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TenneT: Es geht los am Ostbayernring

TennT: Es geht los am Ostbayernring
TenneT hat einen positiven Bescheid für den beantragten vorzeitigen Baubeginn im Abschnitt C (Redwitz – Mechlenreuth) durch die Regierung von Oberfranken erhalten. Foto: Thomas Koehler

Der Bayreuther Netzbetreiber TenneT wird im Juni diesen Jahres im Abschnitt C (Redwitz – Mechlenreuth) des geplanten neuen Ostbayernrings mit dem Bau beginnen, erklärt das Unternehmen in einer Pressemittelung. Möglich macht dies ein positiver Bescheid über die Zulassung des vorzeitigen Baubeginns in diesem Planungsabschnitt. Die Baumaßnahmen werden sich auf 22 ausgewählte Maststandorte beschränken.

Alle Arbeiten bis zum finalen Planfeststellungsbeschluss sind vollständig reversibel. Die betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümer wurden individuell informiert. Darüber hinaus bietet TenneT allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich über ein „Digitales Infoforum“ (infomarkt.tennet.eu auf der Projektwebsite des Ostbayernrings auch in Pandemiezeiten ausführlich zu informieren.

Antrag bei der Regierung von Oberfranken

Im vergangenen Monat hat TenneT darüber informiert, dass das Unternehmen einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn bei der Regierung von Oberfranken gestellt hat. Als zuständige Behörde hat die Regierung den gestellten Antrag in den vergangenen Wochen eingehend geprüft. Nun liegt eine Entscheidung hierzu vor: Die Regierung von Oberfranken gibt dem TenneT-Antrag statt. Sie hat dem Bayreuther Netzbetreiber einen positiven Bescheid auf die Zulassung des vorzeitigen Baubeginns ausgestellt.

Durch ihre Entscheidung hat die verfahrensführende Behörde TenneT eine positive Prognose hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit des neuen Ostbayernrings für das laufende Planfeststellungsverfahren ausgestellt. Darüber hinaus ermöglicht die Regierung von Oberfranken, dass TenneT mit einigen Arbeiten an festgelegten Maststandorten ab dem Juni 2021 beginnen kann.

TenneT wird nun an den festgelegten Maststandorten mit der Einrichtung der Mastbaustellen, der Herstellung von Arbeitsflächen und Zuwegen sowie ersten Baumaßnahmen beginnen. Falls TenneT im laufenden Planfeststellungsverfahren keine Genehmigung für das geplante Projekt im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth erhält, muss der Ausgangszustand infolgedessen an den nun genehmigten Maststandorten wiederhergestellt werden.

14. Juni ist Baubeginn an genehmigten Standorten

Aufgrund der Dringlichkeit des Baubeginns wird TenneT mit den ersten Arbeiten zum Bau des neuen Ostbayernrings bereits ab dem 14. Juni beginnen. Die Arbeiten beschränken sich auf die nun genehmigten Maststandorte. Dabei handelt es sich um die Masten 7, 11, 22, 24, 38, 39, 48, 52, 53, 54, 56, 58, 59, 67, 72, 93, 95, 102, 105, 106, 111 und 123.

TennT: Es geht los am Ostbayernring
Der Plan steht: Erste Baumaßnahmen werden ab dem 14. Juni an ausgewählten Maststandorten umgesetzt. Foto: red

Darüber hinaus werden im Rahmen des nun bewilligten vorzeitigen Baubeginns keine weiteren Maststandorte bebaut. Die Masten liegen innerhalb des Landkreises Lichtenfels in den Gemeinden Redwitz (Mast 7) und der Stadt Burgkunstadt (Mast 11, 22 und 24), im Landkreis Kulmbach im Gebiet der Stadt Kulmbach (Mast 38, 39, 48, 52 und 53), der Stadt Stadtsteinach (Mast 54, 56, 58, 59 und 67) und der Gemeinde Guttenberg (Mast 72) und zuletzt im Landkreis Hof auf dem Gebiet der Stadt Münchberg (Mast 93, 95, 102, 105, 106, 111 und 123).

Die Arbeiten im Abschnitt C (Redwitz – Mechlenreuth) setzt TenneT zusammen mit mehreren erfahrenen Leitungsbauunternehmen um. Der Planungsabschnitt wurde hierzu in drei sogenannten „Baulose“ unterteilt. Für jedes Baulos ist jeweils ein Bauunternehmen zuständig. TenneT wird bei der Umsetzung der Planungen im Baulos 1 (Mast 1 – Mast 55) von der Firma „Cteam Consulting & Anlagenbau“, im Baulos 2 (Mast 56 – Mast 108) von „Eiffage Energie Systemes“ und im Baulos 3 (Mast 109 – Mast 124) von der „SPIE SAG“ unterstützt. Darüber hinaus wird der Bau im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth im Zuge der ökologischen, der archäologischen und der bodenkundlichen Baubegleitung fachkundig durch weitere Partner begleitet.

Der vorzeitige Baubeginn ist nötig, um den Bau des neuen Ostbayernrings ab Juni 2021 bis zu einer koordinierten Abschaltung der Bestandsleitung im europäischen Verbundnetz im Sommer 2022 ausreichend vorbereiten zu können. Die Abschaltung ist erforderlich, um zwischenzeitliche Kreuzungen des neuen und alten Ostbayernrings realisieren zu können.

Stabilität im europäischen Netz

Die sechs- bis achtwöchige Abschaltung der Bestandsleitung im europäischen Verbundnetz ist für den Sommer 2022 vorgesehen. Um die Stabilität im europäischen Netz durchgehend gewährleisten zu können, muss diese erfolgen, bevor das Kernkraftwerk „Isar II“ bei Landshut Ende des Jahres 2022 vom Netz geht. Um den Bau des neuen Ostbayernring bis dahin ausreichend vorbereiten zu können, müssen die Bauarbeiten spätestens im Juni 2021 beginnen. Der Ausbau der bestehenden Kapazitäten durch den Bau des neuen Ostbayernrings ist dringend notwendig, um die Versorgungs-, Netz- und Ausfallsicherheit für die gesamte ostbayerische Region aufgrund der ansteigenden Einspeisung regenerativer Energien in Oberfranken und der Oberpfalz sicherstellen zu können. Nach Fertigstellung des neuen Ostbayernrings wird die Bestandsleitung zurückgebaut. Der anstehende Baubeginn betrifft die meisten der Eigentümer und Eigentümerinnen im Abschnitt von Redwitz nach Mechlenreuth nicht.

Neubau soll bis Herbst 2022 abgeschlossen sein

Den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt C erwartet TenneT für den Sommer 2021. Mit dem Planfeststellungsbeschluss hat TenneT dann das Baurecht im gesamten Leitungsabschnitt. Der Neubau wird voraussichtlich bis zum Herbst des Folgejahres abgeschlossen sein. Der Rückbau der Bestandstrasseerfolgt im Anschluss daran. Dieser soll im Herbst 2023 beendet sein. (red)

 

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