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Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

100000 Mark Schaden entstehen am Abend des 12. Januar in Staffelstein beim Brand dieses Wohnhauses. Foto: Repro: Christine Schweßinger

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

In der ersten Januarwoche 1995 hat es ausreichend geschneit: Der Lahmer Skilift geht in Betrieb. Auf den Straßen häufen sich gleichzeitig die Unfälle wegen Schneeglätte. Und aus etlichen Gärten grüßen die liebevoll errichteten Schneemänner. Einer von ihnen jedoch wird bei der Polizei aktenkundig: Mit „Namensgravur“ und sehr deutlichem Geschlechtsmerkmal deutet ihn der gleichnamige Nachbar als obszöne Beleidigung und erstattet Anzeige gegen den Schneemann-Erbauer. Zwar wird das Corpus Delicti nicht in Natura als Beweismittel bei der Polizei eingefroren, wohl jedoch sein fotogenes Abbild. Alles Weitere geht seinen behördlichen Gang.

Anzeige wegen Jagdwilderei erstattet in dieser Woche der Altenkunstadter Jagdpächter Josef Schmitt. In seinem Revier „Gemeindeberg“ hatte er schon seit einiger Zeit einen merkwürdigen Rückgang des Rehwilds bemerkt. Als nun ein mit zwei Drahtfangschlingen malträtiertes Reh gefunden wird, hält er den Beweis in den Händen. Als „fachmännisch geknüpft“ deklariert er die Schlinge an Bein und Hals des Tieres, das sich wohl schon seit zwei Wochen schwer verletzt bei Dauerfrost qualvoll gegen die an Baum und Boden befestigte Arretierung wehrte. Es muss mit einem Fangschuss von seinem Leid erlöst werden. Der Draht am Hals hatte sich bis zum Nackenwirbel tief eingeschnitten, die Wunde war längst hart und brandig.

Mit Polizeikontrolle nach Schweinfurt

Gerettet wird hingegen ein Storch, den ein Mann im Wald bei Kleinziegenfeld entdeckt. Offenbar hatte er den Abflugtermin Richtung Süden verpasst. Zusammen mit dem Polizeipräsidium Coburg wird recherchiert und Meister Adebar eine Bleibe für den Winter organisiert: Per Polizeieskorte wird er in eine Vogelauffangstation des Landesbunds für Vogelschutz in den Landkreis Schweinfurt (Unterfranken) gebracht.

Im hessischen Gießen taucht jenes Auto wieder auf, das sich ein Feriengast Anfang November bei seinem Vermieter in Staffelstein „ausgeliehen“ und nicht wieder zurück gebracht hat. Er geht der Polizei am 13. Januar bei einer Verkehrskontrolle in die Falle, nachdem er zur Fahndung ausgeschrieben war.

Bis auf den Wirbelknochen eingeschnitten vom Draht einer Fangschlinge: Dieses bei Altenkunstadt in einer Wildererfalle gefangene und schwer verletzte Reh muss per Fangschuss von seinem Leid erlöst werden. Foto: Repro: rau

800 Zuschauer in der Stadthalle

800 Zuschauer erleben am 11. Januar 1995 in der Lichtenfelser Stadthalle spektakuläre Highlights aus den populärsten Broadway-Musicals bei der Andrew-Lloyd-Webber-Gala. Von „Cats“ und „Evita“ über „Jesus Christ Superstar“ und „Phantom der Oper“ bis zum „Starlight Express“ und „Sunset Boulevard“ reichen die aufwändig inszenierten Stücke unter der Regie des US-Amerikaners Darryl Robinson, der selbst auch als Solosänger brilliert: „Ein buntes Mosaik aus Tanz, Gesang und Show“, das die Lust auf mehr Musical auch beim Reporter weckt.

Notquartier im Gasthof

Denise Norton und Kapa Kitchen fauchen sich bei der Andrew-Lloyd-Webber-Gala in der Lichtenfelser Stadthalle im Duett aus dem Musical „Cats” an. Foto: Repro: Till Mayer

Am Abend des 12. Januar 1995 geht eine 54-Jährige Staffelsteinerin in die Kirche zum Gottesdienst und wird so schnell nicht mehr in ihr Haus zurückkehren können. Dort bricht nämlich ein Feuer aus, das von einem Nachbarn bemerkt und von der Feuerwehr gelöscht wird. Auf 100 000 Mark schätzt die Polizei den Schaden. Die Bewohnerin muss vorerst in einem Gasthof untergebracht werden, berichtet das OT.

Dem nach 44 Jahren nicht mehr kandidierenden Vorsitzenden des Gesangvereins Strössendorf, Berthold Schöps, verleiht Amtsnachfolger Heinz Groß postwendend die Würde des Ehrenvorsitzenden. Die SPD Schney ernennt Erich Strähnz zum Ehrenmitglied.

Von Gabi Kriese

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