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MICHELAU

Wohin kommt der Spielplatz in Neuensee?

Wohin kommt der Spielplatz in Neuensee? Im Gespräch ist der Grünstreifen am Wald hinter dem Bolzplatz an der Sportplatzstraße. Foto: Annette Körber

Dass die Neuenseer einen Spielplatz am Bolzplatz an der Sportplatzstraße bekommen sollen, darin waren sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Mittwochabend einig. Nur über den genauen Standort und darüber, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für so ein Projekt ist, gingen die Meinungen auseinander. Letztlich wurde der Antrag von Ralph Herbst (CSU) geschoben.

Wie Zweiter Bürgermeister Jochen Weber (CSU) ausführte, favorisiert der VfB den oberen Bereich am Waldrand, wo schon einmal ein Spielplatz stand. Nach einem Ortstermin hätten nun aber Fachleute der Staatsforsten Bedenken angemeldet: In den Bäumen hänge sehr viel Totholz, das herunterfallen könnte. Zudem stünden dort Eichen, und es habe in den vergangenen Jahren schon Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner gegeben. Deshalb sei der Grünstreifen zwischen Vereinsheim und Bolzplatz vorzuziehen.

Nicht allen beim VfB gefällt der neue Standort

SPD-Fraktionssprecher Andreas Robisch betonte, dass er das Projekt begrüße und gerne umsetzen möchte. Aber der neue Vorschlag sei „überfallartig“ gekommen. Er habe bereits von VfB-Vertretern gehört, dass ein Spielplatz an dieser Stelle stören könnte, sollte wieder ein „Rock im Wald“ stattfinden. Deshalb schlug er vor, zuerst eine Ortsbesichtigung mit dem Verein zu organisieren.

Stellvertretender CSU-Fraktionssprecher Dirk Fischer zeigte Verständnis, plädierte aber dafür, die Entscheidung nicht von „Rock im Wald“ abhängig zu machen. Schließlich ginge es hier um drei Tage Konzert im Jahr – gegenüber einem Spielplatz für 20 Kinder. Antragsteller Herbst nannte den neu ins Auge gefassten Standort ideal. Er wisse auch die Eltern hinter sich.

Auch die Kostenfrage ist noch nicht besprochen

Jürgen Spitzenberger (SPD) beantragte, den Tagesordnungspunkt in die nächste Sitzung zu schieben. Dies unterstützte auch Dritter Bürgermeister Hubert Robisch. Er informierte darüber, dass er von den Neuenseern zu einem Termin vor Ort eingeladen worden sei – allerdings erst nach der Gemeinderatssitzung: „Wir sollten das wirklich noch mal bewerten und schieben.“

FW-Fraktionssprecher Lutz Weisser schließlich erinnerte an die Kostenfrage, über die noch gar nicht gesprochen worden sei. „Ich bin auch für den Spielplatz, aber nicht jetzt zu der Zeit. Wir müssen erst unsere Großprojekte zu Ende bringen“, mahnte er. Letztlich entschied der Gemeinderat gegen die Stimmen von Weber, Fischer und Herbst, den Antrag zu schieben.

Biberburg sorgt für Sperrung des Spielplatzes in Lettenreuth

Wäre der Grünstreifen zwischen Bolzplatz und VfB-Vereinsheim die bessere Alternative für den Spielplatz? Foto: Annette Körber

Ein weiterer Spielplatz war Thema, allerdings aus einem anderen Grund: In Lettenreuth hat sich auf der Anlage ein Biber seine Burg gebaut. Mit seinen drei bis vier Meter langen Gängen habe er bereits Schäden verursacht. Momentan ist der Spielplatz gesperrt, erklärte der Bürgermeister. Der Biber dürfe nicht umgesiedelt werden, aber die Gänge mit Schotter verfüllt. Dies werde nun in Angriff genommen.

Weber will die Zeit der Sperrung nutzen, um nun auch das Karussell auszutauschen. Unverständnis darüber, dass der Biber nicht umgesiedelt werden darf, äußerte Fischer. Er hielt es für wichtiger, dass jetzt, zu Corona-Zeiten, in denen die Kinder kaum etwas unternehmen können, wenigstens der Spielplatz nutzbar bleibt. Eine Umsiedlung sei nur bei Gefahr in Verzug erlaubt, entgegnete Weber.

Der Bürgermeister informierte außerdem darüber, dass sich bei der Verkehrssituation im Ortskern von Michelau eine Verbesserung anbahnt: Das Haus an der engen Kurve der Neuenseer Straße ist verkauft worden. Die neuen Eigentümer sind auf Anfrage von ihm bereit, einen drei Meter breiten Streifen Grund zu verkaufen, so dass die Straße in diesem Bereich verbreitert werden kann.

Verbesserung der Verkehrssituation in Michelau in Sicht

Spitzenberger, der seit Jahren für eine Verbesserung der Verkehrssituation in diesem Bereich kämpft, zeigte sich überrascht: „Ich bin froh, dass sich auch jemand anders mal Gedanken macht außer mir. Respekt, dass wir anfangen, und ich hoffe, wir bleiben dran.“

Lob gab es von Klaus Krügl (CSU), der es „phänomenal“ nannte, wie der Bürgermeister es hingekriegt habe, dass die Kurve entschärft werden kann.

Bessere Information für die Gemeinderäte gewünscht

Die Freien Wähler thematisierten schließlich noch die Baumfällaktion im Zuge der Bauarbeiten des Wasserwirtschaftsamts in Schwürbitz: Die Baumallee musste weichen, da die Standfestigkeit der Bäume nicht mehr gegeben war. Andrea Hoch und Lutz Weisser kritisierten nicht die Fällungen an sich, sondern dass die Gemeinderäte nicht besser darüber informiert wurden.

Aus dem Gemeinderat

• Der Gemeinderat stimmte der Rechnungslegung der Jahresrechnung 2020 zu. Laut Zusammenfassung des Kämmerers Gerd Bergmann sorgte der Gewerbesteuermindereinnahmenausgleich für eine unerwartete Einnahme in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro. Zwar wurden damit auch Haushaltsüberschreitungen im Verwaltungshaushalt gedeckt, es bleibt aber, auch weil weniger ausgegeben wurde als geplant, eine hohe Rücklage. Insgesamt wurden über vier Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt und stehen für die laufenden Großprojekte zur Verfügung. Der Schuldenstand sank bis Ende des Jahres auf 2 600 952,11 Euro, das sind 410,76 Euro pro Kopf.

• Dem Rekultivierungsplan zum Kiesabbau bei Trieb zwischen Bahnlinie und Main stimmte der Gemeinderat zu. Ursprünglich sollte die Wasserfläche bis auf etwa 15 Meter an die Gemarkungsgrenze Schwürbitz heranreichen. Jetzt wurde doch mehr wieder aufgefüllt, so dass der Abstand etwa 60 Meter beträgt. Die Gemeinde hatte gefordert, die Verfüllgrenze Richtung Südwesten zu verschieben, was geschehen ist, wenn auch nicht in der gewünschten Größenordnung. Die verbliebenen Wasserflächen sind nun kleiner. Das Abbaugebiet liegt nicht auf Michelauer Flächen.

• Bürgermeister Jochen Weber wies darauf hin, dass die Bürgermeisterwahl am 11. April als reine Briefwahl ausgeführt wird (das Obermain-Tagblatt berichtete). Die Unterlagen werden samt Merkblatt in diesen Tagen versendet. Sie müssen bis spätestens 18 Uhr am Wahlsonntag wieder im Rathaus eingegangen sein.

• In der vorigen nichtöffentlichen Sitzung genehmigte der Gemeinderat Instandsetzungsarbeiten am Feuerwehrhaus Neuensee in Höhe von 30 000 Euro.

• Ralph Herbst sprach einen Facebook-Post an, der sich auf die riesige Menge von Hundehaufen auf dem Spazierweg am Hochwasserdamm zwischen Bahnhofstraße und Kläranlage bezieht. Er appellierte an die Hundehalter, doch bitte die von der Gemeinde bereit gestellten Kottüten zu nutzen und diese dann samt Inhalt in den Abfalleimern zu entsorgen. (tam)

Von Annette Körber

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