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KÜPS

Vorarbeiten für das neue Schulhaus in Küps

Vorarbeiten für das neue Schulhaus in Küps
Ende der 1950er Jahre errichtete die Marktgemeinde Küps erstmals ein Zentralschulhaus. Das heutige Mittelgebäude der Schule soll abgebrochen werden. Der Neubau der Grundschule wird mittelfristig die Schüler der ganzen Gemeinde aufnehmen. Das Foto stammt von einer Postkarte und zeigt das 1958 geschaffene Zentralschulhaus noch vor dem Bau der Turnhalle. Foto: red

Seit Jahren wird intensiv an den Vorbereitungen für den Neubau der Küpser Grundschule und der Turnhalle gearbeitet. Mit dem Abbruch des bisherigen Mittelgebäudes und der alten Turnhalle werden Gebäude zurückgebaut, die nur wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter schwierigen Bedingungen geschaffen wurden. Durch die Firma Reuther (Wallenfels), die nach europaweiter Ausschreibung den Auftrag als wirtschaftlichster Bieter erhalten konnte, beginnt bald der Rückbau.

Notwendig wurde der Ersatzneubau, weil die Sanierungskosten wegen statischer Probleme den finanziellen Umfang eines Neubaus überstiegen hätten. Dabei rechnet die Marktgemeinde Küps allein für den Neubau der Grundschule und den Bau einer neuen Turnhalle, die auch als Versammlungsstätte dienen soll, mit Kosten von rund 15 Millionen Euro. Hinzu kommen noch die Aufwendungen für die Brandschutzmaßnahmen am Hauptgebäude, das 1977 in Betrieb ging, sowie die Sanierung des Westgebäudes, das ebenfalls rund 60 Jahre alt ist.

Der Bau des Zentralschulhauses 1958 war ein Meilenstein

Für Küps war der Neubau eines modernen Zentralschulhauses 1958 eine gewaltige Leistung, wenn man die Umstände der damaligen Zeit bedenkt. Infolge der Kriegsereignisse fand von März bis September 1945 kein Schulbetrieb statt. Anschließend unterrichtete als einzige im Dienst belassene Lehrkraft, Oberlehrer Trautner die zahlreichen Schüler in Küps. Außerdem hatte er noch die Schulen Au, Oberlangenstadt und Unterlangenstadt zu betreuen.

Vorarbeiten für das neue Schulhaus in Küps
Nicht nur die Kücheneinrichtung, sondern auch Bodenbeläge und Decken der alten Schulküche wurden bereits entsorgt. Foto: Bernd Rebhan

Danach wurde das Schulwesen des Marktes Küps wieder ausgebaut und bestand ab 1948 aus sieben Schulstellen. Allein in Küps wurden fünf Gebäude als Schulhäuser verwendet, aber kein einziges davon war für diesen Zweck errichtet worden. Unter anderem waren im Jahr 1958 Schulkinder im Gebäude „Schulberg 9“ und im „Mühlweg 2“ (Altes Schloss) untergebracht. Die Urkunde, die Rektor Michael Roppelt bei der Grundsteinlegung für das Schulgebäude 1958 verfasste, bezeugt die abwechslungsreiche Schulgeschichte, die damals als das brennendste Problem der Marktgemeinde bezeichnet wurde.

Das Mittelgebäude, das jetzt abgebrochen wird, war in der jahrhundertealten Geschichte der Marktgemeinde das erste Schulhaus, das für diesen Zweck errichtet wurde. Dabei war der Wunsch nach einer Zentralschule schon in den 1920-er Jahren lauter geworden. 1927 beschloss die Gemeindeverwaltung den Bau einer Zentralschule und im Februar 1928 lag bereits der fertige Plan für das Schulhaus vor, das zehn Schulsäle erhalten sollte. Das für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Projekt kam jedoch nicht zur Ausführung. 1936 wurde der Gedanke an einen Schulhausneubau wieder aufgenommen und im September 1937 entstand eine Planung für einen Neubau mit sechs Schulsälen, Werkraum, Schulküche und Duschanlagen. Die Baukosten waren mit 178 654 Mark veranschlagt, für die bereits erhebliche Geldrücklagen zur Verfügung standen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte auch dieses Schulprojekt.

Neuer Anlauf für einen Schulhausbau in den 1950-er Jahren

Vorarbeiten für das neue Schulhaus in Küps
Schrank- und Zimmertüren wurden größtenteils aus dem Gebäude entfernt. Foto: Bernd Rebhan

Nach Jahren der Vorbereitung beschloss der Marktgemeinderat unter der Leitung von Bürgermeister Ernst Hanna 1957 den Schulhausneubau. Der Beginn der Bauarbeiten erfolgte bereits am 12. September 1958. Die Einweihung des Neubaus der achtklassigen Volksschule fand schon am 25. Oktober 1959 statt. Die Kosten für den Grunderwerb, den Schulbau und die Einrichtung beliefen sich damals auf 854 000 Mark. Etwas länger als geplant, zog sich die Schaffung der Schulturnhalle hin, die damals als die modernste ihrer Art als „erste echte Schulturnhalle des Landkreises“ bezeichnet wurde. Die Arbeiten, die am 8. November 1960 begonnen und am 23. September 1961 abgeschlossen werden konnten, verursachten Kosten von 289 546 Mark. Über sechs Jahrzehnte hat das damals Geschaffene den Schulkindern und auch anderen Nutzern, wie den Vereinen, gute Dienste getan und weicht jetzt dem schulaufsichtlich genehmigten Ersatzneubau.

Entkernungsarbeiten laufen seit Wochen

Zuletzt haben die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens die nahezu leeren Räume entkernt. Türen und Fenster wurden ausgebaut, Wertstoffe wie Holz, Schrott oder Kupferkabel getrennt entsorgt oder gesammelt. Über die letzten Monate hatten die Hausmeister bereits wichtige Vorarbeiten geleistet und Schulmöbel ausgeräumt. Nach der Entkernung der Gebäude folgen die Abbrucharbeiten, die den Juli über andauern werden. Der Abtransport der restlichen Baustoffe und des abzutragenden Bodenmaterials soll im August beginnen.

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