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LICHTENFELS

3,3, Prozent Arbeitslosigkeit am Obermain

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Die ersten am Bau beschäftigten Mitarbeiter haben sich wegen des nahenden Winters bereits arbeitslos gemeldet – vorsorglich. Foto: Getty Images

Der Herbstaufschwung am regionalen Arbeitsmarkt setzte sich in diesem Jahr auch im November fort. Im Vergleich zum Oktober fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit jedoch jahreszeitlich bedingt um die Hälfte geringer aus. Im Landkreis Lichtenfels beträgt die Arbeitslosenquote derzeit 3,3 Prozent, so viel wie im Oktober. Ende des Monats waren 1 289 Männer und Frauen am Obermain arbeitslos registriert.

Die Arbeitslosigkeit stieg damit in den vergangenen zwölf Monaten am Obermain um 5,1 Prozent. Denoch gebe es „viel Bewegung am Arbeitsmarkt“, so die Arbeitsagentur in ihrem Monatsbericht. 118 Personen hätten im November im heimischen Landkreis einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Das sind sieben mehr als 2018.

Die Stadt Bamberg verzeichnete im November den größten Rückgang der Arbeitslosigkeit (-6,0 Prozent), gefolgt von Landkreisen Bamberg (-2,8 Prozent), Coburg (-2,4 Prozent), Kronach (-2,1 Prozent), Forchheim (-1,6 Prozent) und der Stadt Coburg (-1,4 Prozent). Lediglich im Landkreis Lichtenfels stagnierte die Arbeitslosigkeit (+0,2 Prozent bzw. 3 Personen).

Der Arbeitgeberservice bekam indessen im November aus dem Landkreis Lichtenfels 131 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 50,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Stellenpool seien aktuell 828 Arbeitsplatzangebote, 320 oder fast 30 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Im gesamten Arbeitsagenturbezirk Coburg-Lichtenfels verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im November um 239 Personen (-2,4 Prozent) auf 9607. Die Drei–Prozent-Hürde, ab der Vollbeschäftigung gilt, werde „deutlich“ unterschritten.

Kurzarbeit und Weiterbildung sichern Wettbewerbsfähigkeit

„Der November war eher mild, mal sonnig und mal grau. Spätherbstliche Herbst-stürme und erste Schneeschauer blieben aus. Entsprechend setzte sich der Herbstaufschwung auch in diesem Monat weiter fort und sorgte für einen leichten Beschäftigungsanstieg. Da der Winter in den kommenden Wochen vor der Tür steht, meldeten sich erste Beschäftigte des Bau Haupt- und Nebengewerbes – jedoch nur vorsorglich. Denn der Trend zur Weiterbeschäftigung in der kalten Jahreszeit hält aufgrund der weiterhin guten Auftragslage an. Zum Jahreswechsel wird die Arbeitslosigkeit saisonbedingt voraussichtlich wieder leicht steigen.

In der kommenden Woche Aktion für Menschen mit Behinderung

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Jobbörsen sind Möglichkeiten für Arbeitssuchende. Foto: Getty Images

Die aktuelle konjunkturelle Schwäche hinterlässt jedoch durchaus Spuren am Arbeitsmarkt. Im Großen und Ganzen zeigt sich der Arbeitsmarkt aber weiterhin dynamisch. Die Zahl der Betriebe, die zur Überbrückung in Kurzarbeit gehen, um ihre Fachkräfte zu halten, ist laut Arbeitsagentur weiter gestiegen. Sie verdoppelte sich im Agenturbezirk seit 2018 auf 60. Aktuell gibt es hier 1399 Kurzarbeiter.

„Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, fragen bei unsrem Arbeitgeberservice immer mehr Firmen nach Förderungen für Qualifizierungen ihrer Mitarbeiter. Von der Weiterbildung bis zum Berufsabschluss bieten sich hier viele Chancen“, so das Resümee von Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. „In der kommenden Woche findet die jährliche bundesweite Aktion der Menschen mit Behinderung statt. Unser Arbeitgeberservice wirbt bei den Betrieben, Menschen mit Behinderung einzustellen. Es gibt zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Die Behinderung hat meistens keine Auswirkung auf die berufliche Leistungsfähigkeit eines Menschen. Sie ist eine Bereicherung für den Betrieb,“ so Glos weiter.

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Die Absatzdelle in der Automobilindustrie führt auch im heimischen Bereich zu Kurzarbeit. Foto: Getty Images

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg seien aktuell rund 1134 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet. Über zwei Drittel von ihnen hätten einen Ausbildungs- oder Stu-dienabschluss – eine Chance für jeden, der Fachkräfte suche, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Die Arbeitsagentur und die Jobcenter unterstützen und fördern bei Bedarf berufliche Weiterbildung sowie Umschulungen.

Da zum Großteil Fachkräfte oder Experten auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, werden aktuell 1140 Personen im Bezirk beruflich weitergebildet, um ihre Berufschancen zu optimieren.

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern bewegt sich auf hohem Niveau, gibt aber weiter nach. Der Großteil des Personalbedarfs entfällt auf die folgenden Berufsbereiche: 2375 Produktion, Fertigung, 1328 Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit, 938 Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung, 743 kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus sowie 663 Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik. Lediglich der Bereich Gesundheit, der sich nahezu konjunkturneutral entwickelt, verzeichnet davon im Stellenbestand im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Plus (+2,2 Prozent).

140 weniger Langzeitarbeitslose als vor zwölf Monaten

Bei den Jobcentern des Agenturbezirks waren Ende November 3800 Personen arbeitslos gemeldet. Ihre Zahl sank im November um 202 (- 5 Prozent) Menschen. (red)

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