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LICHTENFELS

Arbeitslosigkeit im Landkreis steigt im August nur leicht

Gastronomischer Betrieb in Stuttgart
Gastronomie und Tourismus boomten im August. Gäste gibt es viele, jedoch ist oftmals das Personal knapp. Foto: Marijan Murat

Im Landkreis hat die Zahl der Arbeitslosen im August 3,5 Prozent gelegen. Das meldet die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg in einer Pressemitteilung. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 4,6 Prozent gelegen. Dennoch gab es auch heuer im August wieder einen geringen Anstieg.

Zum Start in die Sommerferien und zum Ende des Berufsausbildungsjahres erhöhte sich die Arbeitslosigkeit wieder leicht, nachdem sie sich bis einschließlich Juli verringert hatte. In diesem Jahr fiel der Anstieg jedoch deutlich geringer aus als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der bei 789 Personen liegt.

„Es ist entscheidend, wie sich die bisher positiven Impffortschritte weiterentwickeln und somit weitere gravierende Einschränkungen der Wirtschaft vermieden werden können.“
Boris Flemming, Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg

Über die Ferienzeit melden sich jährlich wiederkehrend viele Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen zur Überbrückung vorübergehend arbeitslos. „Aus diesem Grund ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Zahl der Arbeitslosen in nahezu allen Städten und Kreisen des Agenturbezirks im August leicht erhöhte“, heißt es in der Presseinfo. Im Landkreis Lichtenfels stieg die Arbeitslosigkeit in den vergangenen vier Wochen um 4,2 Prozent. Insgesamt liegt im Kreis die die Zahl der Arbeitslosen prozentual bereits im zweistelligen Bereich unter dem Vorjahreswert: minus 24,2 Prozent weniger als im Jahr 2020.

In den Regionen Bamberger Land und Forchheim Vollbeschäftigung

In den Landkreisen Kronach und Lichtenfels hat die Zahl der Arbeitslosen sogar das Vorkrisenniveau von 2019 bereits wieder unterschritten. Im Bamberger Land (2,5 Prozent) und Forchheim (2,9 Prozent) herrscht Vollbeschäftigung.

Die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren nahm im August in allen Regionen der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg um durchschnittlich 19,7 Prozent zu.

„Noch nie seit der Gründung der BRD im Jahre 1949 hatten wir so viele Stellenangebote im Bestand. Auf 100 Jobofferten kommen gerade mal 136 bei uns gemeldete potenzielle Bewerber. Gastronomie und Tourismus florieren derzeit“, sagt Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. „Während teilweise die Gäste zu viel werden, wird das Personal zu knapp. Manche Arbeitgeber bekommen gar keine Bewerbungen mehr. Bei anderen überschlagen sich indessen die Interessenten, da die Attraktivität ihrer Arbeitsbedingungen sich jetzt bezahlt macht.“ Er wagt einen Ausblick: „Für die kommenden Monate ist entscheidend, wie sich die bisher positiven Impffortschritte weiterentwickeln und somit weitere gravierende Einschränkungen der Wirtschaft vermieden wer-den können.“

Kurzarbeit: Rückgang setzt sich fort, viele Arbeitsplätze gesichert

Im April (Hochrechnung aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 2584 Betriebe für 18198 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld. 7,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren in Kurzarbeit. Im Vergleich zum März sind es 2088 Personen und 114 Betriebe weniger geworden. Die Kurzarbeiterquote betrug damals 8,3 Prozent.

Im August bekam der Arbeitgeberservice 2179 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 735 beziehungsweise 50,9 Prozent mehr. Erfahrungsgemäß geht die Nachfrage für Neueinstellungen über die Sommermonate sichtbar zurück, bevor sie im September mit dem einsetzenden Herbstaufschwung wieder anzieht, heißt es von der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. Im Vergleich zum Juli waren es jedoch lediglich 0,4 Prozent (-9) weniger Neumeldungen gewesen.

Im Stellenbestand waren Ende August 8640 Beschäftigungsangebote, 2611 (+43,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Mindestens seit der Gründung der Bundesrepublik vor 72 Jahren gab es noch nie so viele Stellen im Bestand. Auf 100 gemeldete Stellen kommen aktuell statistisch lediglich 136 arbeitslose potenzielle Bewerber. (red)

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