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LICHTENFELS

Wort zur Besinnung: Gottes Garten - Heiliger Boden

Matthias Beck Foto: red

Waren Sie in diesem Sommer verreist? Jeder Urlaub führt uns zu besonders schönen Flecken Erde und bleibt noch lange in Erinnerung. Aber auch der beeindruckendste Urlaub geht irgendwann zu Ende. Viele von uns sind nach einem hoffentlich schönen Sommerurlaub wieder im Arbeitsalltag angekommen. Vielleicht sind sie in diesem Jahr mit dem Auto unterwegs gewesen und haben dabei viele schöne Sehenswürdigkeiten besucht.

Sie kennen vielleicht dieses Gefühl: So schön ein Urlaub auch ist, wir freuen uns nach einer langen Reise immer wieder Zuhause anzukommen.

Seit Kindheitstagen ist der Gottesgarten mit seinen beiden Wahrzeichen Kloster Banz und der Basilika Vierzehnheiligen für mich das Symbol meiner Heimat. Diese beiden mächtigen Bauwerke riefen mir nach einer langen Urlaubsreise schon von der Ferne zu: „Jetzt bist Du endlich Zuhause angekommen! Hier ist der Gottes Garten – hier beginnt deine fränkische Heimat.“

Heute signalisiert ein großes Autobahnschild allen Durchreisenden, auf welchem schönen Flecken Erde wir wohnen dürfen! Damals musste ich mich aber noch eine halbe Stunde begnügen, weil der Gottesgarten nur das Tor zu meiner Heimat bei Forchheim darstellte. Heute darf ich mich hier in Lichtenfels – mitten im Gottesgarten – zuhause fühlen.

Einem Patienten der Schönklinik, der eine schwierige Familiensituation ertragen musste, konnte der Anblick des Gottesgartens neuen Mut schenken. „Ist das nicht ein ermutigendes Zeichen, dass Sie hier unterhalb der Basilika Vierzehnheiligen in diesem herrlichen Gottesgarten an ihrer Gesundung arbeiten können?“ Der Gedanken, hier die besondere Nähe Gottes zu spüren, mobilisierte im Patienten neue Kräfte.

Auch wenn Sie vielleicht oft gedankenlos durch diesen besonderen Flecken Erde fahren, spüren Sie sicherlich auch die Energie, die von diesem heiligen Boden ausgeht.

„Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden“, rief Gott dem Mose am brennenden Dornbusch zu.

Leben wir nicht auch auf heiligen Boden? Wie oft wird uns dieses Geschenk Gottes im Alltag bewusst? Gott hat uns diesen Gottesgarten geschenkt, damit wir seinen heiligen Boden mit Ehrfurcht behandeln. Er ist Mose damals im brennenden Dornbusch begegnet. Für mich begegnet mir Gott jeden Tag von neuem, wenn ich die gewaltige Schönheit dieser Landschaft bestaunen darf.

Es ist gut so, dass wir hier leben. Auch wenn der Anblick des Staffelberges und der beiden großen Kirchen für uns zum Alltag geworden ist, tut es gut, manchmal aus unserem Alltag auszusteigen und im Geiste die „Arbeitsschuhe“ auszuziehen, um sich den bezaubernden Ausblick auf den Gottesgarten mit Kloster Banz und Vierzehnheiligen zu gönnen. Vielleicht erhalten wir dann auch etwas mehr Ehrfurcht vor diesem heiligen Ort und der ganzen Schöpfung, die uns Gott zur Pflege und zum Erhalt anvertraut hat. Probieren Sie es mal aus!

Matthias Beck,

ökumenischer Kur- und Urlauberseelsorger und Gemeindereferent in St. Kilian Bad Staffelstein

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