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Ostbayernring: Antrag auf vorzeitigen Baubeginn ab Redwitz

Ostbayernring: Antrag auf vorzeitigen Baubeginn ab Redwitz
Die Firma TenneT hat einen einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für den Abschnitt C (Redwitz-Mechlenreuth) des Ostbayernrings bei der Regierung von Oberfranken gestellt und strebt einen Baubeginn im Sommer 2021 an. Foto: red

Der Bayreuther Netzbetreiber Tennet hat für den Ostbayernring einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für den Planungsabschnitt C (Redwitz-Mechlenreuth) bei der Regierung von Oberfranken gestellt. Dieser Schritt sei notwendig, um den Bau des neuen Ostbayernrings bis zur Abschaltung der Bestandsleitung im europäischen Verbundnetz im Sommer 2022 ausreichend vorzubereiten, teilt das Unternehmen mit. Genehmigt die Regierung den Antrag, darf Tennet an ausgewählten Maststandorten mit der Baustelleneinrichtung, der Herstellung von Arbeitsflächen und Zuwegungen sowie ersten Bauarbeiten beginnen.

Der Ersatzneubau des Ostbayernrings sei dringend nötig, weil die in den 1970-er Jahren errichtete Bestandsleitung regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen gelange. Ein Grund dafür sei vor allem der Umstand, dass in den Regionen der Oberpfalz und Oberfranken sehr viel mehr an erneuerbaren Energien produziert wird, als dort vor Ort verbraucht werden kann. In den großen Industriestandorten Bayerns fehle diese Energie hingegen. Um den überschüssigen Strom dorthin zu transportieren, wo er benötigt wird und um die gewonnenen Ressourcen nicht zu vergeuden, werde ein verstärkter Ostbayernring benötigt. Gleichzeitig versorge der neue Ostbayernring den Nordosten Bayerns mit Strom, wenn die vor Ort erzeugte Solar- und Windenergie bei entsprechenden Wetterlagen nicht ausreicht.

Um die Versorgungs-, Netz- und Ausfallsicherheit für die ostbayerische Region sicherzustellen, plant TenneT daher die Transportkapazitäten der 380/220-Kilovolt-Bestandstrasse durch den 380/380-Kilovolt-Ersatzneubau des Ostbayernrings zu erhöhen.

Trasse muss bis zur Abschaltung des Atomkraftwerks „Isar II“ stehen

Für den Abschnitt zwischen den Umspannwerken Redwitz und Mechlenreuth strebt Tennet einen Baubeginn in diesem Sommer an. Das sei erforderlich, weil eine koordinierte Abschaltung der Bestandsleitung im europäischen Verbundnetz notwendig werde, um die erforderlichen Kreuzungen der Neubau- und Bestandsleitung zu realisieren. Die erforderliche sechs- bis achtwöchige Abschaltung im europäischen Verbundnetz sei für den Sommer 2022 vorgesehen. Um die Stabilität im europäischen Netz zu gewährleisten, müsse diese vor der geplanten Abschaltung des Atomkraftwerks „Isar II“ bei Landshut Ende 2022 erfolgen.

Um die Arbeiten am neuen Ostbayernring bis zur Abschaltung vorzubereiten, müssten sie spätestens im Juni 2021 beginnen, so Tennet. Daher wurde ein vorzeitiger Baubeginn beantragt. Bei Genehmigung werde an ausgewählten Maststandorten mit der Baustelleneinrichtung, der Herstellung von Arbeitsflächen und Zuwegungen sowie ersten Bauarbeiten begonnen. Dazu zählen auch Gründungs- und Maststockungsarbeiten. Alle Arbeiten im Rahmen des vorzeitigen Baubeginns seien reversibel, so dass der ursprüngliche Zustand jederzeit wiederhergestellt werden könne.

Alle Arbeiten können wieder rückgängig gemacht werden

Die Möglichkeit des vorzeitigen Baubeginns im Energiewirtschaftsgesetz solle dazu beitragen, dass der Netzausbau in Deutschland und damit die gesamte Energiewende schneller umgesetzt werden kann. Voraussetzung ist eine positive Prognose über die abschließende Entscheidung im Planfeststellungsverfahren. Ein Abschluss des Planfeststellungsverfahrens wird für den Hochsommer 2021 erwartet. Mit dem Planfeststellungsbeschluss hätte Tennet das Baurecht im gesamten Leitungsabschnitt.

Da ein Vorziehen der Bauarbeiten nicht an allen geplanten Maststandorten erforderlich ist, sind nicht alle Eigentümer davon betroffen. Die Betroffenen seien informiert, erklärt das Unternehmen. Vor Baubeginn werde zudem ein virtueller Infomarkt auf der Projektwebsite des Ostbayernrings angeboten, damit sich die Bürger auch in Pandemiezeiten über den Bau und die Planungsphase informieren können.

Der Abschnitt von Redwitz nach Mechlenreuth

Bei dem Ersatzneubau wird die Stromleitung in Anlehnung an die bestehende Trasse geplant und nach Inbetriebnahme des neuen Ostbayernrings die Bestandstrasse abgebaut. Der neue Ostbayernring wird sich im gesamten Nordosten Bayerns über rund 185 Kilometer erstrecken. Der Planungsabschnitt C ist einer von vier Abschnitten und verläuft von Redwitz bis nach Mechlenreuth. Endpunkt der gesamten Trasse ist Etzenricht in der Oberpfalz.

Den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt C erwartet Tennet im Hochsommer 2021. Der Neubau werde voraussichtlich bis zum Herbst 2022 abgeschlossen sein. Der Rückbau der Bestandstrasse erfolgt im Anschluss bis zum Herbst 2023.

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