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Viktor-von-Scheffel-Schule:Erweiterungsbau beschlossen

Sofortmaßnahmen gegen den Asbest in der Viktor-von-Scheffel-Realschule in Bad Staffelstein: Im Herbst verzögerte sich dadurch der Schulbeginn nach den Sommerferien um einige Tage. Foto: OT-Archiv/Markus Häggberg

Der Landkreis Lichtenfels investiert große Summen in die Modernisierung „seiner“ Schulen. Eine mögliche Schadstoffbelastung an diesen belastet jedoch viele Kreisräte und Schulvertreter.

Rund 18,7 Millionen Euro wird er kosten: der Teilneubau an der Viktor-von-Scheffel-Realschule Bad Staffelstein. Sachaufwandsträger für diese ist der Landkreis Lichtenfels. 1957 gegründet, ist dort vieles in die Jahre gekommen. Darüber sind sich die die Kreisausschussmitglieder in der Sitzung am Dienstagmorgen einig.

Nord-, Ost- und Südtrakt müssen generalsaniert werden

Seit 2018 wird an der Planung der Generalsanierung des Nord-, Ost- und Südtraktes gearbeitet. Als wirtschaftlichste Lösung erachteten die Planer einen Erweiterungsbau in Richtung Allwetterplatz des Geländes. Dort könnten sämtliche Räumlichkeiten des Nord-, Ost- und Südtraktes untergebracht werden. Die vorhandenen asbestsanierten Räume könnten während der Bauphase weiter genutzt werden. Erst nach Fertigstellung würden die belasteten Gebäudeteile abgebrochen und der Erweiterungsbau an das verbleibende Schulgelände angeschlossen.

Die förderfähigen Kosten würden sich auf etwa zwölf Millionen Euro belaufen. Der Kreisausschuss stimmte diesen Entwürfen einstimmig zu und beauftragte die Verwaltung damit, entsprechende Planungen und Förderanträge auszuarbeiten. Dies soll noch in diesem Jahr geschehen, damit die Sanierung abschnittsweise von 2021 bis 2025 erfolgen kann. Der Schulbetrieb soll zu jeder Zeit weiterlaufen. Ein Komplettneubau wurde auf Grund der höheren voraussichtlichen Kosten von rund 35 Millionen Euro abgelehnt.

Sind noch Schadstoffe in den Schulen?

Für eine längere Diskussion sorgte eine mögliche Schadstoffbelastung in den Schulen des Landkreises. Bereits im September vergangenen Jahres blieb die Viktor-von-Scheffel-Schule für einige Tage geschlossen, nachdem Asbest entdeckt worden war. Für die anderen Schulen konnte Meißner Entwarnung geben.

„Was ist, wenn während des Baus wieder ein Schadstoffbefall auffällt? Dann haben wir nichts in der Tasche!“, gab Frank Novotny (SPD/SB) zur Sanierung der Bad Staffelsteiner Realschule zu bedenken. „Lehrer, Eltern und Kinder befinden sich seit Monaten in einer Ausnahmesituation“, betonte Landrat Christian Meißner. „Für solche Fälle aber hat niemand eine zweite Schule in der Tasche.“ Meißner versprach, die Schadstoffbelastung – auch in der Bauphase – engmaschig überprüfen zu lassen. Außerdem sei die Ursache ja identifiziert und es gehe nun darum, die Quellen um jeden Preis zu isolieren.

Auch Schulleiter Peter Gerhardt äußerte seine Bedenken und die der Eltern seiner Schüler. Der Landrat verwies dazu auf eine kürzlich erfolgte Messung, laut der alle Räume, auch die mit Folie verhängten Stellen, derzeit uneingeschränkt nutzbar seien.

„Lehrer, Eltern und Kinder befinden sich seit Monaten in einer Ausnahmesituation.“
Christian Meißner, Landrat über die Viktor-von-Scheffel-Realschule
Der Physikbereich des Meranier-Gymnasiums wird generalsaniert. Foto: Corinna Tübel

Doch durch den Sturm am Montag seien diese Planen im Konrektorat verrutscht und notdürftig wieder festgetackert worden. Unklar sei, ob Asbest darunter gewesen und ausgetreten sei. Die Konrektorin warf dem Gremium vor; „Das höre ich mir so nicht an, dass da nichts ist – auch auf die Gefahr hin, dass ich rausgeworfen werde! Natürlich ist da etwas!“ Der Landrat versprach, noch am selben Tag eine Spezialfirma an den Ort des Geschehens zu schicken.

Doch die Viktor-von-Scheffel-Realschule Bad Staffelstein ist nicht die einzige Schule, die „ein neues Gesicht“ bekommt oder schon bekam. „Für einen vergleichsweise kleinen Landkreis haben wir viele Schulen“, bemerkte der Landrat stolz. Insgesamt sind seit 2005 rund 30,5 Millionen Euro in bauliche Investitionen an der Viktor-von-Scheffel-Realschule Bad Staffelstein, der Staatlichen Realschule Burgkunstadt, dem Meranier Gymnasium Lichtenfels, dem Gymnasium Burgkunstadt sowie der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels geflossen. Ein Ausschnittsbericht wurde vorgestellt.

Weitere Sanierungsmaßnahmen in Lichtenfels und Burgkunstadt

Der Anteil des Landkreises Lichtenfels beläuft sich auf etwa 19 Millionen. Zukünftige Maßnahmen betreffen unter anderem die Generalsanierung des Physikbereichs am Meranier-Gymnasium, der bislang mit einer rund 50 Jahre alten Ausstattung auskommen musste. Auf Grund von zusätzlichem Raumbedarf derzeit und in den kommenden Jahren wird zudem gedanklich ein Ersatzneubau durchgespielt.

Auch an der Berufsschule Lichtenfels soll, zusätzlich zu den aktuellen Baumaßnahmen für das neue Angebot Fachfrau/Fachmann für E-Commerce, der Altbau saniert werden. In Burgkunstadt wird die Freisportanlage noch im Frühjahr fertiggestellt; danach soll die Generalsanierung der Ebene 7 im Programm KIP-S in Angriff genommen werden.

Den Raumbedarf an den Schulen im Blick behalten

Stets im Blick sollte der Landkreis Lichtenfels die Ermittlung des Raumbedarfs an allen Schulen, bedingt durch neue Klassen des G8- und G9-Modells, der Mittagsbetreuung und so weiter haben. Das gaben die Kreisräte dem Landrat mit. Der Eigenanteil für die Kosten dieser und weiterer Maßnahmen liege bei etwa 50 Prozent, abhängig vom jeweiligen Fördersatz. Für 2020 sei schätzungsweise mit rund 1,55 Millionen Euro zu rechnen, für 2021 mit vier Millionen und für die weiteren Jahre mit Kosten in ebendieser Größenordnung.

Einen Zuschuss vom Landkreis gibts für eine Verwaltungskraft für Sankt-Katharina- und Maximilian-Kolbe-Schule. Foto: Corinna Tübel

Der Kreisausschuss beschloss außerdem, dem Heilpädagogischen Zentrum der Caritas als Träger der Sankt-Katharina-Schule und der Maximilian-Kolbe-Schule Lichtenfels einen jährlichen Kreiszuschuss in Höhe der 2016 angefallenen Personalkosten für die Verwaltungskraft für die Schulverwaltung zu gewähren. So kann unter anderem die Trägerschaft beim Heilpädagogischen Zentrum der Caritas gewährleistet bleiben.

Aus dem Kreisausschuss

• Dem Landschaftspflegeverband Landkreis Lichtenfels verlängert der Kreisausschuss das 2009 gewährte zinslose Darlehen in Höhe von 50 000 Euro letztmalig um weitere fünf Jahre. Der Verband hat das Ziel, Artenvielfalt und den Reiz der Kulturlandschaft auch für spätere Generationen erhalten – gemeinsam mit Landwirtschaft, Naturschutz und den Kommunen.

• Der Kreisausschuss beauftragte den Landkreis, eine neue Kreuzung zwischen der Kreisstraße Lif 4 und der Bundesstraße B 173 herzustellen sowie einen neuen Radweg entlang der Lif 4 von Hochstadt nach Reuth zu bauen. Der Landkreis übernimmt von den Kosten für den Geh- und Radweg in Höhe von 355 000 Euro etwa 175 000 Euro sowie den Anteil von rund 158 000 Euro am Kreuzungsbauwerk.

• Die Jungen Bürger in Schney haben überprüft, ob das neue Tempo-30-Limit vor Ort von den Verkehrsteilnehmern eingehalten wurde. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug 34 Kilometer pro Stunde.

• Die Schulbuslinie für Kinder aus Herreth und Merkendorf (Landkreis Coburg), die die Realschule in Bad Staffelstein besuchen, konnte durch große Hartnäckigkeit in den Linienfahrplan aufgenommen werden.

Von Corinna Tübel

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