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CHW Lichtenfels hat aus der Not eine Tugend gemacht

CHW Lichtenfels hat aus der Not eine Tugend gemacht
Der neu gewählte Vorstand (v. li.) Schriftführer Bernhard Christoph, Kassenprüfer Willibald Lankes, 2. Vorsitzender Robert Schäfer, 1. Vorsitzender Prof. Dr. Günter Dippold und Schatzmeister Walter Partheymüller. Foto: Roland Dietz

Sehr geprägt von der Corona-Pandemie war die Mitgliederversammlung des Colloquium Historicum Wirsbergense Frankens – kurz CHW – in der Stadthalle in Lichtenfels. Der Vorsitzende, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, konnte dazu knapp 40 Mitglieder willkommen heißen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass es endlich wieder einmal möglich war, bei einer Präsenz-Veranstaltung zusammenzukommen, wenn auch mit großen Sitzabständen.

Da die bisher letzte Versammlung 2019 abgehalten worden war, war es nötig, dass Vorsitzender und Schatzmeister nun Rechenschaft für die Jahre 2019 und 2020 ablegten. Der Grund dafür war, dass die Satzung nicht vorsieht, eine Versammlung in digitaler Form abzuhalten. Dippold sprach seinen Dank dafür aus, dass das CHW die Lichtenfelser Stadthalle nutzen kann. Er dankte außerdem Christine Wittenbauer und Hausmeister Norbert Lang für die Unterstützung.

Von den fränkischen Rittern bis zum Markgrafentum Kulmbach-Bayreuth

In seinem Tätigkeitsbericht betonte er die Werte des Geschichtsverein. Der CHW war 1924 als Gesprächskreis von zehn heimatgeschichtlich interessierten Honoratioren gegründet worden. Der Verein hat seinen Sitz in Lichtenfels, aber mittlerweile gibt es in ganz Franken 19 Bezirksgruppen mit 1800 Mitgliedern. In den Gruppen stehen Vorträge über Heimatgeschichte im Mittelpunkt. Damit einher gehen die Erweiterung von geschichtlicher Wissenschaft, Bildung und Kultur mit dem Streben, das Geschichtswissen und Heimatbewusstsein in Franken zu pflegen.

Der große Arbeitsbereich sei hierbei das Gebiet des Hochstifts Bamberg, des Markgrafentums Kulmbach-Bayreuth, der fränkischen Ritterschaft beziehungsweise der einst von ihnen bestimmten Regionen und Orte sowie der angrenzenden Gebiete mit ihrer Geschichte, Archäologie, Kunstgeschichte, Familiengeschichte, Denkmalpflege, Volkskunde und anderen vielfältigen und landeskundlichen Fragen.

128 Veranstaltungen mussten 2020 gestrichen werden

Das Jahr 2019 war mit 140 vielfältigen Vorträgen und Veranstaltungen das programmreichste Jahr in der Geschichte des CHW, bilanzierte der Vorsitzende. 2020 waren 138 Vorträge vorgesehen. Die letzte Präsenz-Veranstaltung 2020 fand am 11. März in Bamberg mit Heimathistoriker Robert Schäfer statt. Alle glaubten an eine vorübergehende Situation, doch letztlich mussten im vergangenen Jahr 128 Veranstaltungen ersatzlos gestrichen werden. Auch im Freien waren kaum Veranstaltungen oder Exkursionen möglich.

„Aber wir waren in den Monaten April bis Juli 2020 nicht untätig“, sagte Prof. Günter Dippold mit etwas Stolz. „Wir haben einen Kanal auf der Videoplattform Vimeo ausgearbeitet. Dafür kann man im Rückblick den Eheleuten Schäfer und Klose nur dankbar sein, denn der Erfolg war überwältigend.“ 89 Filme von Vorträgen wurden eingestellt und haben inzwischen 34 000 Zugriffe zu verzeichnen.

„Wo die Not groß ist, wächst wieder etwas anderes aus – man muss nur genau hinsehen.“
Prof. Günter Dippold, Vorsitzender

Sah es 2020 im Sommer etwas besser aus, standen die Ampeln Ende Oktober wieder auf Rot. Doch hier bestätigte sich wieder eine Weisheit, so der Vorsitzende: „Wo die Not groß ist, wächst wieder etwas anderes aus – man muss nur genau hinsehen.“ Nach kurzem Hin und Her war es am 4. Dezember das erste Mal so weit, dass ein Geschichtsvortrag online abgehalten wurde. Diese Form der Vortragsmöglichkeit wurde sehr erfolgreich. Bis zu 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den heimischen Geräten wurden bei Übertragungen geschätzt.

Der Vorteil dabei war sicherlich auch, bemerkte der Vorsitzende, dass jeder teilnehmen konnte. Interessierte aus ganz Deutschland und aus fernen Ländern und vier Kontinenten gehörten zu den Zuhörerinnen und Zuhörern im virtuellen Raum. Selbst der digitale Austausch von Mitgliedern 30 Minuten vor dem eigentlichen Beginn war immer wieder eine tolle Sache. Der Erfolg wurde so auch spürbar. Selbst wenn sich die Situation in der Corona-Pandemie bessern sollte, wird es dieses Vortragsformat auf Wunsch vieler Mitglieder und Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter geben.

Sehr erfolgreiche Außendarstellung in Print- und neuen Medien

Auch sonst war die Außendarstellung sehr erfolgreich. Gute Presse und Auftritte in den neuen Medien mit über 1000 Clicks haben gezeigt, dass der Geschichtsverein CHW sehr gut wahr genommen wird. So ist die Mitgliederzahl in den vergangenen 20 Jahren um fast 600 gestiegen. Dippold dankte allen Referentinnen und Referenten, die ein Garant guter Verbreitung heimatlicher Geschichte seien.

Der Verein verfügt über ein eigenes Archiv im Weismain, das Andrea Göldner dankenswerterweise verwaltet. Eine Bibliothek wird in der Kreisbücherei Kronach verwaltet. Diese Einrichtungen stehen den Mitgliedern zur Nutzung zur Verfügung. Der Verein ist bestrebt, diese Sammlungen zu pflegen und zu erweitern. Schatzmeister Walther Partheymüller konnte von einem insgesamt ausgeglichenen Haushalt berichten, wobei ein Sonderverkauf von Büchern geholfen hat. Die Entlastung des Schatzmeisters nahm Kassenprüfer Willibald Lankes vor.

Der neue Vorstand

Vorsitzender Prof. Dr. Günter Dippold, Lichtenfels, 2.Vorsitzender Robert Schäfer M.A. Hirschaid-Sassanfahrt, Schatzmeister Walter Partheymüller, Burgkunstadt, Schriftführer Bernhard Christoph, Lichtenfels, Kassenprüfer Willibald Lankes, Marktgraitz und Stefan Franke, Lichtenfels.
CHW Lichtenfels hat aus der Not eine Tugend gemacht
Bei der Mitgliederversammlung des CHW Franken in der Lichtenfelser Stadthalle. Foto: Roland Dietz
CHW Lichtenfels hat aus der Not eine Tugend gemacht
Din gut gelaunter 1. Vorsitzender Prof. Dr. Günter Dippold bei seinen Ausführungen. Foto: Roland Dietz

Von Roland Dietz

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