich muss zu einem Anwalt, da will mir eine ein Kind unterjubeln.‘

Was es doch für schräge Typen bei uns gibt

Siehste, liebes Corona-Tagebuch, das meine ich. Solche Geschichten gibt es vielleicht nur bei uns. Ich erklärte dem Mann also, wie er auf schnellstem Weg in die Kronacher Straße kommt, wünschte ihm viel Erfolg und wunderte mich, was es doch für schräge Typen gibt.

Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass ich noch im Bademantel war und meine Socken ziemlich unterschiedlich.“

 

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