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Klimawandel als Herausforderung für Landwirte am Obermain

Klimawandel als Herausforderung für Landwirte am Obermain
Organisatoren und Referenten: Marcus Albert, Ring junger Landwirte Lichtenfels, Rudi Steuer, vlf Bad Staffelstein, Christian Schmidt, Fachzentrum Rinderhaltung Schweinfurt, Christine Rödder, AELF Coburg, Edgar Böhmer, und Arno Eisenacher, AELF Coburg (v. li.). Foto: red

Wie können Milchviehhalter auf den Herausforderungen der neuen Düngeverordnung und dem Klimawandel reagieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung in Trieb, die das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg, der Ring junger Landwirte Lichtenfels und der Verband für landwirtschaftliche Fortbildung Bad Staffelstein organisiert hatte.

Christian Schmidt vom Fachzentrum Rinderhaltung in Schweinfurt erläuterte, dass die fachgerechte Umsetzung der neuen Düngeverordnung im Milchviehbetrieb sehr anspruchsvoll ist. Zum einen brauchen die Pflanzen für ein optimales Wachstum ausreichend Stickstoffdünger. So werden hohe Erträge mit eiweißreichen, schmackhaften Futterpflanzen erzielt.

Kühe einfach und bedarfsgerecht versorgen

Damit können die Kühe einfacher bedarfsgerecht versorgt werden, und es besteht weniger die Notwendigkeit, auf ergänzende Kraftfuttermittel wie Sojaschrot aus Südamerika zurückzugreifen. Andererseits sollte aber im Boden möglichst wenig Stickstoffdünger sein, der ansonsten in Form von Nitrat ins Grundwasser gelangen könnte. Hier gelte es, die Gratwanderung zu meistern.

In Abhängigkeit von der Temperatur, der Wasserverfügbarkeit, der Bodenbeschaffenheit und den Pflanzenbeständen sind die optimalen Düngemaßnahmen durchzuführen. Grundsätzlich wird die Viehhaltung im Landkreis Lichtenfels nicht sehr intensiv betrieben. So sollten die Herausforderungen zu bewältigen sein.

Dennoch müsse sich jeder Landwirt anstrengen und sein Möglichstes tun. Christian Schmidt setzt auf Zusammenarbeit der Bauern: „Geben Sie Gülle an viehlose Betriebe ab, investieren Sie gemeinsam in teure Ausbringtechnik oder bauen Sie gemeinsam zusätzlichen Güllelagerraum.“ Der Experte meint, dass so die Nährstoffe besser verteilt und damit bedarfs- und zeitgerecht zum Wachstum der Pflanzen zur Verfügung stehen.

Gemeinschaftliche betriebene Güllelagunen ein Ziel

Aus Kostengründen solle die Errichtung von größeren, gemeinschaftlich betriebenen Güllelagunen erwogen werden. Dazu werde am 16. März in Sonnefeld eine spezielle Abendveranstaltung zum Thema „Güllelagerung im Erdbecken“ angeboten.

In Anbetracht der zunehmend trockenen Sommer empfiehlt Christian Schmidt den Anbau von Luzerne. Mit ihren tief reichenden Wurzeln kommt die schmackhafte Futterpflanze gut mit Trockenperioden zurecht. Als Leguminose braucht sie auch keine Stickstoffdüngung.

Edgar Böhmer, Landwirt aus Medlitz, sprach über das Thema „Als Milchviehhalter optimistisch in die Zukunft“. Unter seiner Leitung habe sich sein Betrieb sehr stark vergrößert. 160 Milchkühe und eine Biogasanlage bieten eine gute Existenzgrundlage. Vor allem die Zusammenarbeit mit Nachbarbetrieben ermöglicht ihm eine gewisse Sicherheit im Hinblick auf Futteranbau, Gülleabnahme und Dienstleistungen zur Maschinenauslastung.

Trockene Erntejahre in jüngster Vergangenheit

Böhmer sieht die zukünftigen Herausforderungen für die Milchviehhaltung vor allem in den Klimaveränderungen, die schon in jüngster Vergangenheit zu sehr trockenen Erntejahren führten. Kritisch sei auch zu betrachten, dass durch ständig neue Anforderungen an die Landwirtschaft keine Planungssicherheit gegeben ist. Mit steigenden Baukosten infolge der neuen Anlagenverordnung, Einschränkungen im Acker- und Futterbau in den „Roten Gebieten“ und höheren Tierwohlkriterien sind nur einige Hindernisse genannt, an die Bäuerinnen und Bauern sich anpassen müssen. Böhmers Rat an die Landwirtschaft ist es, zuerst besser zu werden und erst danach betriebliches Wachstum ins Auge zu fassen.

Durch gemeinschaftliches Handeln mit Bauern in der Nachbarschaft können Synergieeffekte genutzt werden. Als besonders wichtig erachtet der erfolgreiche Landwirt den Zusammenhalt innerhalb der Familie. „Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern.“ (red)

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