aktualisiert:

LICHTENFELS

150 Jahre Schneyer SPD gefeiert

150 Jahre Schneyer SPD gefeiert
Empfang vor dem Bahnhof (v. li.): Bürgermeister Andreas Hügerich, ElkeWerner, Arif Tasdelen, Monika Faber und Sebastian Müller. Foto: Reinhard Blechschmidt

In normaleren Zeiten, das heißt ohne Corona, hätte man die 150 Jahre Schneyer SPD sicher anders gefeiert, so wie früher, mit einem Festzelt, Musik und einem Umzug durch den Ort. Leider war aufgrund der Pandemie eine Jubiläumsfeier nur in abgespeckter Form möglich, bei der die Auflagen der Gesundheitsbehörden einzuhalten waren. Dennoch ist es natürlich trotzdem erfreulich, dass die Feier möglich wurde und die festlich geschmückte Turnhalle der Freien Turnerschaft sich gut mit Besuchern füllte.

150 Jahre Schneyer SPD gefeiert
Die Gedenkfeier am Schneyer Friedhof. Foto: Reinhard Blechschmidt

Zuvor fand noch eine Gedenkfeier für die verstorbenen früheren Schneyer Sozialdemokraten auf dem Friedhof statt, bei der die Vorsitzende des Ortsvereins Elke Werner an die Leistungen dieser Männer und Frauen erinnerte, die gerade in schweren Zeiten mit Mut und Entschlossenheit für die Werte der Sozialdemokratie eintraten. Pfarrerin Tanja Vincent begleitete diese kleine Feier mit einem Segen und einem Gebet. An dem Gedenken nahm auch der neue Generalsekretär der Bayerischen SPD, Arif Tasdelen teil, der für die Jubiläumsfeier als Gastredner gewonnen werden konnte.

Ein Willkommensgruß vom Spielmannszug

Er war bereits am Nachmittag mit der Bahn angereist und wurde dort von einer kleinen Delegation, angeführt von Bürgermeister Andreas Hügerich, empfangen. Bei einem kurzen Rundgang durch die Innenstadt zeigte das Stadtoberhaupt dem Gast die Projekte und Planungen der Stadt Lichtenfels. Tasdelen zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der Kommune. Der Spielmannszug Schney empfing die Besucher der Festveranstaltung mit einem kleinen Konzert vor dem Eingang zur Turnhalle.

150 Jahre Schneyer SPD gefeiert
Die Ehrengäste beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt (v.li.): Arif Tasdelen, Simon Moritz, 1. OrtsvereinsvorsitzendeElke Werner, Monika Faber, Klaus Adelt (MdL), Bürgermeister Andreas Hügerich,Andreas Schwarz (MdB), Sebastian Müller. Foto: Reinhard Blechschmidt

Wegen der Coronabestimmungen konnten sie in der Halle selbst nicht auftreten, was der Stimmung insgesamt gut getan hätte, denn Musik gehört ja normalerweise immer zu solchen Veran-staltungen. Elke Werner begrüßte in ihrer kurzen engagierten Ansprache namentlich die vielen Ehrengäste. Sie verwies, immer wieder im Rückblick auf die Geschichte der Schneyer SPD, auf die Leistungen der Frauen und Männer, die sich für das Erreichen sozialdemokratischer Ziele, gerade auch in schweren Zeiten, einsetzten. Sie wehrte sich dagegen, dass diese Leistungen von politischen Gegnern oft klein geredet würden.

Für allzeit gute Luft bei den Sitzungen

Der Kreisvorsitzende Sebastian Müller bedankte sich bei Elke Werner für die engagierte Führung des Schneyer Ortsvereins und ihre Arbeit als Stadträtin. Dem schloss sich, verbunden mit einem Dank für die gute Zusammenarbeit der Ortsvereine Schney und Lichtenfels, der Lichtenfelser Vorsitzende Arnt-Uwe Schille an und überreichte mit einem verschmitztem Lächeln eine Duftschale mit Essenzen, damit bei den Sitzungen immer eine gute Luft herrschen würde.

Alte Fragen auch heute noch eine Herausforderung

Sowohl Andreas Hügerich als auch Monika Faber sprachen die Bedeutung des Ortsvereins für die Politik vor Ort und für die Stadtentwicklung an. Hügerich betonte, dass die Schneyer Sozialdemokraten immer wieder beweisen würden, dass sie dem Bürger zuhören könnten. Simon Moritz, der sich um ein Mandat für den Bundestag bewirbt, meinte im Rückblick auf die lange Geschichte der Schneyer SPD, dass die alten Fragen der Gesellschaft, wie z.B. die ungleiche Behandlung der Menschen und ihre unterschiedlichen Chancen, auch in der Gegenwart eine Herausforderung und Aufgabe für die SPD seien.

Der Ehrenvorsitzende Otto Schuhmann erinnerte an die verdienstvollen Leistungen Schneyer Persönlichkeiten und sagte, dass von den Schneyer Sozialdemokraten schon immer eine Inspiration ausging. MdL Klaus Adelt bedauerte in einem humorvollen Redebeitrag, dass keiner der legendären Schneyer Umzüge stattfinden konnte, da das Mitlaufen doch seine Lieblingssportart wäre. Er spüre in Ortsvereinen wie in Schney oft die Wärme und den Zusammenhalt der Gemeinschaft, eine wichtige Zutat für den Erfolg. Pfarrerin Tanja Vincent betonte, wie entscheidend das Eintreten für die sogenannten kleinen Leute und deren Bedürfnisse wäre. Daher sei Politik vor Ort, wie sie der Ortsverein betreibe, so bedeutend.

150 Jahre Schneyer SPD gefeiert
Der Schneyer Spielmannszug vor dem Schloss Schney. Foto: Reinhard Blechschmidt

Schließlich übermittelte Henry Schimanski, der Vorsitzende des Gesangvereins, in Vertretung die Grüße und Geschenke aller Schneyer Vereine. Arif Tasdelen ging in seiner Festrede am Beispiel der Schneyer SPD-Geschichte auf das Auf und Ab in der SPD ein. Er bedankte sich für die geleistete vorbildhafte Arbeit des Ortsvereins im Namen der Bayerischen SPD. Ihm sei klar, dass die Ortsvereine insgesamt mehr Unterstützung brauchen, denn sie sind die Basis für eine gute Entwicklung. Zurzeit mache ihm der Wahlkampf viel Spaß, denn er spüre das Interesse der Menschen an sozialdemokratischen Ideen und Lösungsvorschlägen. Schließlich bat Elke Werner noch zwei zu ehrende Mitglieder auf die Bühne.

Seit vielen Jahren für die Schneyer SPD engagiert

Edith Trölenberg setzt sich seit 1966 für die Belange der Schneyer SPD ein und leistete in der Vergangenheit viel Arbeit bei Veranstaltungen jeglicher Art. 50 Jahre war und ist Hans-Heinrich Bergmann für die SPD im Einsatz, sei es jahrelang als Stadtrat oder als Mitglied der Vorstandschaft. Die Vorsitzende sagte, beiden gebühre viel Dank für die geleistete Arbeit und Unterstützung des Ortsvereins. Roland Poppig sollte für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden, konnte aber aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Die Veranstaltung endete mit einer interessanten Bilddokumentation zur 150-jährigen Geschichte des Ortsvereins und einem gemeinsamen Lied.

 

Von Reinhard Blechschmidt

Weitere Artikel