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LICHTENFELS

Lichtenfels: Kontinuität im Stadtrat

Während bei der Wahl des Bürgermeisters mit 83, 6 Prozent das Quorum der Lichtenfelser für den SPD-Kandidaten Andreas Hügerich mehr als deutlich ausfiel - der CSU-Kandidat Uwe Held erreichte nur 16,4 Prozent – herrscht im Stadtrat künftig Parität bei SPD und CSU.

Laut dem amtlichen Endergebnis haben die beiden Parteien jeweils acht von 30 Sitzen erreicht. Die Grünen kommen auf vier Sitze, Freie Wähler/Freie Bürger, Junge Bürger und die Wählervereinigung Leuchsenthal-Jura (WLJ) auf jeweils drei Sitze. Die AfD hat den Einzug in den Lichtenfelser Stadtrat geschafft und ist künftig mit einem Sitz vertreten.

SPD, CSU und Freie Wähler haben damit im Vergleich zur Wahl 2014 jeweils einen Sitz verloren, während die Grünen und die WLJ jeweils einen dazugewonnen haben. Die Jungen Bürger sind weiterhin mit drei Stadträten vertreten, die AfD nun mit einer Stadträtin.

Mehr Stimmen aber weniger Sitze bei der SPD

SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Arnt-Uwe Schille, freut sich natürlich über den grandiosen Erfolg von Bürgermeister Andreas Hügerich. Er findet es aber schade, dass die SPD, trotz einem Prozent mehr bei den Wählerstimmen künftig mit einem Mitglied weniger im Stadtrat vertreten ist. „Wir freuen uns aber, dass wir nun mit zwei neuen jungen Kräften, nämlich Ina Dorsch und Philip Bogdahn, im Stadtrat vertreten sind. Dies zeigt, dass unsere Entscheidungen bei der Aufstellung der Kandidaten richtig waren.“ Nicht begeistert seien er und seine Parteifreunde, dass nun auch die AfD mit einem Mandat im Stadtrat vertreten ist.

„Die CSU kann mit dem

Ergebnis nicht zufrieden sein, wir haben wieder einen Sitz weniger im Stadtrat.“

Robert Gack, CSU-Stadtrat

„Die CSU kann mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, wir haben wieder einen Sitz weniger im Stadtrat.“ Mit diesen Worten fasst CSU-Fraktionsmitglied Robert Gack die Verluste seiner Partei im Stadtrat zusammen. Die genauen Gründe für die 26,5 Prozent Zustimmung (2014 waren es noch 31,3 Prozent) seien noch zu eruieren und möglicherweise im Zusammenhang mit der Wahlkampfführung der Christsozialen zu suchen.

Den haushohen Sieg von Andreas Hügerich beziehungsweise das gute Wahlergebnis der SPD rechnet er zu einem Großteil der erfolgreichen Arbeit des Bürgermeisters zu. Er ist sich sicher, dass die gute fraktionsübergreifende Zusammenarbeit im Stadtrat fortgeführt wird, die CSU werde ihren Teil auf jeden Fall dazu beitragen. Bedauern äußert Robert Gack, dass nun auch die AfD im Stadtrat vertreten ist: „Die Frage wird sein, wie man damit umgeht.“

Junge Bürger haben sich einen Sitz mehr erhofft

Ein bisschen Enttäuschung ob des Ergebnisses schwingt bei den Jungen Bürgern mit. Wie Fraktionsvorsitzender Phillipp Molendo unumwunden zugibt, hätte sich sein Team einen Sitz mehr im Stadtrat erhofft. Er freue sich jedoch auch über die guten persönlichen Ergebnisse bei der Wahl. Leider sei es aber nicht gelungen zu verhindern, dass die AfD in das Gremium einzieht. Angesichts der ähnlich gestalteten Parteienverhältnisse im Stadtrat gehe er davon aus, dass Bürgermeister Hügerich seinen bisherigen Kurs, Politik fraktionsübergreifend zu gestalten, weiterführen wird und muss. Diesem würden die Jungen Bürger auch in Zukunft unterstützen und mittragen.

Eine Bestätigung der bisherigen Arbeit

Die Arbeit der WLJ sieht deren Fraktionsvorsitzender Roland Lowig durch das Wahlergebnis - ein Plus von 2,1 Prozent und nun drei statt zwei Stadträte - bestätigt. „Das beweist, dass die WLJ eine gute Kommunalpolitik im Sinne aller Bürger macht. Besonders freut es mich, dass mit Andrea Dinkel nun auch eine Frau in unseren Reihen im Stadtrat vertreten ist.“ Seine Fraktion werde weiterhin auf eine gute fraktionsübergreifende Zusammenarbeit im Stadtrat setzen. Er hoffe, dass dies auf kommunalpolitischer Ebene auch mit der AfD möglich sei, schließlich gelte es im Sinne aller Bürger, eine gute Politik für die Stadt und die Dörfer zu gestalten.“

Fraktionsvorsitz bei den Grünen wird noch geklärt

Auch die Grünen sind mit dem Wahlergebnis zufrieden. „Die Grünen sind im Aufwind und wir freuen uns, dass sich dies auch in Lichtenfels bestätigt hat“. Mathias Söllner freut sich zudem besonders, dass neben ihm und Siegbert Koch nun mit Dr. Susann Freiburg und Dr. Christine Schmidt auch zwei Frauen in der Fraktion vertreten sind.

Wer künftig den Fraktionsvorsitz inne haben wird, würde innerhalb der Partei in den nächsten Tagen in aller Ruhe besprochen werden.

Söllner ist guter Dinge, dass die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit im Stadtrat und mit dem Bürgermeister auch in Zukunft fortgesetzt wird. Hinsichtlich der erstmals im Stadtrat vertretenen AfD freut sich Söllner, dass diese Partei nur einen Sitz im Lichtenfelser Stadtrat hat: „Dies zeigt, dass wir gute Gegenarbeit geleistet haben.“

Kein Anschluss bei den Freien Wählern und der AfD

Von den Freien Wählern/Freien Bürgern und der AfD war leider niemand zu erreichen, um ein Statement zur Stadtratswahl abzugeben.

Der neue Lichtenfelser Stadtrat

Das Ergebnis der Lichtenfelser

Stadtratswahl:

SPD 28,5%, CSU 26,5%, Grüne 12,1%, FW/FB 10%, JB 9,5%, WLJ 8,8%, AfD 4,6%.

Folgende Frauen und Männer

sind nun im Stadtrat vertreten:

SPD: Dr. Arnt-Uwe Schille, Monika Faber, Elke Werner, Sven Eisele, Dietmar Heinkelmann, Philip Bogdahn, Günter Reinlein und Ina Dorsch.

CSU: Sabine Rießner, Emmi Zeulner, Uwe Held, Otto Dinkel, Robert Gack, Dr. Andrea Starker, Frank Rubner und Bernd Krauß.

Grüne: Mathias Söllner, Dr. Susann Freiburg, Siegbert Koch und Dr. Christine Schmidt.

FW/FB: Eduard Meixner, Rudolf Panzer und Dr. Christopher Bogdahn.

JB: Philipp Molendo,

Christian Bauer und Christian Barth.

WLJ: Roland Lowig,

Johannes Oppel und Andrea Dinkel.

AfD: Heike Kunzelmann.

Von Stefan Lommatzsch

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