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Michelau: Urgestein Paul Habich hört auf

Michelau: Urgestein Paul Habich hört auf
Fühlt sich mit seinen 73 Jahren noch fit: Der ehemalige Michelauer Gemeinderat Paul Habich kann auf eine lange kommunalpolitische Laufbahn zurückblicken und will sich weiterhin ehrenamtlich engagieren. Foto: Marion Nikol

Der Begriff „Urgestein“ spielt zwar in der Geologie heute kaum eine Rolle mehr, wird dafür aber gerne im übertragenen Sinne verwendet. Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn eine Person beschrieben wird, die ganz am Anfang eines Vorganges zugegen war und über sehr viel Erfahrung verfügt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Bezeichnung in den letzten Jahren des Öftern in Verbindung mit dem Michelauer Gemeinderat Paul Habich zu hören oder lesen war, schließlich reichen die Wurzeln seines politischen Wirkens bis in die frühen 70er Jahre zurück.

Von seinen fast 50 Jahren politischen Engagements wirkte er drei Jahrzehnte als Gemeinderat mit. Aus dem Gremium ist er jetzt zwar ausgeschieden, denkt aber noch lange nicht daran, sein ehrenamtliches Wirken damit einzustellen.

Politik für den kleinen Bürger

Seinen Eintritt in die SPD im Jahr 1973 begründet der gebürtige Lettenreuther damit, dass er von der Art und Weise, wie sich die SPD politisch für den Bürger eingesetzt hat, inspiriert war. So blieb er nicht „nur“ Mitglied im Ortsverein Schwürbitz, sondern engagierte sich auch im Vorstand, dessen Vorsitzender er im Jahr 1986 wurde – ein Posten, den er ununterbrochen in den darauffolgenden 33 Jahren innehatte.

Diese Art der Kontinuität setzte sich auch bei seinem politischen Wirken im Michelauer Gemeinderat durch, dem er von 1990 bis 2020 durchgehend angehörte. Als langjähriges Mitglied im Bauausschuss lagen ihm vor allem Themen der Infrastruktur am Herzen, sei es die Straßenbeleuchtung auf dem Gehweg Richtung Schwürbitz, verkehrstechnische Angelegenheiten wie Geschwindigkeitsbegrenzungen oder auch der Ausbau von Sportplätzen.

„Vor allem in den 1990-er Jahren führte ich etliche ,Kämpfe‘ mit anderen Gemeinderäten.“
Paul Habich zu seinem Wirken im Michelauer Gemeinderat

Als Fraktionssprecher in den Jahren 1996 bis 2007 lieferte er sich in den Gemeinderatssitzungen oft und gerne große Debatten, unter anderem mit seinen Pendants von der CSU. „Vor allem in den 1990-er Jahren führte ich etliche ,Kämpfe‘ mit anderen Gemeinderäten“, erinnert sich Habich und fügt aber hinzu, dass die fraktionsübergreifende Zusammenarbeit stets sehr kollegial war und die Diskussionen nicht unter die Gürtellinie gingen. Ebenfalls in guter Erinnerung behält er seine Zeit als dritter Bürgermeister – ein Amt, das er von 2007 bis 2014 begleitete.

Vielseitiges Engagement und Wechsel zu Grün

Neben der Politik galt und gilt seine Leidenschaft dem Fußball. So war er fast 20 Jahre Vorsitzender des 1.FC Schwürbitz, so dass ihn der Verein vor einigen Jahren zum Ehrenmitglied ernannte. Der Neubau der Plätze und des Vereinsheims tragen unter anderem seine Handschrift. Darüber hinaus stand er dem Schwürbitzer Obst- und Gartenbauverein zur Seite, als dieser im Jahr 2013 dringend nach einem neuen Vorsitzenden Ausschau hielt und Paul Habich für das Amt gewinnen konnte, das der passionierte Hobbygärtner nach wie vor innehat.

Johann-Puppert-Medaille der Gemeinde für sein Engagement

Für sein langjähriges und vielseitiges Engagement wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet und bekam sowohl die Johann-Puppert-Medaille der Gemeinde Michelau wie auch die Kommunale Verdienstmedaille des Bayerischen Staatsministeriums des Innern verliehen.

Unermüdlich agiert er also, der ehemalige Berufssoldat, und das an allen Fronten. Womöglich trieb ihn diese Unermüdlichkeit gar zum Bruch mit seiner Partei, der er im September 2019 den Rücken zukehrte. Er wollte nach eigenen Angaben noch einmal für den Gemeinderat antreten, doch die ersten zehn Listenplätze blieben ihm verwehrt. Also entschied er sich für die Partei, die ihm „am nächsten war“ und wechselte von Rot zu Grün.

Beim Klima- und Umweltschutz noch viel zu bewegen

Was für die eine Seite eine bittere Enttäuschung darstellte, war für die andere ein Neuanfang. Denn Paul Habich stellte gemeinsam mit Siegbert Koch eine Grüne Ortsgruppe sowie eine Liste für Michelau auf, an deren Spitze er in die Kommunalwahl ging. Das Rennen machte zwar letztlich ein Jüngerer, doch der Feldwebel a.D. nahm es sportlich. Er selbst jedenfalls, so betont er, werde nicht müde, sich weiterhin mit Rat und Tat zu engagieren, schließlich gebe es beim Klima- und Umweltschutz in den Gemeinden noch viel zu bewegen.

Vom Marion Nikol

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