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LICHTENFELS

Zirkus Baroness gastiert mit Schneemann Olaf in Lichtenfels

Zirkus „Baroness“ mit Schneemann Olaf in Lichtenfels
Von Dienstag bis Donnerstag führt der Zirkus Baroness auf dem Schützenplatz in Lichtenfels seine Show auf. Da freut sich nicht nur Schneemann Olaf. Foto: Lea Wagner

Ein kleiner Clown stürmt freudig aus einem Wohnwagen, auf dem in großen blauen Buchstaben „Baroness“ steht. Er wieselt über den Schützenplatz. Seine Familie baut gerade das Zirkuszelt auf. Auf dem Boden liegen Metallrohre, Lichterketten, Seile und eine große bunte Plane. Der Jung-Clown will auch ein wenig mithelfen. Das Zelt muss bis zum Abend stehen, denn bis Donnerstag führt der Familienzirkus jeden Nachmittag und Abend eine abwechslungsreiche Vorstellung mit Pferden, Lamas, Alpakas, Seiltänzerinnen, einem Clown, Jongleuren und Akrobaten auf. Olaf der Schneemann ist mit von der Partie. Glaubt man den Zirkusleuten, dürfen sich die Besucher da auf so manche lustige Überraschung freuen. Vivien und Joena sind zwei gertenschlanke Artistinnen, die dem Hula-Hoop-Reifen einen atemberaubenden Dreh geben.

„Wenn wir einmal 14 Tage an einem Ort sind, wird es mir schon zu langweilig.“
Angelo Laudenburger, Zirkus Baroness

„Wir sind ein zehn Personen Zirkus und ein reines Familienunternehmen in der fünften Generation“, erklärt Angelo Laudenburger, Juniorchef des Zirkus Baroness, nicht ohne Stolz. Ständiges Herumreisen, nicht sesshaft sein – das macht Angelo Laudenburger nichts aus. Im Gegenteil: „Ich kenne nichts anderes, und ich will auch nichts anderes. Wenn wir einmal 14 Tage an einem Ort sind, wird es mir schon zu langweilig. Dann will ich weiterziehen“, sagt der Juniorchef. „Wir reisen in ganz Deutschland herum. Immer der Nase nach. Aber wir müssen auch auf die anderen Zirkusse achten. Es darf nicht zu viel Konkurrenz an einem Ort geben“, erläutert er.

Der Familienzirkus war auch schon im Ausland unterwegs. „Dänemark, Schweden, Österreich. Wir gehen dahin, worauf wir gerade Lust haben“, sagt er.

Einmal im Jahr wird der Wohnwagen zum Klassenzimmer

Für die Kinder ist der ständige Ortswechsel eine Herausforderung. „In der Schule finden sie schnell Anschluss. Aber die Abschiede von den anderen Kindern, wenn wir weiterziehen, ist traurig“, erzählt Angelo Laudenburger. Die Kinder gehen immer dort zur Schule, wo der Zirkus Baroness gerade gastiert. Einmal im Jahr gibt es sogar eine Zirkusschule. Dabei wird der Wohnwagen zum Klassensaal – mit Tafel, Schultischen und Kreide. Die Lehrer, die die Zirkuskinder unterrichten, reisen sechs Wochen mit dem Zirkus mit. Sie sind speziell dafür ausgebildet, Zirkuskinder zu unterrichten.

Zirkus „Baroness“ mit Schneemann Olaf in Lichtenfels
Der Zirkus Baroness reist durch ganz Deutschland. Manchmal sogar ins Ausland. Immer dahin, wohin es die Familie gerade zieht. Foto: Lea Wagner

Vorurteile über nicht artgerechte Tierhaltung

Die Mitglieder des Zirkus haben auch Showeinlagen mit eigenen Tieren einstudiert. Auch die Zirkuskinder treten dabei mit Alpakas, Lamas und Pferden auf. Die Hühner im Zirkusbetrieb gackern nicht in der Manege, sie legen nur Eier. „Es gibt immer Vorurteile, dass Zirkusse ihre Tiere nicht artgerecht halten würden“, beschwert sich Angelo Laudenburger. „Wir wollen für unsere Tiere nur das Beste. Jedes Mal, wenn wir in eine neue Stadt ziehen, kommt das städtische Veterinäramt und überprüft, ob wir unsere Tiere artgerecht halten. Wenn wir uns nicht an die Regeln halten, nehmen sie uns die Tiere weg“, erläutert er.

Hinter den Aufführungen steckt viel Mühe und Leidenschaft

Die Mitglieder trainieren sechs Mal pro Woche. „Wir versuchen, uns jedes Jahr etwas Neues auszudenken“, erklärt Angelo Laudenburger.

Es sei teilweise schwer geworden, mit dem Zirkus genug Geld zu verdienen, meint der Junior Chef. „Man braucht immer ein bisschen Glück. Vergangenes Jahr haben wir in Untersiemau unsere Weihnachtsvorstellung aufgeführt. Da lief es richtig gut“, sagt er. Aber das Internet habe vieles kaputt gemacht. „Viele Eltern haben keine Zeit mehr für ihre Kinder und die Kinder hängen nur noch vor dem Smartphone“, sagt er. „Wir hoffen, dass viele Zuschauer aus Lichtenfels zu uns in den Zirkus kommen. Einen Zirkus hat man nicht täglich in der Stadt und er bietet die Möglichkeit, vom Alltag abzuschalten“, sagt er. „Wir sind ein Zirkus mit Leib und Seele und es warten viele spektakuläre Showeinlagen auf die Lichtenfelser“, freut sich Angelo Laudenburger.

 

Von Lea WagNer

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