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SCHNEY

25 Entlassungen bei Robert Hofmann GmbH in Schney

Entlassungen sorgen für Unruhe unter der Belegschaft der Robert Hofmann GmbH. Das Firmengebäude von „Hofmann – Ihr Möglichmacher” in der Zeil in Schney. Foto: Archiv-Markus Drossel

Wegen anhaltender Umsatzrückgänge hat die Robert Hofmann GmbH in der Sparte Modellbau (Ihr Möglichmacher) 25 Mitarbeiter entlassen. Damit erreicht die Krise in der Automobilindustrie auch die heimische Wirtschaft. Ein Sozialplan wurde ausgehandelt. „Weitere Entlassungen sind nicht geplant“, versichert Geschäftsführer Robert Hofmann auf Anfrage.

„Die Autobranche schwächelt quer durch alle Marken, auch die Aussichten für das nächste Jahr sind nicht besser. Daher mussten wir handeln.“
Robert Hofmann, Geschäftsführer

„Die Autobranche schwächelt quer durch alle Marken, auch die Aussichten für das nächste Jahr sind nicht besser. Daher mussten wir handeln“, sagt Hofmann. Rund 60 Prozent des Umsatzes erwirtschafte die Robert Hofmann GmbH mit Aufträgen aus der Automobilindustrie. Daher trifft der Rückgang den Zulieferer aus Schney hart. Nicht nur beim Umsatz, sondern auch beim Ertrag müssen die „Möglichmacher“ heuer mit einem deutlichen Minus rechnen. „Wir versuchen, in anderen Branchen wie der Flugzeugindustrie, die im Aufwind ist, mehr Aufträge als bisher zu bekommen, aber das braucht Zeit“, sagt der Geschäftsführer.

Mit Kurzarbeit und der Kündigung von befristeten Verträgen für Leiharbeiter hatte das Unternehmen seit März versucht, die Auftragsdelle abzufedern, wie berichtet. „Wir können nicht ewig Kurzarbeit fahren, denn trotz der staatlichen Zuschüsse legen wir da drauf“, erklärt Hofmann. Daher seien die Entlassungen zwar sehr bedauerlich, aber erforderlich gewesen. „Mit diesen Einsparungen hoffen wir, positiv ins nächste Jahr zu starten“, sagt Hofmann.

Sozialplan und Abfindungen für die Betroffenen

Betroffen seien alle Abteilungen, darunter auch langjährige Facharbeiter. Für die betroffenen Mitarbeiter sei ein Sozialplan aufgestellt worden, der den Vorgaben der Branche entspreche. „Wir haben ordentliche Abfindungen gezahlt“, betont Robert Hofmann. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage habe das Unternehmen den Beschäftigten jüngst eine Tariferhöhung gewährt.

Verständnis für betriebsbedingte Kündigungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten äußerte DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner. Allerdings sollten sie offen mit den Betroffenen kommuniziert und gemeinsam ein Sozialplan ausgehandelt werden. Üblich seien Abfindungen von einem halben Monatsgehalt pro Arbeitsjahr im Betrieb.

Bedauerlich sei es, dass sich bei der Robert Hofmann GmbH kein Betriebsrat um diese Interessen der Mitarbeiter kümmere. Der könnte den Betroffenen bei Entlassungen auch helfen, Stellen bei andere Unternehmen in der Region zu finden. Auch beim Lohn könne das Auswirkungen haben. So gehöre die Firmengruppe Hofmann zum Fachverband Metall Bayern, der die Tarifverträge nicht mit der IG Metall, sondern mit den Christlichen Gewerkschaften (CGM) aushandele, was sich in niedrigeren Löhnen, höheren Wochenstundenzahlen und weniger Urlaubstagen als in Mitgliedsbetrieben des Verbands der Metall- und Elektroindustrie (Vbm) niederschlage.

Von Gerhard Herrmann

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