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LICHTENFELS

Kreistagswahl Lichtenfels: Hochburgen und Tiefschläge

Die Zentrale des Landkreises: Das Landratsamt in Lichtenfels. Foto: Markus Drossel

Mit 38,5 Prozent aller abgegebenen Stimmen stellt die Christlich Soziale Union (CSU), die Partei des Landrats Christian Meißner, die große Fraktion im künftigen Kreistag. Das ist allerdings nur ein Durchschnittswert: In so manchem Ort im Landkreis schenkten mehr als die Hälfte der Wähler der Partei des Vertrauen. In anderen Orten wiederum waren SPD oder Grüne auffällig stark. Oder auch die AfD, die nun ebenfalls im Landkreisparlament vertreten ist. Ein Streifzug durch das kommunalpolitische Wählervotum.

Längst nicht mehr nur eine rein rote Bastion: der Lichtenfelser Stadtteil Schney (im Bild: das Schloss). Foto: Drossel

Beginnen wir mit der Kreisstadt Lichtenfels. Hier brachte es die CSU auf 35,4 Prozent der Wählerstimmen und liegt damit knapp drei Prozent hinter dem Landkreisdurchschnitt.

Roth und Isling setzten auf die CSU, die SPD punktet in Schney

In den Stadtteilen Oberlangheim, Roth und Isling allerdings sind die christsozialen Werte sogar mehrheitsfähig: In Oberlangheim wählten 51,2 Prozent die CSU, im Feuerwehrhaus Roth waren es 53,0 Prozent – und die CSU-Führungsriege dürfte feuchte Augen bekommen, wenn sie auf Isling blickt, denn dort waren es satte 54,3 Prozent. Die SPD schaffte es bei der Kreistagswahl im Bereich des Stadtgebiets auf 23,3 Prozent, im Schnitt im Landkreis auf 15,6. Hochburgen der Sozialdemokraten waren beispielsweise die Wahlbezirke „ehemaliges Rathaus Schney“ mit 35,4 Prozent und „evangelischer Pfarrsaal Schney“ mit 37,6. Die Freien Wähler, die es in der Kreisstadt durchschnittlich auf 9,4 Prozent der Kreistagsstimmen brachten, wussten vor allem in Rothmannsthal zu überzeugen (21,3), in der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels allersdings kamen sie lediglich auf 2,7 Prozent. Die Grünen vereinnahmten dort satte 29,0 Prozent der Kreuzchen für sich (Durchschnitt: 13,8). Und die Alternative für Deutschland? 22,4 Prozent stimmten in der Schneyer Schule für sie, im Bezirk „Büro Citymanagement“ allerdings nur 2,3. 6,9 Prozent waren es durchschnittlich im Stadtgebiet Lichtenfels.

AfD im Bezirk Eggenbach, Freiberg, Draisdorf, Erlhof besonders stark

Einmal mehr „eine Bank“ für die CSU war die Marktgemeinde Ebensfeld, in der durchschnittlich 45,3 Prozent der Wähler „schwarz“ votierten. Im Stimmbezirk Döringstadt waren es 55,5 Prozent, in Birkach, Messenfeld, Neudorf und Ummersberg gar 57,7 Prozent – und in „Ebensfeld 2“ satte 58,4. Rechtsaußen bevorzugten etliche Bürger in Eggenbach, Freiberg, Draisdorf und Erlhof: 18,8 Prozent entschieden sich für die AfD. Die SPD spielte mit 8,5 Prozent insgesamt in Ebensfeld eine Nebenrolle, brachte es in „Ebensfeld 3 mit Niederau“ gar nur auf 3,6 Prozent. Die Freien Wähler waren mit 25,0 Prozent in Oberbrunn/Unterbrunn auffällig stark.

Ihr bestes Ergebnis im Landkreis fuhren die Freien Wähler bei der Kreistagswahl in Weismain mit durchschnittlich 22,6 Prozent ein, 25 Prozent waren es gar am ASB-Seniorenzentrum und in so manchem Briefwahlbezirk gar noch mehr. Am Kindergarten Modschiedel war es die CSU, die 50,1 Prozent der Kreuzchen für sich verbuchte, in Arnstein waren es 47,6. Lichtblick für die SPD, die im Jurastädtchen durchschnittlich nur auf 6,7 Prozent kam: Der Stimmbezirk Weismain Grundschule mit 13,9.

Junge Bürger und Soziale Bürger in Weismain mit vielen Stimmen

Bemerkenswert in Weismain: Das Abschneiden der Sozialen Bürger mit einem landkreisweiten Spitzenwert von 10,6 Prozent. Auch die Jungen Bürger waren mit 12,8 Prozent hier besonders stark. Mit 4,5 Prozent fuhr die AfD in Weismain, ebenso wie in Bad Staffelstein, ihr schlechtestes Ergebnis der Kreistagswahl ein, ihr bestes in einer Gemeinde dagegen mit 8,4 Prozent im Markt Marktgraitz. Dort wählte man aber vornehmlich die bayerische Landeskoalition: 36,4 Prozent für die CSU, 20,6 Prozent die Freien Wähler.

Fast ein Drittel der Bürger von Hainweiher wählt grün

In Burgkunstadt waren die Grünen mit 16,5 Prozent im Landkreisvergleich besonders stark. Im katholischen Jugendheim votierten 18,4, im evangelischen Gemeindehaus 18,6, in Weidnitz 18,7, in Theisau 19,0, in Mainroth 20,7, am städtischen Bauhof 23,1 und in Hainweiher 30,1 Prozent für sie. In diesem zugegebenermaßen sehr kleinen Dorf wählten nur 0,1 Prozent die AfD, am Feuerwehrhaus Burgkunstadt dagegen 18,4. Und sonst? Beinahe hätten die Freien Wähler im Stimmbezirk „Burgkunstadt katholisches Jugendheim“ der CSU (26,6) den Rang abgelaufen: Mit 24,8 Prozent sind die FW sicherlich nicht ganz unzufrieden. Zumal es in Mainroth nur 11,6 wurden. In Kirchlein waren es sogar 25,4 Prozent für die Freien Wähler, dagegen aber auch 50,8 Prozent für die CSU. Neuses am Main verbuchte 26,5 Prozent für die Freien.

Neuensee wählt schwarz, am Rathaus Michelau ist Rot vorne

Im Gemeindegebiet Michelau ist Schwürbitz eine AfD-Hochburg. Wohl auch deswegen, da ein Gastwirt regelmäßig AfD-Treffen in seinem Lokal zulässt. 12,7 Prozent stimmten dort in der Grundschule für die „Alternative“. Übertroffen wird das lediglich von dem Stimmbezirk Johann-Pupper-Schule in Michelau selbst: 14,5 Prozent waren es dort. Im Bereich „Rathaus/Eingang Rathausplatz“ war es die SPD, die auf auffällig hohe 30,6 Prozent kam. In Neuensee dagegen ist alles in „schwarzer Hand“: 49,1 Prozent für die Christsozialen bedeutet den Spitzenwert in der Korbmachergemeinde.

19,5 Prozent der Burkheimer wählen rechtspopulistisch

Im Wahllokal Johann-Puppert-Schule Michelau und auch in Schwürbitz wurde überdurchschnittlich viel die „Alternative“ gewählt. Foto: MARKUS Drossel

Burkheim ist die AfD-Domäne in der Gemeinde Altenkunstadt. 19,5 Prozent vertrauen dort den Rechtspopulisten. In Baiersdorf und Woffendorf sind es nur 4,8, im Bereich „Grundschule 1“ lediglich 4,3 Prozent. Im Stimmbezirk „Grundschule 2“ gab es einen Dreikampf um Platz zwei hinter der CSU (33,8 Prozent): Mit 16,4, 16,3 und 16,1 Prozent waren SPD, Freie Wähler und Grüne fast gleichauf. Minimal besser schnitten die Grünen in Maineck ab: Sie kamen dort auf 16,2 Prozent.

40,2 Prozent Wählervertrauen genießen die Christsozialen im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln, im Gemeindegebiet Hochstadt sind es sogar 41,2 Prozent. 24 Prozent der Hochstadter Briefwähler machten ihr Kreuzchen bei den Freien Wählern und 14 Prozent bei der SPD. Die Grünen bekamen lediglich 5,1, die AfD schaffte 4,5. In den Orten Obersdorf, Thelitz, Anger und Reuth jedoch hat die „Alternative“ mehr als doppelt so viele Anhänger (10,6). In Marktzeuln ist die SPD mit 17,2 Prozent bei denjenigen bemerkenswert stark, die ins Wahllokal gingen. Bei der Briefwahl waren es etwas weniger.

65,5 Prozent CSU in Gößmitz, Weisbrem und Serkendorf

Im Landkreisvergleich gesehen eine Hochburg der Jungen Bürger ist, neben bereits erwähntem Weismain, die Adam-Riese-Stadt Bad Staffelstein. 11,9 Prozente der Stimmen entfielen auf die CSU-nahe Wählergruppierung., in Schönbrunn waren es sogar 19,4 Prozent. Die Christsozialen selbst verbuchten in Altenbanz, Püchitz und Stadel 53,1 Prozent für sich, in Gößmitz, Serkendorf und Weisbrem gar 65,5. In Unnersdorf, Neubanz und Hausen triumphierten die Freien Wähler mit 41,8 Prozent und knapp elf vor der CSU. Stublang ist die AfD-Hochburg im Staffelsteiner Land mit 10,8 Prozent, die Grünen holen im Lokal „Kur- und Tourismus-Service“ satte 24,6 Prozent.

Bleibt noch das einst „rote“ Redwitz , wo die SPD hinter der CSU (35,7) immerhin 20,6 Prozent einfuhr. Dort wurden die Freien Wähler mit 17,2 Prozent drittstärkste Kraft.

Von Markus Drossel

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