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WEIDHAUSEN

Weidhausen: „Oceans“ erfolgreich beim Deutschen Rockpreis

Weidhausen: „Oceans“ erfolgreich beim Deutschen Rockpreis
Die Band "Oceans": (v. li.) Patrick Zarske (Gitarre), Jakob Griller (Schlagzeug), Timo Schwämmlein (Gitarre & Gesang), Thomas Winkelmann (Bass). Foto: Niklas Karrenbauer

Seit der 38. Deutsche Rock- und Pop-Preis im Dezember 2020 von der Deutschen Popstiftung vergeben wurde, hat die Band „Oceans“, die ihren Sitz in Weidhausen hat, einen weiteren Schritt in Sachen Bekanntheit gemacht. Gleich in drei Kategorien haben die Musiker die Fach-Jury überzeugt und Preise eingeheimst. Der zweite Preis ging in den Kategorien „Beste Metal Band“ und „Bestes Metal Album“ sowie der dritte Preis in der Kategorie „Beste Nu Metal Band“ an die Jungs von Oceans.

Die Band wurde 2017 gegründet und kann mehrere Veröffentlichungen vorweisen. Im Januar des vergangenen Jahres machten sie mit ihrem Album-Debüt „The Sun and the Cold“ von sich reden. Im Juni folgte die Single „Against all Odds“, bei der im Zuge der Corona-Pandemie die Fans zum Mitmachen aufgerufen waren. Das Ergebnis wurde in einem Videoclip zum Song veröffentlicht.

„Das Interessante an dieser Veranstaltung ist die enorme musikalische Vielfalt, die im Rahmen der Preisverleihung Wertschätzung erfährt.“
Patrick Zarske, Gitarrist

Oceans nahm im vergangenen Dezember erstmals an einem solchen Wettbewerb teil. „Das Interessante an dieser Veranstaltung ist die enorme musikalische Vielfalt, die im Rahmen der Preisverleihung Wertschätzung erfährt“, erklärt Gitarrist Patrick Zarske, der in Weidhausen wohnt. Entgegen der klassischen Industriepreise sei gerade bei diesem Kulturfestival die Liebe zur musikalischen Vielfalt spürbar.

Zudem weckte dieses Rock & Pop-Festival die Neugier der Jungs, da es eine Kategorie „Beste Metal Band“ gibt und so ihr bisheriges Schaffenswerk durch eine Jury bewertet wurde. Das Quartett freut sich ungemein über die drei Preise. „Leider fiel der Gang auf dem roten Teppich in der Siegerlandhalle dieses Jahr Corona-bedingt aus. Wir hatten schon unsere Smokings bereit gelegt“, führt Zarske schmunzelnd weiter aus.

Bewertung: künstlerischer Anspruch ist immer das Hauptkriterium

Der Wettbewerb dient als Plattform des kreativen Nachwuchses, aber auch als Treffpunkt einzelner etablierter Künstlerinnen und Künstler sowie Persönlichkeiten des musikalisch-wirtschaftlichen Umfeldes. Die Bewertungskriterien sind je nach Kategorie unterschiedlich. Allerdings ist immer ein künstlerischer Anspruch Hauptkriterium.

Das Material von Oceans wurde unter anderem mit Blick auf Arrangement, Instrumentierung, Gesang, Text, Komposition, Originalität und Kreativität bewertet. In der 20-köpfigen Bundesjury saß auch der Präsident des Deutschen Musikrates, Professor Martin Maria Krüger.

Oceans steht für handgemachte Musik, die den Musikern am Herzen liegt. Ihre Texte haben eine persönliche Bedeutung, deren Inhalte anderen Menschen helfen sollen. „Wir kanalisieren die Ängste und Sorgen, die auf so vielen Schultern lasten und geben den Geplagten damit ein Gesicht“, erklärt der Gitarrist weiter.

Schon seit der frühen Schulzeit miteinander befreundet

Musik von Oceans ist fern ab jeglicher Schublade und bedient sich diversen Stilmitteln, die das Metal-, Rock- und Pop-Genre hergeben. Den überwiegenden Teil ihrer Musikaufnahmen und -videos sowie das Design ihrer CDs und das Merchandise machen die Jungs selbst. Bei der Umsetzung können sie sich auf die Mithilfe ihrer überragenden Crew verlassen.

Die Bandmitglieder sind schon seit der frühen Schulzeit miteinander befreundet. Drei von ihnen sind in Oberfranken aufgewachsen. Zwischenzeitlich wohnen sie aber weit voneinander entfernt. Dank der modernen Technik tauschen sich sie sich aber fast täglich über die modernen Informationskanäle aus und freuen sich umso mehr, wenn sie sich„hautnah“ treffen.

Wer gehört zu den weit auseinander wohnenden Bandmitgliedern?

Patrick Zarske begann mit 15 Jahren das Gitarre spielen und hatte seinen ersten Bühnenauftritt in einem Coburger Jugendzentrum. Kurze Zeit später begann er mit dem aus Horb bei Neustadt stammenden Timo Schwämmlein Musik zu machen. „Das ist jetzt bald 20 Jahre her, es klingt immer noch verrückt“, betont der Weidhäuser. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist in der Sozialen Arbeit tätig.

Weidhausen: „Oceans“ erfolgreich beim Deutschen Rockpreis
Stolz: Timo Schwämmlein mit der Urkunde. Foto: Niklas Karrenbauer

Timo Schwämmlein lernte als 13-Jähriger Bass und sammelte 2000 mit Schulfreunden erste Banderfahrung. Über die Jahre hinweg brachte er sich schließlich auch das Gitarre spielen bei und hat die Leidenschaft zum Gesang mit der Gründung von Oceans vor drei Jahren entdeckt. Er wohnt mittlerweile in Wien.

Thomas Winkelmann spielt den Bass bei Oceans. Er ist der dritte Oberfranke im Bunde, ursprünglich in Mödlitz aufgewachsen, lebt er mittlerweile in Berlin. Zusammen blicken die drei auf viele Jahre Freundschaft und gemeinsames Musikmachen zurück.

Komplettiert wurde Oceans dann von Jakob Griller. Der gebürtige Wiener wurde von Timo über einen gemeinsamen Freund in die Band gebracht und schwingt seitdem die Drumsticks für Oceans.

In der Live-Pause sind zahlreiche neue „Werke“ entstanden

Während der Pandemie-bedingten Live-Pause waren die Vier nicht untätig, sondern haben diese Zeit effektiv genutzt, um an neuer Musik zu arbeiten, wenngleich ihnen Tourneen und Live-Auftritte fehlen. Timo Schwämmlein ist ein produktiven Songwriter, weshalb zahlreiche neue „Werke“ entstanden sind. Mit dieser Kreativität im Rücken kann Oceans garantieren, dass alles was in naher Zukunft veröffentlicht wird, dem qualitativen Anspruch der Bandmitglieder entspricht und natürlich auch der hohen Erwartungshaltung der Fans Rechnung trägt. „Für die Songs der kommenden Veröffentlichung haben wir mit Christoph Wieczorek als neuen Produzenten zusammengearbeitet“, führt Timo Schwämmlein aus.

Dieser Vertrag kommt einem Ritterschlag gleich

Als größte Errungenschaft des vergangenen Jahres bezeichnet er den unterzeichneten Management-Deal mit Niko Tsagarakis (Monster Artists). Niko hat unter anderem mit Künstlern wie Guano Apes oder Marc Terenzi gearbeitet. „Außerdem sind wir seit fast zwei Jahren beim weltweit größten Independent Metal Label ,Nuclear Blast' unter Vertrag und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, ergänzt Patrick. Jeder, der auch nur annähernd mit dem Musik-Genre Metal vertraut ist, dürfte dieses Label kennen.

Dass Oceans dies gelungen ist, kommt einem Ritterschlag gleich. Denn die Band hatte vor Unterzeichnung des Vertrags noch keine einzige Live-Show gespielt.

Zusammenarbeit mit Verein, der Menschen mit Depressionen hilft

In den nächsten Monaten will sich Oceans einer großen Kampagne zum Thema „Mental Health“ widmen und Songs veröffentlichen. „Unter anderem werden wir mit dem Verein ,The Ocean In Your Mind' zusammenarbeiten“, verrät Timo Schwämmlein. Der Verein hilft Menschen mit Depressionen, Ängsten und selbstverletzendem Verhalten, gibt ihnen Hoffnung und informiert. Dieses unglaubliche Engagement finden die Bandmitglieder unterstützenswert. Eine psychische Erkrankung ist immer noch für viele ein Tabu-Thema. Mit der geplanten Kampagne soll sich das ein Stück weit ändern und mit den Erlösen der Verein finanziell unterstützt werden.

Von Alexandra Kemnitzer

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