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LICHTENFELS / SCHWÜRBITZ

Lichtenfels: Kreisversammlung der Feuerwehrkommandanten

Lichtenfels:Kreisversammlung der Feuerwehrkommandanten
Für ihr jahrzehntelanges Engagement in der Kreisbrandinspektion wurden Ottmar Jahn (3.v.r. mit Ehefrau Elke) zum Ehrenkreisbrandinspektor sowie Thomas Hofmann (3.v.l. mit Ehefrau Nadja) zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt. Dazu gratulierten (von links) Achim Liesaus (Abteilungsleiter im Landratsamt Lichtenfels), Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich, Landrat Christian Meißner sowie Kreisbrandrat Timm Vogler. Auf dem Bild fehlt Ehrenkreisbrandinspektor Gerhard Elflein, der an der Versammlung nicht anwesend sein konnte. Foto: Markus Witzgall

Standing Ovations und lang anhaltender Beifall: Anlässlich der Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten in der Schwürbitzer Turnhalle wurden drei langjährige Mitglieder der Kreisbrandinspektion verabschiedet und zu Ehrenführungsdienstgraden ernannt. Die Feuerwehren hatten auch im ablaufenden Jahr wieder alle Hände voll zu tun.

Sie bringen es zusammen auf 124 Jahre aktiven Feuerwehrdienst, davon 83 Jahre in Diensten der Kreisbrandinspektion: Gerhard Elflein (Birkach), Ottmar Jahn (Altenkunstadt) und Thomas Hofmann (Seubelsdorf). Nun wurden sie verabschiedet. Für ihr jahrzehntelanges Engagement erhielten sie Ehrenführungsdienstgrade des Landkreises Lichtenfels. In eindrucksvollen Bildzusammenschnitten, erstellt durch Kreisbrandmeisterin Sigrid Mager, ließ man das Feuerwehrleben der drei Revue passieren. Die Laudationes hielt Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich.

Stehende Ovationen waren den Geehrten sicher

In sehr emotionalen Dankesreden verabschiedeten sich Ottmar Jahn (Ehrenkreisbrandinspektor) und Thomas Hofmann (Ehrenkreisbrandmeister) von den Kommandanten. Gerhard Elflein (Ehrenkreisbrandinspektor) war an diesem Abend verhindert. Langanhaltender Beifall und stehende Ovationen waren den Geehrten sicher.

Auf ein erneut arbeitsreiches Jahr blickte Kreisbrandrat Timm Vogler in seinem Bericht zurück. Von den Feuerwehren seien bis zum Stichtag 31. Oktober in Summe 513 Einsätze (Vorjahreszeitraum 526) bewältigt worden. Inklusive „Sonstiger Tätigkeiten“, Sicherheitswachen und Übungen seien insgesamt 1309 Aktivitäten mit mehr als 60 000 Stunden Aufwand zu verzeichnen gewesen. 51 Menschen seien im Berichtszeitraum von den Feuerwehren gerettet worden, wobei allerdings auch zwei Feuerwehrangehörige so verletzt wurden. Die Zahl der aktiven Feuerwehrdienstleistenden sei mit 3631 (3645) relativ konstant, wobei man bei den Männern einen Rückgang auf 2809 (2850), bei den Frauen aber einen Zuwachs auf 425 (391) vermerken könne. In den Jugendfeuerwehren verrichteten 397 (404) Jungen und Mädchen ab zwölf Jahren ihren Dienst. Die 22 Kinderfeuerwehren im Landkreis zählten aktuell 349 Mitglieder.

Digital soll vieles einfacher werden

In Sachen Digitalisierung arbeite man daran, den Feuerwehren alle Informationen über die Internetseiten des Kreisfeuerwehrverbandes oder des Landratsamtes zugänglich zu machen. Die Website des Kreisfeuerwehrverbandes habe Kreisbrandmeister Markus Witzgall auf einen aktuellen Stand gebracht. Künftig seien Anmeldungen für Lehrgänge auf Kreisebene über die Seite möglich. Dies vereinfache die Abwicklung sowohl für Kommandanten und Lehrgangsteilnehmer, wie auch für die Lehrgangsleiter.

39 Lehrgänge und 719 Teilnehmer

Im Bereich der Ausbildungen hätten insgesamt 719 Teilnehmer 39 Lehrgänge besucht. Der Zeitaufwand dafür habe sich auf 10 387 Stunden belaufen, die die Feuerwehrangehörigen in ihrer Freizeit aufgebracht hätten. Multipliziert mit einem durchschnittlichen Stundensatz ergebe dies eine Einsparung von rund 370 000 Euro für die Kommunen des Landkreises. Das Angebot für 2020 umfasse inzwischen 38 verschiedene Lehrgangsarten. So verfüge man künftig über eine Übungsbrandmeldeanlage, an der die Feuerwehren in die Technik derartiger Anlagen eingewiesen werden könnten. Sie sei nahezu komplett über Materialspenden der beteiligten Firmen finanziert worden.

Auf Ebene des Landkreises stünden künftig weitere „Dispogruppen“ zur Verfügung, die sich aus verschiedenen Einheiten zusammensetzten. Bei Hochwasser/Unwetter werde man künftig je nach Ausmaß ein vierstufiges Konzept einsetzen. Neu zum Einsatz kämen die Dispogruppen „Großtierrettung“ sowie „Tiefbauunfälle“.

Personelle Änderungen in der Kreisbrandinspektion

Personelle Änderungen ergäben sich in der Kreisbrandinspektion. Die Stelle des Kreisbrandmeisters für Allgemeinaufgaben im Stadtgebiet Lichtenfels habe bereits der bisherige Kreisbrandmeister Alexander Klose übernommen. Dessen Stelle für die Ausbildungsbereiche Absturzsicherung, Technische Hilfeleistung und Unfallverhütung werde ab 1. Dezember von Sebastian Dorsch (Unterneuses) besetzt. Kreisbrandmeister Klaus Meusel übernehme ab dem 1. Januar 2020 den Bereich Atemschutz von Thomas Petterich. Federführend für die Modulare Truppausbildung sei dann Kreisbrandmeister Lutz Schneider, bisher Leiter der zentralen Aus- und Fortbildung der Feuerwehren. Somit bleibe eine Kreisbrandmeisterstelle ab dem kommenden Jahr derzeit unbesetzt, so Vogler

Über den Stand der Erweiterung der zentralen Atemschutzwerkstatt des Landkreises in Burgkunstadt setzte Abteilungsleiter Achim Liesaus vom Landratsamt die Versammlung in Kenntnis. Die Arbeiten könnten voraussichtlich im März 2020 abgeschlossen werden und die Werkstatt damit auch in Betrieb gehen. Neben Wartung und Pflege von Atemschutzausrüstung werde dann auch die Überprüfung von Gasmessgeräten zentral durchgeführt. Das Angebot richte sich auch an die Kommunen, die noch außerhalb der Feuerwehren über derartige Messgeräte verfügten. Als hauptamtlicher Atemschutzgerätewart werde dann der bisherige Kreisbrandmeister Thomas Petterich fungieren.

Kreisfeuerwehrtag im Jahr 2021 in Altenkunstadt

Kreisjugendfeuerwehrwart und Kreisbrandmeister Tino Schamberger wies die Führungskräfte darauf hin, dass die Jugendfeuerwehren sich mit der Jugendordnung der Bayerischen Jugendfeuerwehr auseinandersetzen sollten. Die Anerkennung derselben sei für jede Jugendgruppe dringend erforderlich, um auch in Zukunft von Zuschüssen der allgemeinen Jugendarbeit profitieren zu können.

In einer anschaulichen Präsentation erläuterte Kreisbrandmeister Oliver Schardt die Wichtigkeit der sogenannten „Einsatzstellenhygiene“. Um die Verschleppung von Gefahrstoffen von der Einsatzstelle bis schlimmstenfalls nach Hause zu verhindern, gab er Handlungsempfehlungen.

Einstimmig wurde an der Versammlung auch der Kreisfeuerwehrtag für das Jahr 2021 an die Freiwillige Feuerwehr Altenkunstadt vergeben, die ihr 150-jähriges Jubiläum begehen kann.

Von Markus Witzgall

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