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LICHTENFELS

Wildkatze wieder fest im Landkreis Lichtenfels beheimatet

Wildkatze wieder fest im Landkreis Lichtenfels beheimatet
Durch Lockstöcke und Fotofallen konnte nachgewiesen werden, dass sich die Wildkatze im Banzer Wald erfolgreich fortpflanzt. Foto: Michael Bäumler/Sebastian Huth

Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts galt die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) in Bayern als ausgerottet. Eine groß angelegte Untersuchung des Bund Naturschutz (BN) ergab nun, dass diese scheue Mäusejägerin in einige Regionen Nordbayerns wohl dauerhaft zurückgekehrt ist.

Die Wildkatze zählt zu den seltensten und scheuesten Bewohnern in Bayerns Wäldern. Eine zweifelsfreie Unterscheidung zwischen Wild- und Hauskatzen gelingt nur über eine Genanalyse. Um an das benötige Genmaterial zu gelangen, kam bei der nach 2014 zweiten „Wildkatzeninventur“ in Nordbayern erneut die sogenannte Lockstockmethode zum Einsatz.

Das Verbreitungsgebiet im Landkreis wird größer

Dabei werden sägeraue Holzlatten von BN-Ehrenamtlichen im Wald ausgebracht und mit Baldriantinktur besprüht. Kommen Wildkatzen im Waldgebiet vor, werden sie von dem für sie unwiderstehlichen Geruch angelockt, reiben sich am Stock und hinterlassen dabei Haare.

Wildkatze wieder fest im Landkreis Lichtenfels beheimatet
Ausgewachsene Wildkatze an einem Lockstock im Banzer Wald. Der buschige Schwanz mit klar abgesetzten, schwarzen, geschlossenen Ringen sowie die verwaschene Fellfärbung sind typische Merkmale der Wildkatze. Foto: Michael Bäumler/Sebastian Huth

Im Landkreis Lichtenfels waren zwischen Februar und April 2019 etwa 16 freiwillige Helfer in den Wäldern des Landkreises unterwegs und kontrollierten regelmäßig die von ihnen ausgebrachten Lockstöcke. Dank ihres Einsatzes konnte die Wildkatze im Bucher, Neuensorger und Banzer Forst sowie am Abtenberg bei Unterbrunn wieder bestätigt werden. Neue Erstnachweise gelangen in den Eierbergen sowie im Jura bei Lahm und Serkendorf. Im östlichen Landkreis konnte trotz einer hohen Zahl an ausgebrachten Lockstöcken leider noch kein Nachweis erbracht werden. Im Banzer Wald wurde die Wildkatze 2014 erstmalig festgestellt. Im Rahmen der Lockstockaktion von 2019 konnte dort ein Weibchen bestätigt werden, das bereits 2016 erfasst wurde.

Kater legt weite Strecken zurück

Durch die Genanalyse war es außerdem möglich, das Streifgebiet eines Katers nachzuvollziehen, der vom Neuensorger Forst bis in die Eierberge und wieder zurück in den Banzer Wald wanderte. Da die Wildkatze im Landkreis zuerst im Banzer Wald sesshaft wurde, ließ der BN in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Herzoglich Bayerischen Forstgutes Banz und Mitteln der Glückspirale dort einen familienfreundlichen Wildkatzenlehrpfad errichten. Die BN-Kreisgruppe Lichtenfels bedankt sich an dieser Stelle bei allen ehrenamtlichen Helfern sowie den Förstern und Jägern vor Ort, die diese Aktion unterstützt haben.

Nähere Informationen zur Wildkatze gibt es auf der Homepage des Bund Naturschutz unter der Rubrik „Natur vor der Haustür“.

Von Jan Ebert

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