aktualisiert:

LICHTENFELS

Bauausschuss: Keine Grüngutannahme für Schney

Bauausschuss: Keine Grüngutannahme für Schney
Aus dem Probe-Gaststätten-Betrieb der Braumanufaktur Lippert in der Bamberger Straße in Lichtenfels wird ein genehmigter Gaststättenbetrieb. Foto: Corinna Tübel

Nachdem im Vorfeld auch der Landkreis Lichtenfels der Errichtung einer Grüngutannahmestelle im Stadtteil Schney nicht zugestimmt hatte, verfolgt auch die Stadt Lichtenfels das freiwillige Vorhaben nicht weiter. Der Bau- und Umweltausschuss am Dienstag ließ dafür den Gaststättenbetrieb der Braumanufaktur in der Bamberger Straße zu.

Große Enttäuschung herrschte nach dem Beschluss des Bau- und Umweltausschusses am Dienstag bei den zahlreichen Bürgern im Publikum, eine Grüngutannahmestelle im Stadtteil Schney nicht zu genehmigen. Begründet wurde der Antrag der Wählervereinigung Leuchsental-Jura mit kurzen Wegen für viele Nutzer aus Schney und dem Umkreis und in Folge dessen einer Einsparung von klimaschädlichen Treibhausgasen.

Schon 2017 stellte die Interessengemeinschaft ein entsprechendes Gesuch an das Gremium, das jedoch abgelehnt wurde. Da Grüngut zum Aufgabengebiet des Landkreises Lichtenfels gehört, stelle die Diskussion im städtischen Ausschuss eine freiwillige Leistung dar, betont Erster Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD). Die Mitglieder teilten die wiederholte Begründung, dass der Weg zur nächstgelegenen Grüngutannahmestelle in Michelau mit vier Kilometern durchaus zumutbar sei. Für Menschen anderer Ortsteile im Landkreis wie etwa auf den Hochflächen des Jura oder mancher Dörfer im Stiftsland existieren bislang längere Anfahrtswege von bis zu elf Kilometern.

Acht Stimmen für eine Ablehnung, drei dagegen

Stadtbaumeister Gerhard Pülz argumentierte zudem, dass das Grundstück in Schney an der Ecke „An der Zeil/ Thiersteinstraße“ für ein solches Vorhaben ohnehin ungeeignet sei: Der Weg zum Grundstück hin befinde sich nicht in städtischem Eigentum und würde einen erheblichen Ausbau erfordern. Zudem befinden sich in der Nähe dieser vorgesehenen Wiese mehrere Wohnhäuser, die im Fall einer Verwirklichung dieses Projekts von Lärm- und Geruchsbelästigung stark betroffen sein würden.

Der Kostenfaktor und damit die Notwendigkeit, gerade in Zeiten der Corona-Krise zurückhaltend mit freiwilligen Leistungen umzugehen, spielte ebenfalls eine Rolle. Der Hinweis, finanzielle Mittel aus dem im vergangenen Jahr beschlossenen Klimaprojektfond der Stadt Lichtenfels für ein solches Projekt zu nutzen, wurde nicht weiterverfolgt. Am Ende stimmten acht Mitglieder des Ausschusses für eine Ablehnung des Antrags, drei dagegen. Vorschläge, in Schney einen anderen geeigneten Ort für eine solche Anlage zu suchen, oder im Rahmen eines Gesamtkonzepts strategisch sinnvolle Standorte im Landkreis zu finden, wurden in weiteren Diskussionen erörtert.

Lippert Braumanufaktur wird zur Gaststätte

Dagegen erteilte der Bau- und Umweltausschuss einstimmig die Genehmigung für eine Nutzungserweiterung: Die Lippert Braumanufaktur in der Bamberger Straße in Seubelsdorf darf nun auch eine Gaststätte betreiben. „Wir sind froh, wieder mehr Brauereien in Lichtenfels zu haben“, betonte Gerhard Pülz. Im Innen- und Außenbereich sollen je 40 Sitzplätze entstehen.

Beschwerden der Anwohner

Seit sechs Wochen ist dem Betreiber vom Landratsamt Lichtenfels ein Biergartenbetrieb auf Probe gestattet worden, jedoch gingen massive Beschwerden der Nachbarn bei den Behörden ein bezüglich Privatssphäre, Lärm und Verkehrschaos. Der Betreiber muss deshalb notwendige Stellplätze für seinen Betrieb nachweisen, die nicht mit den vorhandenen Parkplätzen der nahen Geschäfte und Anwohner kollidieren. Weiterhin prüft das Landratsamt die Bedenken der Nachbarn und entscheidet über mögliche Genehmigungsauflagen hinsichtlich der Ruhezeiten und des Sichtschutzes.

Im Rahmen der Sitzung wurden zudem das gemeindliche Einvernehmen für den Gewässerausbau im Bereich eines Frischwassersees in Trieb erteilt sowie ein Anliegerweg in Mistelfeld in „Hasenweg“ benannt.

Von Corinna Tübel

Weitere Artikel