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LICHTENFELS

Bauausschuss sagt Ja zu Erweiterung des FCL-Sportgeländes

Der FC Lichtenfels erweitert sein Sportgelände und will unter anderem dieses futuristische Betriebsgebäude bauen. Foto: Stadt Lichtenfels

Der FC Lichtenfels hat Großes vor. Der Fußballclub will sein Sportgelände völlig neu gestalten. Geplant sind: ein Betriebsgebäude, ein Kunstrasen-Großspielfeld, ein Rasen-Großspielfeld, ein Rasen-Kleinspielfeld, zwei Kunstrasen-Minispielfelder und zwei Flutlichtanlagen. Am Dienstag erteilte der Bauausschuss dem drei Millionen Euro teuren Projekt das gemeindliche Einvernehmen. Allerdings müssen noch einige Punkte im Antrag nachgebessert werden.

Erster Bürgermeister Andreas Hügerich betonte, dass die Modernisierung beim FCL grundsätzlich zu begrüßen sei und lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Fußballclub sowie dem ACL, der TSL und der Scharfschützengesellschaft. Ein wichtiges Thema sei die Offenhaltung der Fluchtwege bei Veranstaltungen in der Stadthalle oder auf dem Schützenplatz.

Rettungswege für Veranstaltung in Stadthalle und auf Schützenplatz

Stadtbaumeister Gerhard Pülz ergänzte, dass die Stadt das Projekt gerne unterstütze, hob aber auch hervor, dass die Rettungswege, die im Fall der Fälle über den Fußballplatz führen würden, offen gehalten werden müssten. Dazu sollten unter anderem auch Rettungsdienste, Feuerwehr und Brandschutzgutachter gehört werden. Weitere Punkte sind:

• eine Grünordnung („Wenn Bäume und Hecken entfernt werden, müssen neue gepflanzt werden.“);

• die Gestaltung der Stellplätze samt Entwässerung;

• die Lage der Kunstrasenplätze im Überschwemmungsgebiet inklusive der Gefahr einer Abschwemmung von Mikroplastik;

• Auswirkungen von Lärm und Licht durch die geänderten Sportanlagen;

• Auswirkungen der neuen Flutlichtmasten auf den Flugplatz.

Lob gab es von Bürgermeister und Bauamtsleiter für die Architektur des neuen Betriebsgebäudes, das als sehr modern und futuristisch beschrieben wurde. Pülz hob ferner hervor, dass ein positiver Bescheid für den FCL sehr wichtig sei, um noch in diesem Jahr einen Förderantrag zu stellen.

Die Mitglieder des Bauausschusses lobten das Projekt. Elke Werner (SPD) betonte, dass es der Stadt gut tue, wenn sich ein Verein so modernisiere. Frank Rubner (CSU) fragte noch einmal nach der Zustimmung der anderen Vereine nach (Pülz: „Alle haben ihr Einverständnis erteilt.“). Dagegen äußerte Christian Barth (JB) Bedenken, ob der FCL bis Ende des Jahres eine Baugenehmigung erhalte. Darauf der Stadtbaumeister: „Wir geben unser Bestes, ich kann aber nicht sagen, was die anderen Träger öffentlicher Belange dazu sagen.“

Wenn der Bauausschuss jetzt grünes Licht für die Voranfrage gebe und der FC Lichtenfels alle zu klärenden Punkte löse, könne das Projekt im Anschluss entsprechend der beschlossenen bauherrenfreundlichen Lösung über den Verwaltungsweg genehmigt werden, so Pülz abschließend. Dem folgte das Gremium.

Aus dem Bauausschuss

• Wer sein bestehendes Dach zu einem Gründach umbaut beziehungsweise bei seinem Neubau mit einem Gründach plant, darf sich auf Fördergelder von der Stadt Lichtenfels freuen. Aus dem Klimaprojektfonds gibt es dazu 15 Euro pro Quadratmeter, maximal jedoch 500 Euro. Dafür stellt die Stadt künftig 10 000 Euro im Jahr bereit.

• Der Ausbau der Mobilfunknetzes 5G macht vor Lichtenfels nicht halt. Bereits jetzt liegen laut Stadtverwaltung ein Bauantrag und zwei Anfragen zur Errichtung eines Mobilfunkmastes vor. Aus diesem Grund soll das seit 2010 bestehende Gutachten für die integrierte kommunale Mobilfunkplanung fortgeführt werden. Dieses umfasst das damals neueste 4G/LTE-Netz und hatte zum Ziel, zum einen die Mobilfunkimmisionen zu minimieren, anderseits die Versorgung zu garantieren. Laut Bürgermeister Andreas Hügerich ist die Stadt im Austausch mit der Bürgerinitiative „Strahlungsarmer Mobilfunk“, die diese Erweiterung des Gutachtens auf die 5G-Technologie angeregt hatte. Auf Nachfrage von Frank Rubner (CSU) erklärte Stadtbaumeister Gerhard Pülz, dass das Gutachten noch in diesem Jahr vergeben werden soll. Lob gab es von Johannes Oppel (WLJ) und Heike Kunzelmann (AfD). Die Stadträtin, obwohl kein Mitglied des Gremiums, hatte das Rederecht erhalten und bat darum, im Gutachten auch zu untersuchen, welche Auswirkungen die Strahlen auf den Menschen haben. „Wir können im Gutachten herausfinden, welche Standorte geeignet sind, aber nicht, ob durch die 5G-Strahlung Erkrankungen ausgelöst werden“, antwortete der Rathauschef.

• Keine Zustimmung gab es vom Gremium zum Antrag, einen 47 Meter hohen Antennenträger beim Wallenbrunnen in der Nähe der A 73 bei Buch zu errichten. Als Grund dafür nannte der Rathauschef, dass zu klärende Punkte vom Bauherren noch nicht beantwortet worden seien.

• Kein gemeindliches Einvernehmen gab es für einige private Bauvoranfragen. In Mönchkröttendorf wollte ein Bauherr auf einem Grundstück ein Haus bauen, für das er aber bei der Kanalverleg-ung in den Jahren 2016 bis 2018 eine Erschließung abgelehnt hatte. Folglich müsste die neue Straße aufgerissen werden, für diese gilt aber noch eine Gewährleistung bis 2023. Das Gremium stellte dem Bauherren aber in Aussicht, im Anschluss daran das Bauanliegen wohlwollend zu behandeln. Ein anderer Bauherr wollte in Isling im Außenbereich ein Haus bauen. Für das Gelände fehlt aber die bauleitplanerische Eignung. Außerdem widerspreche das Vorhaben dem Beschluss „Innen statt Außen“, nach welchem erst Baulücken geschlossen werden sollten, so Stadtbaumeister Pülz. Eine Bauvoranfrage in Reundorf wurde wegen fehlender Erschließung des Grundstücks und fehlender Abrundungssatzung abgelehnt. Allerdings wäre eine Bebauung wünschenswert, weshalb das Grundstück städtebaulich verplant werden soll, sagte Pülz. Kein Okay gab es für das Anbringen einer Werbetafel in der Bamberger Straße in Seubelsdorf. Als Gründe wurden eine Häufung von Werbeanlagen, die Beeinträchtigung des Verkehrs und der Widerspruch zur Gestaltungssatzung angeführt.

• Grünes Licht erteilte der Bauausschuss dafür dem Umbau von zwei Handwerkerhäusern in der Judengasse zu drei Wohneinheiten. Ebenfalls das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium dem Bau von 22 Stellplätzen für Autos, Motorräder und Fahrräder für eine Gastwirtschaft in Schönsreuth. Nachdem der Bauausschuss in den letzten Sitzungen den Bau eines Lagerraums in der Alten Coburger Straße und einer landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle in Mistelfeld abgelehnt hatte, hatten die Bauherren ihre Planungen nachgebessert und dürfen sich nun über das gemeindliche Einvernehmen freuen.

Von Steffen Huber

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