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LICHTENFELS

Abschlussfeier der Lichtenfelser Berufsschule

Der Schulleiter Hans-Jürgen Lichy und der Landratstellvertreter Helmut Fischer (vorne v. li.) sowie der Vorsitzende des Fördervereins, Roland Vogel (5. v. li.) und die Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner (8. v. li.) beglückwünschten die mit Preisen ausgezeichneten Absolventen. Foto: Alfred Thieret

Die Abschlussfeier der Staatlichen Berufsschule mit der Verleihung der Staatspreise der Regierung von Oberfranken und der Anerkennungspreise des Landkreises sowie der Preise des Fördervereins für die Schulbesten fand zwar zum geplanten Termin statt, allerdings aufgrund der Corona-Pandemie in ungewohnter Form. War sonst die Aula stets voll besetzt, so hatte die Einhaltung der Hygienevorschriften und der Abstandsregel notgedrungen eine Beschränkung der Teilnehmerzahl zur Folge. Auch der Auftritt des Lehrerchors war nicht möglich, für die musikalische Umrahmung sorgte die ehemalige Lehrkraft Richard Klett am Piano.

Der Schulleiter, Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Lichy, ging auf die Folgen des Corona-bedingten Lock-Downs im Hinblick auf die Schüler ein. Die Abschlussschüler habe die ganze Wucht der Pandemie gerade in den entscheidenden Wochen vor der Abschlussprüfung getroffen. Nach der angeordneten Schulschließung mussten sich die Schüler schnell auf „Home-Schooling“, Online-Unterricht und „Lernen zu Hause“ umstellen, während die Lehrkräfte über die verschiedensten Kommunikationskanäle Kontakt mit den Auszubildenden hielten. Erst nach sieben Wochen habe der Schulbetrieb unter ungewohnten Bedingungen wieder begonnen. Nicht vergessen sollte man dabei, dass die Aufgaben aus der Schule neben der Arbeit im Betrieb zu bearbeiten waren. Schließlich mussten auch die Berufsabschlussprüfungen verschoben werden. Hans-Jürgen Lichy dankte den Schülern, dass sie durch ihre aktive Mitarbeit und ihr diszipliniertes Verhalten dazu beitrugen, diesen Ausnahmezustand zu bewältigen. Sein Dank galt auch den Lehrkräften und den Ausbildern in den Betrieben für ihr Engagement.

Nicht die Fachidioten sind gesucht

In dieser Zeit mussten alle Beteiligten schmerzlich erfahren, dass selbst die komfortabelsten digitalen Kommunikationssysteme den unmittelbaren sozialen Kontakt zu anderen Menschen, zu Angehörigen, zu Freunden, zu Arbeitskollegen nicht ersetzen können. Umso wichtiger sei die Rolle der Schule, die neben der Wissensvermittlung auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen habe. Als Arbeitnehmer der Zukunft sah er nicht den mit Detailwissen vollgestopften Fachidioten, sondern den eigenständigen, offenen, kommunikativen Mitarbeiter, der über den Tellerrand seines eigenen Berufsfeldes hinausblicken könne.

Der Schulleiter legte den Absolventen ans Herz, zwar die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, aber sobald es die Umstände wieder zulassen würden, auch die direkte zwischenmenschliche Kommunikation zu pflegen. „Seien Sie offen und bereit, Ihr Wissen an andere weiterzugeben, aber auch von diesen zu lernen und üben Sie Toleranz“ betonte Hans-Jürgen Lichy.

Einstieg in schwierigen Zeiten

Der Eintritt ins Berufsleben erfolge in einer schwierigen Zeit. Da die Absolventen aber gezeigt hätten, dass sie unter schwierigen Bedingungen ausgezeichnete Leistungen vollbringen können und moderne Kommunikationsmittel beherrschen, seien sie genau die Arbeitnehmer, die die Wirtschaft braucht.

Drei Religionslehrer erinnerten dann die Absolventen daran, dass der Lebensweg nicht immer geradlinig und eben, sondern oft in einem ständigen Auf und Ab erfolgt. Mit ihrem Rüstzeug, das sie bei ihrer Berufsausbildung mitbekommen hätten, könnten sie aber ihren Berufs- und Lebensweg mit Mut und Tatkraft gut bewältigen, auch wenn einmal ein Tal durchschritten werden müsste.

Besondere Leistung in besonderen Zeiten

Der Landratstellvertreter Helmut Fischer beglückwünschte die Absolventen zu ihrem erfolgreichen Abschluss und den besonderen Leistungen, die unter besonderen Umständen erbracht wurden. Der Landkreis als Sachaufwandsträger der weiterführenden Schulen schaffe mit der Bereitstellung der notwendigen Hardware in Form von Gebäuden, Grundstücken, Einrichtungen und technischen Ausstattungen die Voraussetzungen für erfolgreiche Schüler.

Die Software, die Ausbildung, müsse das Lehrerkollegium leisten, dem dafür ein besonderer Dank gebühre. Fischer bat die jungen Leute immer Kontakt zur Heimatregion zu halten. Auf der Facebookseite My Lichtenfels informiere der Landkreis ständig über interessante Entwicklungen in der Region, auch über Ausbildungs- und Arbeitsplätze bei heimischen Firmen. Die Stadt Lichtenfels war durch Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner vertreten.

Schließlich zeichnete Hans-Jürgen Lichy zusammen mit dem Landratstellvertreter Helmut Fischer und dem Fördervereinsvorsitzenden Roland Vogel die insgesamt 17 Jahrgangsbesten in den verschiedenen Ausbildungsberufen, die alle hervorragende Durchschnittsnoten hatten, mit Urkunden sowie Preisen der Regierung, des Landkreises und des Fördervereins aus.

Die Ausgezeichneten

Anerkennungspreise des Landkreises:

Nils Torben Büscher (Note 1,0), Fachinformatiker (BID Bayer. Inkassodienst Coburg), Kevin Cleaton (1,1), Feinwerkmechaniker (Haderlein Werkzeugbau), Elisa Fischer (1,0), Industriekauffrau (Max Winzer Untersiemau), Mia Landzo (1,1), Kauffrau (Modellbau Robert Hofmann), Luisa Müller (1,0), Verkäuferin (Expert Lichtenfels), André Podgajnov (1,3), Fachlagerist (Greiff Mode Bamberg), Lena Scheler (1,1), Technische Produktdesignerin (SMIA), Antonia Wänke (1,0), Bankkauffrau (VR Bank Kulmbach), Nadine Weith (1,2), Kauffrau Groß- und Außenhandel (Baur Versand).

Staatspreise der Regierung:

Nadine Fahrner (1,0), Einzelhandelskauffrau (Netto Redwitz), Julia Korn (1,0), Tourismuskauffrau (Reisebüro Touristik & Meer Ebern), Alena Nicklas (1,0), Fachkraft für Lagerlogistik (Kühne & Nagel Scheßlitz), Jennifer Schreiner (1,0), Technische Produktdesignerin (Jinqchenq Holding Coburg), Paulus Midian (1,3), Technischer Assistent für Informatik (BFS für technische Assistenten für Informatik).

Preise des Fördervereins: Sven Orbitz (1,3), Technischer Assistent für Informatik (BFS für technische Assistenten für Informatik), Marie Klause (1,5), Flechtwerkgestalterin (BFS für Flechtwerkgestaltung), Dominik Rottmann (1,0), Fachinformatiker/Systemintegration (Stadt Bamberg).

Von Alfred Thieret

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