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LICHTENFELS

„Songs of our heroes“ begeistern Gäste in der Stadtalm

Easy Springsteen, alias Bernd Meusel (li) und Peter Lachner in Aktion. Foto: Werner Diefenthal

Kaum jemand, der diese große Namen nicht kennt: Bob Dylan und Bruce Springsteen. Persönlich waren sie nicht in Lichtenfels, aber man konnte den Geist der beiden außergewöhnlichen Songwriter und Interpreten am Donnerstag in der gut besuchetn „Stadtalm“ spüren.

„Songs of our heroes“ heißt das Programm, das Peter Lachner und Bernd Meusel a la „Easy Springsteen“ präsentierten. Mal einzeln, dann wieder gemeinsam, spielten sie sich quer durch die Jahrzehnte und ergänzten mit interessanten Informationen rund um die Lieder sowie Anekdoten aus den Leben der beiden Ausnahmemusiker, dazu immer untermalt von einer Bildershow, die hinter der kleinen Bühne auf die Leinwand geworfen wurde.

Peter Lachner als Nikolaus. Foto: Werner Diefenthal

Den Anfang machte Peter Lachner, wie immer mit seinem schwarzen Hut und der Sonnenbrille, ergänzt durch einen Nikolausbart. In der ihm eigenen Weise interpretierte er, passend zur Adventszeit und seiner Kostümierung, „Christmas in the Heart“ sowie „Winter Wonderland“ von Bob Dylan, bevor er zu „Meet me in the Morning“ den Bart fallen ließ. Mit Gitarre und Mundharmonika erfüllte Lachner den ersten Zuhörerwunsch, „Corinna, Corinna“, bevor er mit „Billy one“ aus „Pat Garrett jagt Billy the Kid” begann, unvergessliche Songs aus den dazugehörenden Filmen vorzutragen.

Zu den bekanntesten Filmen, welche von Bob Dylan oder Bruce Springsteen musikalisch untermalt wurden, gehören „Easy Rider“ und natürlich „Streets of Philadelphia“ von Bruce Springsteen aus dem Jahr 1993, wofür dieser ein Jahr später den Oscar für die beste Filmmusik erhielt.

Beide Musiker spielen beinahe ununterbrochen

Von den Gästen war in der Tat eine heldenhafte Standfestigkeit gefragt. Die beiden Musiker gönnten den Anwesenden kaum eine Pause. Entweder spielten Peter Lachner und „Easy Springsteen“ abwechselnd oder sie griffen gemeinsam in die Seiten. Nur, wenn Bernd Meusel Geschichten oder Anekdoten aus dem Leben oder über die Lieder erzählte, war eine kurze Verschnaufpause angesagt.

Easy Springsteen in voller Leidenschaft. Foto: Werner Diefenthal

Einiges regte zum Nachdenken an, anderes zum Schmunzeln. So erzählte er über den Song „Fire“, dass Bruce Springsteen diesen ursprünglich für Elvis Presley geschrieben und diesem auch ein Demoband geschickt hatte. Gehört hat der King of Rock?n Roll dieses Lied nie, denn er starb kurz vorher.

Auch „Rising“ erzählt eine eigene Geschichte, geschrieben nach dem Terroranschlag auf das World Trade Centre“.

Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Doch an diesem Abend stand die Musik im Vordergrund. „Knockin' on Heavens door“, „This land is your land“ oder auch “Blowin' in the wind”, um nur einige der Welthits zu nennen, wurden von Lachner und Meusel mit Leidenschaft und musikalischer Kunstfertigkeit vorgetragen.

Im Laufe des Abends wurden dem Publikum, welches sich als durchaus textsicher präsentierte, Musikwünsche von Lachner und Meusel zu gern erfüllt. Als Bernd Meusel jedoch, abweichend vom Titel des Abends, „Last Christmas“ von Wham vortrug, erntete er einige amüsant bis entsetzte Blicke.

Eine Version von „Last Christmas“ für alle Verkäufer und Verkäuferinnen

„Das spiele ich für alle Verkäuferinnen und Verkäufer, die das jeden Tag gefühlte mehrere tausend Mal hören müssen.“ Aber Easy Springsteen wäre nicht Easy Springsteen, wenn er diesem Song nicht seinen eigenen Stempel aufdrücken würde und daraus eine rockige Ballade zauberte. Einige Zuschauer meinten, er möge das doch erst nach elf Uhr, quasi als Rausschmeißer, spielen.

Auch getanzt wurde zur Musik. Foto: Werner Diefenthal

Ein weiteres Weihnachtslied folgte. „Mele Kalikimaka“, ein hawaiianisches Weihnachtslied von Bing Crosby, das die Meisten aus der Komödie „Schöne Bescherung“ kennen. Mit leicht rollenden Augen bekannte er sich dazu, dass er dieses Lied aufgrund einer verlorenen Wette spielen müsse.

Man merkte kaum, wie die Zeit verging. Als Peter Lachner und Easy Springsteen sich um 23 Uhr mit den Zugaben, unter anderem „Because the night“, welches Springsteen einst für Patti Smith geschrieben hat, und „Mighty Quinn“ von Bob Dylan aus dem Jahr 1967 in die Winternacht verabschiedeten, wurde noch einmal mitgesungen und mitgetanzt. Eine Reise quer durch viele Jahrzehnte der Rockmusik endete und irgendwie war man doch etwas traurig, dass es vorbei war.

Von Werner Diefenthal

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