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SCHWÜRBITZ

Schwürbitz: Trotz Trennung für Zusammenhalt gesorgt

Schwürbitz: Trotz Trennung für Zusammenhalt gesorgt
„Wir freuen uns auf euch“, haben die Erzieherinnen des Sankt Josef Kindergartens in Schwürbitz an die Fenster gemalt. Foto: Daniel Richter

Die Corona Krise überschattet den Alltag von allen und wird von einigen als die größte Krise nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Wirtschaft, Gastronomie und Hotelerie ächzen unter den gravierenden Einschränkungen. Arbeitnehmer leiden unter Gehaltseinbußen und wissen oft nicht, wie es in Zukunft weiter gehen soll. Hinter vielen Arbeitnehmern steckt nicht selten eine Familie. Eine Familie mit Kindern, die in Krisenzeiten zu den wohl mit am stärksten betroffenen Gruppen unserer Gesellschaft gehören. Das Miteinander mit Freunden und Erziehern im Kindergarten – verboten. Allgemeine soziale Kontakte mit anderen Menschen, von denen Kinder doch so viel lernen können – nicht erlaubt.

Doch wie umgehen mit diesem „social distancing“? Sich verstecken, zurückziehen und vor seiner Umwelt schützen? Oder alternative Kontaktmöglichkeiten nutzen? Diese Frage hat sich auch der Sankt Josef Kindergarten in Schwürbitz gestellt. Nachdem bekannt wurde, dass die Einrichtung auf unabsehbare Zeit geschlossen bleibt, haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht, wie man die so wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen zu den Eltern und Kindern wieder aufnehmen kann.

Osternester und Bastelunterlagen nach Hause geschickt

Dass in Krisenzeiten selbst kleinste Aufmerksamkeiten den gestressten Eltern und Kindern eine Freude bereiten können, erkannte man schnell. Sorgen über finanzielle Einschränkungen, Vereinbarkeit von Home-Schooling, Home- Office, Kinderbetreuung und Haushalt konnten so zumindest für eine kurze Zeit ab acta gelegt werden.

Es wurden in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat via Skype-Konferenz Vorschläge gesammelt und diese bis zum heutigen Tag sehr erfolgreich umgesetzt. Man sprang auf den digitalen Zug der „Neuen Medien“ auf und unterstütze die Familien auf sozialer Ebene so gut wie eben möglich. Die Kinder erhielten nachträglich ihre Osternester, bekamen Bastelunterlagen mit Anleitung zugeschickt und freuten sich neben Anrufen der Erzieher auch über regelmäßige Mitteilungen mit Hilfe der kurzfristig eingeführten „KiTa Info App“. Der Kontakt war wieder hergestellt, und die Kinder ließen ihren Erziehern aus Dankbarkeit ein paar schöne selbstgemalte Bilder zum Thema „Was wir vermissen“ zukommen.

So zeigt man aktuell eindrucksvoll, wie es selbst in Krisenzeiten möglich ist, das doch so wichtige menschliche Miteinander nicht aus den Augen zu verlieren. Dass die oft so kritisierten „Neuen Medien“ einen großen Teil dazu beitragen können, steht außer Frage.

Von Daniel Richter

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