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MARKTGRAITZ

Mehr Beteiligungen beim Dorfladen Marktgraitz nötig

In diesem Gebäudekomplex könnte ein Dorfladen in Marktgraitz entstehen. Allerdings ist die Bürgerbeteiligung diesbezüglich ins Stocken geraten. Foto: Roland Dietz

Im Grunde gab es trotz Themen wie Telefonfunkmast oder Kanalgebührenerhöhungen kaum Diskussionsstoff bei der Gemeinderatsitzung in Marktgraitz in der Turnhalle. Doch dann fragte Gemeinderätin Kerstin Röling zum Sachstand beim Thema Dorfladen nach. Denn trotz positiv verlaufenen Gründungsversammlung haben erst 34 Bürger eine Teilnahmezeichnung gemacht.

Gemeinderat Anton Hügerich (FW) meinte, dass das Ende der Zeichnungsfrist mit dem 30. November viel zu spät sei. Schwung komme in die Sache so nur schwierig. Kerstin Röling (CSU) sprach sich dafür aus, dass der Unterschied des Dorfladens mit seinen regionalen Produkten zu einem Supermarkt mehr betont werden müsse. Matthias Partheymüller (FW) machte den Vorschlag dies nochmals im „Ausscheller“ publik zu machen. Auch sollten mögliche Zeichnungsformulare beigelegt werden. Weiter wird nun angedacht, einen Tag der offenen Tür in den geplanten Räumlichkeiten anzubieten. Bürgermeister Jochen Partheymüller appellierte nochmals an alle Graitzer, das Vorhaben zu unterstützen. Zeichnungsformulare liegen in den Rathäusern Marktgraitz und Redwitz aus.

Archiv im ersten Stock des Schulhauses angeregt

Einige Fragen gab es auch zur möglichen Einrichtung eines Archives für Marktgraitz. Die 950-Jahrfeier habe gezeigt, dass hier etwas getan werden muss gab der Bürgermeister bekannt. Auch Kreisarchivpflegerin Adelheid Waschka hatte bereits auf den nicht so guten Zustand hingewiesen. So lagern Akten und Archivmaterial an verschiedenen Stellen und sind dort auch nicht ganz verträglichen Witterungseinflüssen ausgesetzt und müssten auch digitalisiert werden.

Im alten Schulhaus könnte ein Archiv entstehen. Das aber war in der Gemeinderatssitzungen viele Fragen auf. Foto: Roland Dietz

Der Bürgermeister machte den Vorschlag, im ersten Stock des Schulhauses in der dortigen ehemaligen Wohnung ein Archiv einzurichten. Die Kosten dafür würden sich auf rund 23 000 Euro belaufen. Bei zu beantragenden Zuschüssen dürften 30 Prozent Förderung möglich sein. Kerstin Röling fragte, ob es möglich wäre auch Vereinsarchive dort unterzubringen. Ihres Wissens gäbe es sehr viel Archivmaterial bei Privatpersonen. Bürgermeister Jochen Partheymüller hofft sogar, das Exponate aus dem Staatsarchiv nach Marktgraitz zurückgebracht werden könnten. Auf Nachfrage zu möglichen Besichtigungsmöglichkeiten dieses Archives von Matthias Partheymüller meinte der Bürgermeister, dass es kein „museumsartiges Archiv“ geben werden. Es wurde beschlossen einen Ortstermin im Gebäude zu machen und weiter am Ball zu bleiben.

Leichte Erhöhung für Wasser- und Kanalgebühren

Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatte Kämmerer Tobias Grünbeck eine Neukalkulation der Wasser- und Kanalgebühren vorgenommen und diese dem Finanzausschuss vorgestellt. Hierbei stellte er ein Defizit von 11 000 Euro fest. Daher hat der Finanzausschuss empfohlen den Wasserpreis von bisher zwei Euro zu pro Kubikmeter auf 2, 07 Euro zu erhöhen. Dies wurde einstimmig beschlossen. Ebenso sieht es mit dem Abwasserbereich aus. Auch hier wurde eine neue Satzung verabschiedet. Da aber hier auch insbesondere die verbrauchsunabhängigen Kosten steigen wurde vorgeschlagen, nicht nur die Verbrauchsgebühren, sondern auch die Grundgebühr anzupassen, um den Anstieg des Abwasserpreises noch im vertretbaren Umfang zu halten. Deshalb hatte der Finanzausschuss den Vorschlag gemacht die Grundgebühr von derzeit drei Euro im Monat auf vier Euro anzuheben. Eine Erhöhung der Einleitungsgebühr wird dabei ebenfalls erreicht werden. Dies wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.

Absage ans Landratsamt vom Bürgermeister

Einmal mehr vertagt wurde das Thema Mobilfunkmast. Das nicht erreichte gemeindliche Einvernehmen und die damit Verbunde Ablehnung der Planung eines Mobilfunkmastes der deutschen Telekom wurde nach Auffassung des Landratsamt Lichtenfels zu Unrecht verweigert, da keine rechtlichen Belange verletzt würden. Nun solle bis 8. Oktober ein neuer Beschluss gefasste werden. Dem erteilte Bürgermeister Jochen Partheymüller eine Absage. Es sei nicht berücksichtigt worden, dass inzwischen Verhandlungen mit der Gemeinde Marktgraitz, Bundestagsabgeordneter Emmi Zeulner, der Hochspannungsnetzfirma Tennet und der Deutschen Telekom abgewartet werden müssen, da eine Planungsänderung möglich sei.

Gegen die Haushaltssatzung zu Haushaltsjahr 2021 gab es außer bereits erwähnter Kostendeckung bei Wasser und Abwasser keinerlei Beanstandungen.

 

Von Roland Dietz

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