aktualisiert:

MARKTZEULN

Im Gräfin-Alberada-Ring in Marktzeuln tut sich was

Die Mitglieder des Marktgemeinderates in der neuen Amtszeit: (v. li.) Zweite Bürgermeisterin Petra Niechziol (SPD), Michael Friedrich (SPD), Tanja Degen (UBMz), Hubert Gehrlich (UBMz), Ulrike Stark (SPD), Jutta Stark (UBMz), Heinz Fischer (UBMz), Bürgermeister GregorFriedlein-Zech (UBMz), Frank Kestel (UBMz), Markus Pülz (CSU), Stefan Luthard (CSU), Stefan Leikheim (CSU) und Erwin Grünbeck (CSU). Foto: Karin Sträßner

Nicht viel zu diskutieren gab es in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Tagesordnung war übersichtlich. Breitesten Raum nahm ein Bauantrag ein, in dem für ein Haus im Gebiet „Sandersgarten Nord“ um eine Befreiung von den Vorschriften zur Dachform gebeten wurde. Schlussendlich war sich das Gremium einig, dass ein Flachdach optisch keinen Unterschied mache.

Für die Parzelle 4 im Neubaugebiet „Sandersgarten Nord“ (Gräfin-Alberada-Ring 21) ist der Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage geplant. Die Bauherren haben eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Dachform beantragt. Im Bebauungsplan ist für Pultdächer eine Dachneigung von fünf bis fünfzehn Grad vorgesehen.

Praktisch, preiswert, wartungsarm und von ernergetischem Vorteil

Die Käufer dieser Parzelle richteten ein Schreiben an den Gemeinderat, und baten um Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Dachform. Sie stellten die Vorteile eines Flachdaches dar. So wäre es praktisch, preiswert, wartungsarm und von ernergetischem Vorteil. Außerdem wäre ein Flachdach die beste Grundlage für eine geplante Photovoltaikanlage. Zudem wäre diese Dachform zeitlich schneller fertiggestellt. Auch für eine Dachbegrünung wäre so ein Flachdach prädestiniert. Die Dachbegrünung wirke sich positiv auf den Regenwasserrückhalt aus und trete der Versiegelung von Flächen entgegen.

In der Sitzung des Marktgemeinderates am Montagabend in der TSV-Turnhalle meinte Bürgermeister Friedlein-Zech, dass ein Flachdach keinen großen Unterschied zu einem etwa fünf Grad geneigten Pultdach darstelle. Aus ästhetischen Gründen sehe er keine Beeinträchtigung.

Erwin Grünbeck (CSU) wollte noch einmal klarstellen, dass beim Aufstellungsverfahren des Bebauungsplanes keinerlei Stellungnahme seitens der Öffentlichkeit erfolgt sei. Erst mit dieser Bauvoranfrage sei die Zulassung eines Flachdaches beantragt worden.

Jutta Stark (UBMz): „Man sieht in sämtlichen Neubaugebieten immer mehr viereckige Häuser mit Flachdach und diese Dächer machen optisch keinen Unterschied zu Pultdächern!“

Noch ein Einwand, aber: Macht keinen Unterschied bei Vorderansicht

Erwin Grünbeck vermutet: „Sollte eine Photovoltaikanlage auf einem Flachdach installiert werden, bleibtwohl nicht mehr viel Fläche zur Dachbegrünung übrig!“ Der Beschluss zur damaligen Vorgabe bezüglich der möglichen Dachformen sei aufgrund des Vorschlages des Ingenieurbüros entstanden. Er warf noch einen möglichen Nachteil, die Probleme mit der Dichtigkeit eines solchen Daches, in den Raum. Letztendlich schloss er sich jedoch der vorherrschenden Meinung an, dass es keinen Unterschied bei der Vorderansicht mache, ob es sich um ein Pultdach oder ein Flachdach handele.

Im Gräfin-Alberada-Ring in Marktzeuln tut sich was. Vier Bauvoranfragen wurden in der Gemeindratssitzung am Montagabend behandelt. Foto: Karin Sträßner

Markus Pülz (CSU) zog folgenden Schluss: Entweder man überarbeite den bestehenden Bebauungsplan, indem man ihn ändere, oder man genehmige den Bauherren die Freistellung. Gemeindeoberhaupt Greogor-Friedlein-Zech sprach sich für die Freistellung aus: „Eine Änderung des Bebauungsplanes würde nur zu einer zeitlichen Verzögerung führen!“

Auch in der Hinsicht darauf, dass bereits ein weiterer Käufer sein Interesse für ein mögliches Flachdach bekundet hat, beschloss der Gemeinderat einstimmig die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Dachform.

Für den Gräfin-Alberada-Ring wurden außerdem für die Nummern 13, 19 und 23 Bauunterlagen eingereicht. Diese unterliegen jedoch der Genehmigungsfreistellung. Die Gemeinde macht von ihrem Prüfungsrecht keinen Gebrauch.

Keine Einwände gegen Einbeziehung Teilbereich „Industrirstraße“ in Horb

Für Horb am Main war bereits in der Gemeinderatssitzung vom 3. dezember 2019 beschlossen worden, das Einziehungsverfahren für einen zirka 186 Meter langen Teilbereich der Ortsstraße „Industriestraße“ auf Grund seiner verlorenen Verkehrsbedeutung auszuführen. Die Absicht der Einziehung wurde bekannt gemacht, die Unterlagen lagen für die Dauer von drei Monaten im Rathaus Marktzeuln zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Es wurden keine Einwendungen gegen die geplante Einziehung erhoben. Deshalb kann die Einziehung dieses Teilbereiches erfolgen. Der eingezäunte Bereich ist jetzt nur noch Privatgrundstück und keine öffentliche Straße mehr.

Zustimmung für Wohnanlage mit sechs Einheiten in Zettlitz

Dem bereits in der Dezember-Sitzung vorgestellten Projekt in Zettlitz, Lichtenfelser Straße 8, wurde ebenso vom Gemeinderat die Zustimmung erteilt. Das Bauvorhaben füge sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Hier soll eine Wohnanlage mit sechs Wohneinheiten entstehen. Momentan gliedert sich das Gebäude in einen gemauerten Teil und einen mit Brettern erbauten. Das Holz soll weggerissen werden, der massive Teil wird in die geplante Wohnanlage mit integriert.

Der Gräfin-Alberada-Ring aus einer anderen Warte. Foto: Karin Sträßner

Von Karin Sträßner

Weitere Artikel