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KÜPS

Hochwasserschutz Johannisthal: Krebsbach ist stark verbaut

Derzeit fasst der durch Johannisthal führende Krebsbach höchstens einen halben bis einen Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Bei einem hundertjährlichen Hochwasser kommen aber zwölf bis 13 Kubikmeter pro Sekunde – weite Bereiche von Johannisthal wären bei einem solchen Ereignis von Hochwasser betroffen. Foto: Rainer Glissnik

Die letzte Sitzung der Wahlperiode fand völlig anders statt als ursprünglich angedacht. Erneut wurde als Ferienausschuss getagt. Wie gern hätte man allen für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren gedankt, meinte Ursula Eberle-Berlips. Vor allem den ausscheidenden Marktgemeinderatsmitgliedern, darunter vor allem den Urgesteinen Helga Mück und Dr. Eugen Geuther.

Am 12. Mai kommt dann das gesamte Gremium des neu gewählten Marktgemeinderates zusammen, allerdings in einem größeren Raum. Hier sollen dann auch die fünf ausscheidenden Kollegen verabschiedet werden, kündigte Bürgermeister Bernd Rebhan an. Hierfür wird eine große Räumlichkeit benötigt.

Dorferneuerung kann erst nach Vorstandswahl starten

Dies wird auch bei der Wahl des Vorstands für das Dorferneuerungsverfahren Oberlangenstadt-Hummenberg nötig. Diese Dorferneuerung ist durch das Amt für ländliche Entwicklung offiziell angeordnet. Das Verfahrensgebiet ist rund 35 Hektar groß. Noch vor der Sommerpause soll die Wahl des Vorstands erfolgen, damit das Projekt starten kann. Dazu werden rund 80 Plätze benötigt.

Matthias Köhler (Ingenieurbüro Köhler, Bad Steben) erläuterte dem Küpser Marktgemeinderat die aktuellen Planungen für den Hochwasserschutz von Johannisthal. Hier herrscht Zeitdruck: Die genehmigungsfähige Planung muss stehen, bis Straßenbaumaßnahmen im Rahmen des Ausbaus der B 173 erfolgen, erklärte Bürgermeister Bernd Rebhan. Der Rathauschef zeigte sich vor allem gegenüber den Grundstückseigentümern dankbar. Die Stadt Kronach ist teilweise auch beteiligt und ein wichtiger Partner wie der Freistaat Bayern.

Unter alter und neuer Bundesstraße und der Bahnlinie durch

Die Vorplanung ist abgeschlossen, gegenwärtig läuft die Entwurfsplanung. Der Krebsbach ist in Johannisthal stark verbaut. Überschwemmungen wären gravierend. Hochwasser sollen an der Staatsstraße gedrosselt und unter der Bundesstraße, der neuen Bundesstraße und der Bahnlinie abgeleitet werden.

Es wurde beschlossen, eine genehmigungsfähige Planung zu erarbeiten und das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Die Kosten werden bei 4,068 Millionen Euro veranschlagt (ursprünglich 3,9 Millionen Euro). Der Planer sprach auch an, eventuell vorher das komplexe Einlaufbauwerk im Modell bauen und testen zu lassen

Eine von einem Anwohner gewünschte weitere Verrohrung erweist sich sogar als bessere Lösung, auch weil diese unter der Bahnlinie durchgeführt werden kann. Das Wasser mündet dann in einen Altarm. Allen weiteren Beteiligten und Betroffenen soll eine Planung zugeschickt werden, um deren Stellungnahmen einarbeiten zu können.

Anwohner bringt bessere Lösung ins Spiel

Gerhard Sesselmann sprach den Durchgang unter der Bahn an. Hier kann durch die neue Planung die Verrohrung nur durch eine Öffnung erfolgen. Die zwei weiteren Durchgänge würden so gespart. Ralf Pohl fragte, wo private Eigentümer betroffen sind und was dort die Gespräche ergaben. Mit diesen wurde gesprochen, erklärte der Planer. Mit einem Eigentümer gibt es bereits eine Vereinbarung, mit einem weiteren wurde die neue Lösung gefunden. Ansonsten sind zumeist Stadt Kronach und Freistaat Bayern Eigentümer.

Jahresrechnung 2019: manche Maßnahmen verschoben

Es geht um vier Millionen Euro Kosten. „Wer hilft dem Markt Küps dabei?“, fragte Ursula Eberle-Berlips. Um dies herauszufinden, braucht es eine Planung, erklärte Bürgermeister Bernd Rebhan. Beim Frankenring gab es 75 Prozent Förderung, nannte er als Beispiel, was auf Küps zukommen könnte.

Vorgestellt wurde die Jahresrechnung für 2019. Der Verwaltungshaushalt schließt mit 16,287 Millionen Euro ab, was eine Überschreitung von 254 755 Euro bedeutet. Die Zuführung für den Vermögenshaushalt beträgt 3,575 Millionen Euro. Es wurden 881 000 Euro mehr erwirtschaftet, als im Haushalt vorgesehen war. Der Vermögenshaushalt schließt mit 6,649 Millionen Euro, rund eine weniger als im Haushalt veranschlagt war. Trotzdem seien viele Maßnahmen angepackt worden. Die Verschuldung hat sich 2019 kaum verändert. Es sei nicht unproblematisch, dass manche Maßnahmen wenn auch wegen zwingender Notwendigkeiten verschoben worden seien, kritisierte Ralf Pohl. Anstehende große Investitionen kämen nun dazu.

Von Rainer Glissnik

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