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LICHTENFELS / TIEFENROTH

Landwirte und Corona: Sie sorgen für volle Teller

Marion Warmuth im Kälberstall. Foto: Till Mayer

Kreisbäuerin Marion Warmuth aus Tiefenroth gehört zu den Menschen, die unser Land in Zeiten von Corona am laufen halten. Was die Landwirtin über die Pandemie denkt: „Ist es nicht herrlich, draußen die Natur das Vögelgezwitscher. Die ersten Schwalben sind schon in unseren Kuhstall zurückgekehrt und richten ihre Nester vom vergangenen Jahr wieder her. Draußen wächst und erblüht die Natur. Die Schlehenbüsche stehen schon in voller Blüte.

Wie entschleunigt einem die Welt plötzlich vorkommt. Vielleicht war das Leben um uns herum einfach nur zu hektisch, dass man diesen Artenreichtum gar nicht mehr bewusst wahrgenommen hat. Brauchte es erst diese, ja so schreckliche, Coronapandemie? Unsere ganze Lebensweise wurde plötzlich heruntergefahren. Viele Menschen wurden zum „Homeoffice“ verbannt oder sind in Kurzarbeit.

Bäuerinnen und Bauern sind immer im „Homeoffice“

Wie schön ist es doch, das die Landwirtschaft, die bäuerlichen Familienbetriebe, das ganze Jahr von zu Hause aus arbeiten. Und auch jetzt während der Coronakrise weiter ihren Job tun können. Hat man jetzt auf einmal gemerkt, dass die Landwirtschaft zu den „systemrelevanten“ Berufsgruppen zählt? Zu all den anderen lebensnotwendigen und überlebenswichtigen Berufsgruppen gehört.

Alles, was wir zum Leben brauchen

Gerade jetzt im Frühjahr sind die Bauern draußen auf den Feldern unterwegs, um die Felder mit dem Wintergetreide mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen. Dazu gehört auch die Gülle als organischer Dünger. Das Sommergetreide und der Mais sind zum Teil schon gesät oder werden noch gesät. Die Zuckerrüben müssen raus, genauso die Kartoffeln oder Zwiebeln und, und, und...

Die Landwirtschaft bietet alles, was wir zum Leben brauchen

Auch mit schwerem Gerät gerne im Einsatz: Marion Warmuth. Foto: Till Mayer

Die Landwirtschaft in unserer Region bietet alles, was wir zum Leben brauchen. Die Oster-Festtage sind noch nicht lange vorbei. So manch einer hatte bestimmt lauter leckere Sachen auf dem schön gedeckten Tisch. Mit schönen bunten Ostereiern – für die braucht es den Bauern mit Legehennen; für den Festtagsbraten braucht es den Schweinehalter, Rindermäster oder Schafhalter oder auch den Jäger, der uns mit heimischen Wild versorgt. Es braucht den Gemüsebauern sowie den Kartoffelbauern. Denkt man an die süßen Sachen wie Osterbrot, Kuchen und Torten – dafür braucht es den Milch-, Getreide- und Zuckerrübenbauern. Und all diese Lebensmittelversorger gibt es in unserer regionalen Landwirtschaft. Sie hat ein Gesicht, das ist der landwirtschaftliche Familienbetrieb in der Nachbarschaft.

Eines hab ich nicht verstanden, als die Coronapandemie hier bei uns losging. Als die Ausgangsbegrenzung kam und zum Daheimbleiben aufgerufen wurde. Was diese Hamsterkäufe zu bedeuten hatten? Haben die Leute sich da nur noch von Nudeln und Konserven ernährt? Vom Klopapier will ich gar nicht reden. Ist mir eh unbegreiflich.

Marion Warmuth vor dem idyllischen Wohnhaus in Tiefenroth. Foto: Till Mayer

Wir Bauern und Bäuerinnen sorgen für die Ernährung: 365 Tage im Jahr. Es gibt genug Grundnahrungsmittel. Wie aus Mehl, Milch, Eiern, Kartoffeln, Gemüse und Fleisch tolle Gerichte zubereitet werden, können wir Landfrauen, Bäuerinnen mit den Ernährungsfachfrauen im Bayerischen Bauernverband gerne in Kochkursen und Kochvorführungen weitergeben.

Die Landwirtschaft in unserer Region ist systemrelevant und die Bauern und Bäuerinnen verdienen Ihre Wertschätzung und das 365 Tage im Jahr.

Landwirtschaft bedeutet aber nicht nur Ernährungssicherung mit hochwertigen Lebensmitteln sondern auch Lebensqualität in der herrlichen Naturlandschaft in unserer Region. Die Bauern sind es, die sich um Landschaftspflege kümmern, um den Erhalt der Flurwege, die zum einen für einen guten Zugang zu unseren landwirtschaftlichen Flächen sind aber auch dem Freizeittourismus zugute kommt.

Respekt und Toleranz sind wichtig

Hier profitiert jeder. Deshalb ist es umso wichtiger, sich gegenseitig zu respektieren und zu tolerieren. An der Stelle möchte auch einmal an den gesunden Menschenverstand appellieren. Es ist leichter als Spaziergänger oder Radfahrer sich an den Wegrand zu stellen, um einem landwirtschaftlichen Gefährt die Vorfahrt zu gewähren, als wenn der Bauer mit seinem Traktorgespann auf den schmalen Flurwegen ausweichen muss.

Bauer sein bedeutet in und mit der Natur, den Wetterbedingungen und den Mitmenschen zurechtzukommen. Wir geben unser bestes, tun Sie es auch. Ich wünsche allen in der jetzigen Zeit: Bleibt gesund oder werdet es wieder. Haltet Abstand, wir tun es auch.“

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