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LICHTENFELS

Corona-Tagebuch: Der Kaffeedurst und die Folgen

Markus Häggberg Foto: Red

Markus Häggberg schreibt augenzwinkernd ein Corona-Tagebuch. Heute geht es um ein unverhofftes musikalisches Erlebnis. Und was unverhofft kommt, ist ja oft am schönsten.

„Liebes Corona-Tagebuch, neulich stand ein Posaunist auf dem Marktplatz. Er kam unvermittelt und in Schlappen, und als er da war, war er eben da. Er spielte gut auf seiner Jazz-Posaune, und ich glaube, er wusste es selbst. Drei, vier alte Schlager, die zu Evergreens wurden, spielte er, ohne Applaus zu erwarten oder einzufordern. Dann packte er seine goldene Gefährtin (Typ ,Connstellation‘) lächelnd wieder ein, schnappte sich sein Fluchtfahrrad und fuhr heiter weiter an einen anderen Ort der Korbstadt, um dort lausbübisch unvermittelt auf- und abzutauchen.

Liebes Corona-Tagebuch, wenn der Posaunist das hier lesen sollte, dann richte ihm bitte aus, dass er wirklich gut war und dass er beim nächsten Mal seinen Instrumentenkoffer ruhig geöffnet lassen sollte. Es könnte nämlich sein, dass ihm 'ne Menge Leute ihre Aufwartung machen werden. Ich weiß, es gibt da so behördliche Auflagen und all so etwas, aber er braucht ja auch nicht hinzuschauen, wenn Leute etwas einwerfen. Er könnte stattdessen die Augen schließen und sich in die Musik versenken. Und wenn er dann die Augen wieder öffnet, könnte er glatt den Überraschten spielen. Ich würde ihm das Überrascht-Sein auf jeden Fall abnehmen.“

 

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