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STRÖSSENDORF

Blühwiesen anlegen: Kurs der Umweltstation in Strössendorf

Blühwiesen anlegen: Kurs der Umweltstation in Strössendorf
Norbert Wimmer zeigte in seinem Garten in Strössendorf, dass Sensen mit ein wenig Übung gar nicht so schwer ist. Foto: Corinna Tübel

Rund 25 Neueinsteiger und erfahrene Gartenbesitzer tauschten sich am Freitagnchmittag im Garten der Familie Wimmer in Strössendorf zur Anlage von Blühflächen und Blühwiesen im Hausgarten aus. Die vorausgegangenen Schneefälle beeinflussten die praktischen Abschnitte des Kurses der Umweltstation Weismain nur wenig. Bis zur empfohlenen Ansaatzeit im April und Mai, möglichst vor einem Regen, dauere es ohnehin noch ein paar Wochen. Bis dahin sei Zeit für die Planung, so Kreisfachberater Michael Strohmer, und die vorbereitenden Arbeitsschritte.

Akzeptieren, was rauskommt

„Blumenwiesen-Samen einfach nur auf einen bestehenden Rasen streuen bringt nämlich nichts“, so der Fachmann. Einen Rasen über mehrere Jahre durch „nur einmal oder zweimal mähen“ in eine Blumenwiese zu überführen klappt nur, wenn im Umkreis artenreiche Wiesen als Samenlieferanten vorhanden seien und der Grasfilz nicht zu dicht ist.

Das sei im Umkreis von Hausgärten selten der Fall. Ein paar der Teilnehmer fühlten sich scheinbar ertappt. Aber: Norbert Wimmer riet, solch ein Vorhaben möglichst unkompliziert zu halten: „Einfach Spaß dran haben und akzeptieren, was rauskommt. Das Problem ist, dass die Leute denken, so etwas ist sehr schwierig und kompliziert. Aber wenn man sich mit dem zufrieden gibt, was daraus wird, dass die Vielfalt groß ist, dann ist es einfach.“ Er empfiehlt, von Zeit zu Zeit zu beobachten: Entspricht mir mein Garten noch? Für ihn zum Beispiel sei es etwas sehr Schönes, gerade die ersten Stieglitze auf den Flockenblumen von seinem Fenster aus zu beobachten.

„Blumenwiesen-Samen

einfach nur auf einen

bestehenden Rasen streuen bringt nämlich nichts.“

Michael Strohmer, Kreisfachberater

Der Kreisfachberater verwies unter anderem darauf, Regio-Saatgut direkt vom Hersteller zu beziehen. Der Samen entstamme dieser Region und sei für die Besonderheiten vor Ort zusammengesetzt – anders als beispielsweise für die Flächen in Norddeutschland. Einige der enthaltenen Pflanzen kamen den Teilnehmern bekannt vor: Die Flockenblume, die gegen Gras gut ankomme, der Wiesensalbei und die Glockenblume, aber auch der Wiesenbocksbart oder die Wilde Möhre seien in vielen Mischungen enthalten. Die Arten der späteren Blumen seien meist so zusammengestellt, dass über das ganze Jahr verteilt viel blühe.

Vor der Ansaat empfahl Michael Strohmer den Bodenumbruch und diesen mindestens vier Wochen absetzen zu lassen. Eine schnelle Variante der Ansaat beinhalte ungewaschenen Sand und gütegesicherten Kompost. Bei geringem Unkrautdruck könne die Fläche schon nach einem Jahr zur Blüte gebracht werden und nur einmal im Herbst gemäht werden. Eine andere Variante dauere länger, kommt aber ohne Bodenaustausch aus. Dafür könne diese Möglichkeit einen mehrmaligen Unkrautschnitt erfordern. Erst im zweiten Jahr werde sich das Mähen auf voraussichtlichen zweimal im Jahr beschränken.

Sensen kann jeder lernen

Gut geeignet hierfür sei die „alte Sense“. Norbert Wimmer führte die alte Technik anhand ein paar hohen alten Halmen vor. Die Bewegungen waren flüssig und schienen leicht. „Sensen kann jeder. Mit ein bisschen Übung dauert es auch nicht so lang“, verriet Michael Strohmer. Das Gemähte könne man gut als Basis für Hochbeete nutzen oder einfach in einer Ecke des Gartens erst mal liegen lassen. Auf den Kompost würde er es nicht werfen. Nach dem Sensen lag Staunen in den Gesichtern der Teilnehmer: „Alles darunter ist schon grün. Die nächste Generation steht schon bereit.“ Es duftet nach nassem Gras und Anfang. Frühlingsanfang?

Weil Gartenarbeit einfach Spaß macht

Norbert Wimmer, dessen Garten rund 2000 Quadratmeter misst, hielt zusammen mit Michael Strohmer schon mehrere Veranstaltungen rund um die Gartenpflege ab. Zusammen mit seiner Frau legt er viel Herzblut in seinen Garten, „weil es einfach Spaß macht.“

Blühwiesen anlegen: Kurs der Umweltstation in Strössendorf
Norbert Wimmer beim gekonnten Umgang mit der Sense. Foto: Corinna Tübel

Von Corinna Tübel

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