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MARKTGRAITZ

Marktgraitz: Stunden für die Seele im Advent

Marktgraitz: Stunden für die Seele im Advent
Eine tolle Atmosphäre bot die Marktgraitzer Pfarrkirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit bei den Adventmeditationen. Im Hintergrund der „Graatzer Dreigesang“ (diesmal als Viergesang). Foto: Roland Dietz

„Eine Stunde für die Seele“ – besser hätte der Titel zu den Adventsmeditationen, die in der Pfarrkirche zur „Heiligen Dreifaltigkeit“ an den vier Adventssonntagen abgehalten wurden, nicht gewählt werden können. Dekan und Pfarrer Lars Rebhan hat sich da wirklich etwas Besonderes einfallen lassen.

Zur Ruhe und Besinnung kommen im Advent war dabei die Grundidee. „Ein Jahr ist fast zu End, und es kam der Advent. Die Weihnachtszeit is sehr schö, und wer das noch nicht weiß, sollte mal auf Graatz hin geh“, war die Feststellung zum Advent daheim. Einen wesentlichen Anteil am Gelingen hatten Gruppen und Künstler, die die einzelnen Veranstaltungen musikalisch umrahmten.

Die vorhandenen Plätze waren jeweils schnell vergeben

Die 70 Plätze in der Pfarrkirche waren schon etliche Tage vorher vergeben. Dadurch wurde deutlich, dass viele Menschen der Hektik und dem Stress der Vorweihnachtszeit sowie auch den Meldungen zur Corona-Pandemie einfach mal eine Stunde entfliehen wollten. Somit könnte man auch von musikalischen Andachten sprechen, in denen meist das zeitliche Geschehen auf das kommende Weihnachtsfest im Mittelpunkt stand.

Sängerin Steffi Berg und ihre Freunde machten den Anfang

Den Anfang machte dabei die Marktgraitzer Sängerin Steffi Berg, die auch musikalische Leiterin des „Graatzer Kirchenchores“ ist, mit Freunden. Mit drei Vokalstimmen und Klavierbegleitung gestaltete das Quartett eine facettenreiche Einstimmung auf das Weihnachtsfest unter dem Motto „Wenn ich an Weihnachten denke“. So wurde mit den Themen Engel, Weihnachtsbaum und Menschen, mit denen Weihnachten gefeiert wird, vielfältige moderne Musik mit passenden Texten dargeboten, ergänzt durch Gedanken und Texte zur Advents- und Weihnachtszeit.

„Graatzer Dreigesang“ diesmal ein Viergesang

Sehr volkstümlich ging es am 2. Adventssonntag weiter. So wurde aus dem „Graatzer Dreigesang“ ein Viergesang, der ausschließlich aus der Familie Geßlein bestand: Heinrich, Hans-Jürgen, Beate und Tochter Tanja Fuchs, unterstützt von Gerhard Fuchs am Flügelhorn.

Als heimische klangvolle Form des Betens wurde das Singen dieser Marktgraitz Formation dargestellt. So wurde die Geschichte des Gebetes „Engel des Herrn“ gesanglich und textlich durch die heimische Mundart nach Franken verlegt. Die Botschaft des Erzengels Gabriel an Maria, den Erlöser der Welt in sich zu tragen, sollte allen Hoffnungsanker in einer Zeit des Auf und Ab in den heutigen Tagen sein. Aber auch der „Benedictus-Gesang“ aus der Waldlermesse und das alpenländische „Jetzt fangen wir zu singen“ führten zu Weihnachten hin.

Kerzenschein und beruhigende Zithermusik

Die dritte „Stunde für die Seele“ hatte der Senioren-Club 60 Plus organisiert. Hier war das Thema „Ruhe im Advent“ noch einmal vertieft. Die Sprecherin des Seniorenkreises, Rosemarie Mahr, erklärte, dass in Zeiten, in denen neue Nachrichten geradezu auf die Menschen einprasseln, innige Ruhe halten im Advent für die Seele notwendig ist.

Richtig heimelig war in der nur mit Kerzenlicht erhellten Kirche die Zithermusik von Gerhard Trinkwalter. Das Flackern der Kerzen und die sanften Töne waren dazu geeignet, die Augen zu schließen, sich zurückzulehnen und den Augenblick zu genießen.

Die Adventsbuchstaben im Einzelnen erklärt

Den Abschluss der Adventssonntage in Marktgraitz gestalteten die Gitarrengruppe Marktgraitz sowie die Gottesdienstleiterinnen Walburga Partheymüller und Regina Kohmann-Jahreis. Im Mittelpunkt stand dabei nochmals der Advent an sich. Die Botschaften wurden durch die Adventsbuchstaben erklärt: A wie Ankommen, D wie Durststrecke beim Warten, V für verzaubern lassen vom Advent, E – wie Ehre, Nachdenken und Verbundenheit zu Mitmenschen, N – wie Nein-Sagenkönnen zum vorweihnachtlichen Trubel, T wie Türe, die für Christen offen sein sollte.

Beruhigende Musik, nachdenkliche und sinnvolle Texte und Erklärungen zum bevorstehenden Fest und nicht zuletzt eine tolle Atmosphäre im Gotteshaus zeigten, dass die Zeit im Advent auch in ruhiger und besinnlicher Form wichtig und nötig ist.

Marktgraitz: Stunden für die Seele im Advent
Zithermusik präsentierte Gerhard Trinkwalter. Foto: Roland Dietz
Marktgraitz: Stunden für die Seele im Advent
Die Gitarrengruppe am letzten Adventssonntag bei ihrem Auftritt. Foto: Roland Dietz
Marktgraitz: Stunden für die Seele im Advent
Der „Graatzer Dreigesang“ (diesmal als Viergesang) beim der Auftritt zur „Stunde für die Seele“. Foto: Roland Dietz

Von Roland Dietz

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