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KRONACH / BAD STAFFELSTEIN

Kronach: Die Festung soll wieder rocken

Kronach: Die Festung soll wieder rocken
Nach zwei Jahren Corona-Pause soll im nächsten Jahr wieder der Punk-Bär auf der Festung steppen. Erstmals geht es an zwei Tagen rund. Foto: Stephan Stöckel

Die vierte Corona-Welle hat Deutschland fest im Griff. Doch Samuel Rauch aus Bad Staffelstein, der Leiter des Jugend- und Kulturtreffs „Struwwelpeter“, bleibt mit Blick auf das Open Air „Die Festung rockt“ gelassen und zuversichtlich. Woher nimmt er den Optimismus? „Derzeit gilt die 3-G-Regel für Veranstaltungen – geimpft, genesen und getestet. Von Seiten der Politik gibt es keine Signale, dass diese aufgehoben wird.“

Ihm gegenüber sitzt Ludwig Weber von der Hans Weber Maschinenfabrik aus Kronach. Seit 2018 unterstützt das Unternehmen das Open Air auf der Festung Rosenberg. Rauch ist dem Geschäftsführer dankbar für die finanzielle Unterstützung. Ohne sie wären Top-Bands der Punkszene, wie „Millencolin“, die 2018 für Stimmung gesorgt hatten, unerschwinglich.

Weber out sich als Fan rockiger Töne. „Die Donots, die auch schon in Kronach spielten, sind meine Lieblingsband.“ Doch das sei für ihn nicht die Hauptantriebsfeder gewesen, das Füllhorn auszuschütten. „Als regionales Unternehmen wollen wir uns in der Region engagieren“, sagt der Unternehmer.

Von Stephan Stöckel Win-Win-Situation für beide Seiten

Er spricht von einer Win-Win-Situation für beide Seiten. Die jungen Punkrock-Fans, die sich dort in großer Zahl tummeln, hat er als Zielgruppe zur Nachwuchsförderung im Blick. 500 Mitarbeiter, darunter 50 Lehrlingen in neun Ausbildungsberufen, zählt das Unternehmen, das Extruder für die Kunststoffverarbeitung sowie Holz- und Metallschleifmaschinen produziert. Rauch, Weber und Svenja Tödter, Marketingleiterin des Unternehmens verlängern die erfolgreiche Zusammenarbeit um drei weitere Jahre.

Bei dem Pressegespräch im Jugend- und Kulturtreff „Struwwelpeter“ beantwortet Rauch Fragen rund um das Festival, das 2022 erstmals an zwei Tagen stattfinden soll. Am Freitagabend, 27. Mai, lassen es „Sondaschule“ und „Dritte Wahl“ krachen. Für Samstag, 28. Mai, haben sich an angekündigt: „Apollo Apes“, „Fading Aeon“, „Pantsdown“, „Null Negativ“, „Mambo Kurt“, „Kmpfsprt“, „8 Kids“, „Tequila And The Sunrise Gang“, „Rantanplan“, „ZSK“, „Russkaja“ und „The Subways“.

„Für alle, die zwei Tage lang Spaß haben wollen, gibt es eine Campingwiese hinter der Burg in Richtung Dörfles auf einer 6000 Quadratmeter großen Wiese“, verrät Rauch.

Rund 1900 der 2800 Tickets wurden bereits verkauft. 100 Ehrenamtliche werden dafür sorgen, dass alles reibungslos über die Bühne geht. Sollte im Frühjahr nächsten Jahres bei Großveranstaltungen weiterhin die 3-G-Regel gelten, dann müssten alle Besucher am Einlass auf ihren Status hin überprüft werden. Ist das für das ehrenamtliche Team überhaupt zu stemmen? „Ja“, sagt Rauch und nennt den Grund: „Unabhängig von Corona wollen wir die Einlasskapazitäten verdoppeln, damit die Fans zügiger aufs Open-Air-Gelände gelangen. Es wird vier statt bisher zwei Einlassschleusen geben.“

Kronach: Die Festung soll wieder rocken
Seit 2018 unterstützt die Maschinenfabrik Weber das Festival „Die Festung rockt“. Die Kooperation wurde um drei Jahre verlängert, worüber sich Marketingleiterin Svenja Tödter und „Struwwelpeter“-Leiter Samuel Rauch freuen. Foto: Stephan Stöckel

Ungeimpfte, die ihre Tickets zurückgeben wollten, weil ihnen die Corona-Tests zu teuer seien, werde der Kaufpreis problemlos zurückerstattet, fährt Rauch fort. Einige Künstler wie zum Beispiel, Nena, haben aus Protest gegen mögliche 2-G-Regeln – nur Geimpfte und Genesene werden zugelassen - ihre Konzerte für 2022 abgesagt. Von den verpflichteten Bands und Künstlern habe es bislang noch keine Absagen gegeben, so der Redner. Eine 2-G-Regel bei Freiluftveranstaltungen hält Rauch für übertrieben. „Aerosolforscher haben herausgefunden, dass sich das Virus an der frischen Luft sehr schnell verflüchtigt.“

Bereits zwei Mal verschoben

Das eigentlich für 2020 geplante Festival musste bereits zwei Mal verschoben werden. Rauch geht davon aus, im nächsten Jahr keinen Plan B aus der Tasche ziehen zu müssen. Was macht ihn da so sicher? „Die hohe Zahl an Geimpften und die in den vergangenen zwei Jahren gewonnene Erfahrung, dass die Coronawelle im Frühjahr und Sommer immer abebbt“, antwortet der Sozialpädagoge. Stephan Stöckel.

Alle wichtigen Infos rund um das Festival gibt es im Internet unter www.die-festung-rockt.de.

Von Stephan Stöckel

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