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LICHTENFELS

Lichtenfels: Kein Kreisverkehr an den Mainbrücken

Bauauschuss in Lichtenfels: Kein Kreisverkehr möglich
Keine Einwände gab es zur Erweiterung des BRK-Rettungszentrums in der Henry-Dunant-Straße. Foto: Werner Diefenthal

Die letzte Bauauschussitzung vor den Wahlen war geprägt von einem harmonischen Miteinander. Die im öffentlichen Sitzungsteil zu behandelnden Punkte boten auch kaum Konfliktstoff. Einzig die Anfrage von Stadtrat Rudi Breuning bezüglich der Ampelschaltung an der Kreuzung Coburger Straße/ Bürgermeister-Dr.-Hauptmann Ring gab Anlass zur Diskussion.

Stadtbaumeister Gerhard Pülz erläuterte anhand der vorliegenden Daten und Karten die Problematik. Zum einen müsste die Schaltung im Gesamtrahmen des Verkehrskonzeptes der Stadt Lichtenfels betrachtet werden, zum anderen habe diese Kreuzung mehrere Besonderheiten. Es gibt zwei Verkehrsspitzen, eine am Morgen, die andere am Abend. Dann käme hinzu, wenn es größere Veranstaltungen in der Stadthalle veranstaltet würden und nicht zu vergessen die Großveranstaltung „Lieder auf Banz“, bei dem der Verkehr um ein Vielfaches höher wäre. Ein Kreisverkehr wäre dort nicht zu realisieren, fügte Gerhard Pülz an, da dieser mindestens 26 Meter im Durchmesser haben müsse.

Was machbar ist, wird gemacht

Mit einer einfachen Umprogrammierung wäre das Problem nicht zu lösen, da das System sehr alt sei und man diese Spitzen nur durch Induktionsschleifen in der Fahrbahn beziehungsweise eine Video- oder Radarüberwachung in einem intelligenten System abfangen könnte. Im Zuge der Gesamtanpassung müsse dann auch dafür gesorgt werden, dass die „Grüne Welle“ erhalten bleibt. Die Projektierung wurde an die Firma Siemens übergeben, welche ein Gesamtkonzept erarbeitet, in welchem auch die Signalanlage der Fußgängerampeln auf ein Anforderungssystem umgestellt werden soll („Drück-Ampel“). Die Kosten werden in einem hohen fünfstelligen Betrag liegen, welcher bereits zu einem großen Teil eingeplant ist. Ebenfalls angepasst werden muss die Gesamtbeschilderung der Kreuzung, welche besonders für Auswärtige teilweise sehr verwirrend ist.

Da diese Kreuzung zwei Kreisstraßen und zwei städtische Straßen beinhaltet, müsse der Landkreis einen Teil der Kosten tragen. Es herrschte Einigkeit darüber, dass man die Projektierung und die Aufstellung über die Gesamtkosten abwarten muss.

Sehr kurz fiel die Besprechung über den Bauantrag für die Erweiterung des BRK-Rettungszentrums in der Henry-Dunant-Straße aus. Da von Seiten der Verwaltung gegen dieses Vorhaben keine Einwände bestehen wurde dem Vorhaben die einvernehmliche Genehmigung erteilt.

Die Umnutzung ist eigentlich schon geschehen

Für Erheiterung sorgte die Bauvoranfrage bezüglich der Nutzung einer landwirtschaftlichen Scheune zu einem öffentlich genutzten Raum in Lahm. Dieser soll für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Bei Vorgesprächen wurde festgestellt, dass dies im Grunde genommen bereits der Fall ist. Bedenken kamen bezüglich Lärmschutz und Parkplatzsituation auf. Auch die Tatsache, dass dort in dem Raum mehr Besucher als Einwohner im Ort sein könnten, stimmte den Ausschuss nicht gerade positiv. Man einigte sich, dass von Seiten der Verwaltung Gespräche mit den Eigentümern geführt werden sollen, in welchen die offenen Punkte geklärt werden und dann ein genehmigungsfähiger Bauantrag eingereicht werden kann.

Auf ausdrücklichen politischen Wunsch

Der Bauantrag eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage in Isling wurde mit einer Gegenstimme genehmigt. Hier wurde durch die Verwaltung „auf ausdrücklichen politischen Wunsch“ der Bau genehmigt, bevor eine entsprechende Straße gebaut beziehungsweise das Grundstück komplett eingemessen wurde. Dies führt nun zu Kollisionen mit den nötigen städtischen Arbeiten. Gerhard Pülz führte aus, dass, sollte es bei Verzögerungen beim Bau der Straße beziehungsweise der Kanalisation zu durch den Bauherrn verschuldeten Verzögerungen kommen, dieser sich per Unterschrift bereit erklärt habe, die Kosten zu übernehmen. Sowohl Frank Rubner als auch Elke Werner äußerten dahingehend Bedenken, dass die Stadt hier einen Präzedenzfall schaffen könne. Am Ende stimmte lediglich Frank Rubner dagegen.

Ohne ausreichend Parkplätze geht es nicht

Der Antrag auf eine Nutzungsänderung eines früheren zahntechnischen Labors in Lichtenfels wurde vom Ausschuss zurückgewiesen. Die Problematik sind dabei die fehlenden Stellplätze, gerade in der mehr als parktechnisch kritisch anzusehenden Gegend am Friedhof. Sollten die entsprechenden Parkmöglichkeiten im Plan nachgewiesen werden, würde einer Genehmigung nichts mehr im Wege stehen.

Schweigen aus dem Landratsamt

Frank Rubner brachte die Frage auf, ob der neue Platz für das Streumittelsilo in Kösten nicht verlegt werden könne. Es hätten sich Anwohner bereits mittels Unterschriftenlisten dafür eingesetzt. Es wurde allerdings festgestellt, dass dieser Platz sowohl logistisch als auch platztechnisch der geeignete ist und man auch von Seiten der Stadt keine Alternative habe, da man über keine Flächen mehr verfüge und der Landkreis sich bis dato auf eine Anfrage hin nicht gemeldet habe. Christian Bauer regte an, dass man nach der Fertigstellung und Begrünung dort eventuell auch eine Sitzbank aufstellen könne.

Die Lichter bleiben aus

Bürgermeister Andreas Hügerich informierte, dass sich Lichtenfels, auch auf Betreiben der Einwohner, in diesem Jahr erstmalig an der „WWF World Earth Hour“ beteiligen wird. Dieser findet am 28. März statt und dabei werden die Lichter am Oberen Stadtturm, am Stadtschloss und am Unteren Tor von 20.30 bis 21.30 Uhr ausgeschaltet. Damit möchte man sich nun auch in Lichtenfels an der eher symbolischen und friedlichen Mahn-Aktion für mehr Umwelt- und Klimabewusstsein beteiligen.

Von Werner Diefenthal

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