aktualisiert:

SCHWÜRBITZ

Schwürbitz: Ein Kleinod für alle Christen im Ort

Schwürbitz: Ein Kleinod für alle Christen im Ort
Die altehrwürdige Wegkapelle, das Käpella, im Schatten der evangelischen Kirche in Schwürbitz. Foto: Horst Habermann

Über die altehrwürdige Wegkapelle („Käpella“) im Schatten der evangelischen Kirche erfährt der Geschichtsinteressierte einiges in der Schwürbitzer Ortschronik. In der Vergangenheit war eine genaue Zugehörigkeit (katholische oder evangelische Kirchengemeinde) nicht immer genau nachzuvollziehen. Es wird wohl der katholischen Kirchengemeinde zugeordnet. Im 19. Jahrhundert war sie Betstation der Katholiken aus dem Ort.

In früheren Jahren sei die Gemeinde Schwürbitz immer froh gewesen, wenn sich Schwürbitzer Bürger für die Pflege und Instandhaltung zur Verfügung stellten, erklärte einst der leider bereits verstorbenen Altbürgermeister Karl Götz. Immer wieder bemühten sich Schwürbitzer Familien. In den vergangenen Jahren bis heute ist dabei besonders die Familie Pülz zu nennen, die in der unmittelbaren Nachbarschaft lebt. Sie sorgten und sorgen für den Blumenschmuck und die notwendige Sauberkeit.

Altgemeinde Schwürbitz nahm Reparaturen vor

In Blick in die Chronik belegt, bei größeren Reparaturen etc. kümmerte sich früher immer die Gemeinde Schwürbitz. Thomas Gruber von der evangelischen Kirchengemeinde sorgte zwischenzeitlich sogar für eine „Beleuchtung“ der Wegekapelle (ebenso vor der evangelischen Kirche) in den Abendstunden. Ein besonderer Dank der evangelischen Kirchengemeinde galt in diesen Tagen auch Hubert Motschenbacher, der zum Pfingstfest wieder zwei schöne Birken und duftenden Flieder für die evangelische Kirche zur Verfügung stellte. Er hatte gleichzeitig auch die danebenstehende kleine Wegekapelle festlich geschmückt.

Die „altehrwürdige Wegkapelle“ stammt aus dem Jahr 1814 und liegt im Schatten der evangelischen Kirche. Als die Katholiken vor mehr als 122 Jahren (bis die Herz-Jesu Kirche gebaut wurde im Jahr 1898/1899) nach Marktgraitz pfarrten, diente die alte Wegkapelle als letzte Betstation vor allen Dingen beim Transport des Leichenzuges. Die Verstorbenen wurden dmals in Marktgraitz beerdigt. Am 8. Oktober 1883 erhielt Schwürbitz neben dem bestehenden evangelischen Friedhof einen katholischen Friedhof. Hinter dem schmiedeeisernen Gitterwerk hängt ein wuchtiges Kreuz, das wohl in alten Zeiten an ungefähr gleicher Stelle im Freien stand.

Kreuz trägt die Jahreszahl 1814

Das Kreuz trägt die Zeichen „JAM“ und die Jahreszahl 1814. Eine kleine Gedenktafel für einen im 1871-iger Krieg verwundeten und in einem Feldlazarett zu Versailles verstorbenen Schwürbitzer ist an der dem Dorf zugewandten Seitenwand , sozusagen das erste Kriegerehrenmal der Ortschaft Schwürbitz.

Die „altehrwürdige Wegkapelle“ wurde im Jahr 1960, nachdem sie Opfer des Verkehrs wurde, in ihrer ursprünglichen Form, nur einige wenige Meter weiter rückwärts und damit außerhalb der Gefahrenzone, neu errichtet.

Von Horst Habermann

Weitere Artikel